26. Dezember 2009, 9:05 Uhr
Feature
Erzählt von Michael Augustin und Walter Weber
James und Christine Last
Mit über 100 Millionen verkauften Tonträgern ist er der erfolgreichste Bandleader der Welt: James Last, der als Hans Last 1929 in Bremen geboren wurde. Seit über vierzig Jahren tourt der Erfinder des "Happy Sound" mit seinem Orchester um die Welt und begeistert ein Millionenpublikum. Seine Karriere begann James Last 1946 bei Radio Bremen als "Mann am Klatschbass", der mit eigenen Bands ambitionierte Jazz- und Unterhaltungsmusik machte. Der grosse Erfolg begann 1965 mit seiner ersten LP "Non Stop Dancing", auf der erstmals der unverwechselbare "Last-Sound" zu hören war. Seitdem landete der "Karajan des kleinen Mannes" einen Welthit nach dem anderen und ist längst in den Rang einer Kultfigur gerückt. Dennoch ist der Achtzigjährige ein Star zum Anfassen geblieben, den Freunde und Fans liebevoll "Hansi" nennen. Michael Augustin und Walter Weber erzählen im Feature des Nordwestradios die "James-Last-Story", die vor achtzig Jahren in Bremen begann.
"Unser Zuhause war die reinste Musikschule, ich brauchte sozusagen nur mehr die Noten zusammenzukehren. Im Wohnzimmer stand ein Klavier, das früher ein elektrisches Pianino gewesen war. Wir hatten die Walze herausgenommen, und ich klimperte darauf meine ersten Tonleitern." (James Last mit Thomas Macho: Mein Leben. Die Autobiografie. Heyne-Verlag München 2006, S. 21)
So skizziert James Last seine Kindheit in einem musik-vernarrten Elternhaus. Geboren wird er als Hans Last am 17. April 1929 im Bremer Stadtteil Sebaldsbrück, in der Helmholtzstrasse Nummer 33. Die Lebensverhältnisse der Familie sind einfach. Vater Louis (1889-1972) ist bei den Bremer Stadtwerken beschäftigt, seine grosse Leidenschaft gilt aber die Musik. In der Freizeit ist er ständig unterwegs, um in Kneipen und auf Dorffesten aufzuspielen. Die Begeisterung für die Musik vererbt Louis Last auch seinen Söhnen Robert, Werner und Hans, die mit Instrumenten aufwachsen und in ihrem späteren Leben Profi-Musiker werden.
1943 geht Hans Last als Schüler an die Heeresmusikschule in Frankfurt am Main, die später kriegsbedingt nach Bückeburg verlegt wird. Er erhält eine klassische Ausbildung und entdeckt den Kontrabass als ideales Instrument, mit dem er nach dem Zweiten Krieg erfolgreich in eine Musikerlaufbahn starten wird.
James Last vor seinem Elternhaus in Bremen-Sebaldsbrück
Gegen Ende des Krieges kehrt Hans Last ins Bremer Elternhaus zurück. Nach dem Zusammenbruch Hitler-Deutschlands wird Bremen 1945 US-amerikanisches Besatzungsgebiet. Rasch findet der Jung-Musiker Anschluß an eine völlig neue Musikszene. Von einem GI wird er als Bassist in die Band eines amerikanischen Clubs vermittelt. Das nötige Instrument wird kurzerhand für ihn requiriert.
Weihnachten 1945 gründet die amerikanische Militärregierung den Sender "Radio Bremen". Der legendäre erste Sendeleiter Hans-Günther Oesterreich engangiert den musikalischen Newcomer als Bassisten des Radio-Bremen-Tanzorchesters. Als "Mann am Klatschbass" wird Hansi – wie ihn alle nennen – rasch zum unentbehrlichen Ensemblemitglied. Im Rundfunk sammelt er so manche Erfahrung, die für seinen späteren Lebensweg bedeutsam werden sollten:
"Bei unseren Radio-Livekonzerten machte ich erste Erfahrungen im Umgang mit einem Konzertpublikum: Es genügte nicht, nur einfach das Instrument zu spielen, man musste dazu auch noch 'schauspielen': mit verzücktem Gesichtsausdruck und rhythmisch wippendem Kopf, scheinbar atemlos über den Bass gekrümmt, swingte ich durch das Programm." (James Last, Mein Leben, S. 40 f.)
Hans Günther Oesterreich über James Last (1983), [2:25]
Mit Tanzmusik alleine gibt sich Hans Last bald nicht mehr zufrieden. Als passionierter Jazzer gründet er mit dem Trompeter Karl-Heinz Becker das "Last-Becker-Ensemble", dem unter anderen auch die Brüder Werner und Robert Last angehören. Später formiert sich noch als größeres Ensemble das "Hans Last Orchester", in dem Hansi in die Rolle des Bandleaders schlüpft.
Hans Last leitet das Hans-Last-Orchester von Radio Bremen (1954)
Info: Feature
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Geschichten, die man vor der Haustür findet oder auf anderen Kontinenten - der Stoff des Features ist grenzenlos, und alle Aspekte des Lebens können hier Eingang finden. Aufwendig produziert, kulinarisch gemacht.
Sendezeit:
So., 9:05 - 10 Uhr
Wiederholung:
Mi., 19:05 - 20 Uhr
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