24. April 2013, 9:05 Uhr
Gesprächszeit
Er fing an, Jura zu studieren, entschied sich aber mit 21 Jahren doch noch dafür Profimusiker zu werden. Der Bremer Uli Beckerhoff zählt heute zur Elite der Jazz-Trompeter Europas. Jazz kann sich zu allen Musikformen der Welt öffnen, sagt Beckerhoff. "Deshalb kann man nicht mehr genau sagen, wie Jazz heute aussieht und sich anhört", so der Musiker.
Uli Beckerhoff
Beckerhoff kommt aus einer musikalischen Familie. Sein Vater spielte hobbymäßig Geige und seine Mutter Klavier. Geprägt wurde er auch von seinen Geschwistern, die Jazz hörten. Sein Instrument wurde die Trompete, obwohl es erst eine Klarinette werden sollte.
Die Klarinette imponiert ihm, da Beckerhoff Fan von Chris Barber und seinem Klarettinisten Monty Sunshine war. Sie spielten einen Song, der besonders bei den Mädchen beliebt war, erzählt Uli Beckerhoff. "Ich dachte, wenn ich das auch auf der Klarinette spielen kann", dann habe ich vielleicht bessere Chancen bei denen". Da Klarinetten jedoch auch damals schon teure Musikinstrumente waren, schaute sich Beckerhoff nach anderen Möglichkeiten um. Ein Freund, der in einer Dixieland-Band spielte, verkaufte ihm schließlich eine gebrauchte Trompete für 50 D-Mark.
Eine Profimusikerkarriere hatte Beckerhoff nie geplant. "Mein Leben ist so merkwürdige Wege gegangen", so der Jazz-Trompeter. Seit rund 50 Jahren spielt er nun die Trompete und sagt, dass man nie fertig mit der Entwicklung sei. "Man ist deshalb nie fertig, weil ein Instrument zu spielen, immer zwei Seiten hat. Es ist manchmal extreme Quälerei und sehr anstrengend. Auf der anderen Seite kriegt man jedoch, wenn man das durchhält, immer wieder seine Belohnung", sagt Uli Beckerhoff. "So ein Instrument ist auch so eine Art von Hassliebe und man gibt einfach nicht auf".
Schon in jungen Jahren hat Beckerhoff immer wieder unterrichtet. In Essen hat der Trompeter 25 Jahre lang an der Folkwang Universtiät der Künste Nachwuchsmusiker ausgebildet. Auch wenn es wenig Frauen in dem Bereich gibt, haben drei junge Frauen bei Beckerhoff studiert. "Man sagt immer 'Jazz ist doch ein bißchen Männermusik'. Ich glaube, da ist etliches dran, aber das hat sich Gott sei Dank in den letzten Jahren geändert", so Beckerhoff. Es gebe immer noch besondere Macho-Instrumente und da gehöre die Trompete dazu, obwohl es inzwischen auch Weltklasse-Trompeterinnen gebe.
Seit 2006 gibt es die Musikmesse und das Festival Jazzahead in Bremen. Uli Beckerhoff ist künstlerischer Leiter der Jazzahead und ist zufrieden über die Entwicklung, die die Messe genommen hat. Die Bremer Messe sei mittlerweile Weltmarktführer beim Jazz. "Wir besuchen große Musikmessen in der Welt und die schrumpfen alle", so Beckerhoff. "Und die Jazzahead wächst jedes Jahr um 15 bis 20 Prozent".
Die Gesprächszeit zum Anhören:
Uli Beckerhoff, [31:03]
Trompeter
Radio Bremen Dossier zur Jazzahead! 2013
Zur Website der Jazzahead! 2013
Info: Gesprächszeit
![Radio Bremen Mikrofon Blau [Quelle: Radio Bremen, Martin von Minden] Radio Bremen Mikrofon Blau [Quelle: Radio Bremen, Martin von Minden]](/nordwestradio/mikrofon100_v-mediateaser.jpg)
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