27. Januar 2012, 9:05 Uhr
Gesprächszeit
Ihre Karriere begann in Bremen – als deutsch-georgischer Schul-Theater-Austausch. Heute gehört sie zu den gefragten Nachwuchsdramatikerinnen an deutschen Theatern.
Nino Haratischwili
Am Bremer Theater inszeniert Nino Haratischwili für die Spielzeit 2012 ihr Stück "Drei Sekunden“. Darin entscheiden drei Sekunden über das künftige Leben eines Verlegers und seiner Familie. Eine Selbstmörderin wirft sich vor sein Auto. Er fühlt sich schuldig, obgleich er objektiv keine Schuld hat.
Es sind die ganz großen Themen, die Nino Haratischwili in ihren Romanen und Theaterstücken interessieren – Fragen nach Schuld und Sühne, Schicksal und Selbstbestimmung, Familie und Einsamkeit, Leidenschaft und Unbedingtheit. Dabei scheut sie nicht vor dem Pathos zurück, begibt sich auf den schmalen Grad zwischen Klischee und Klassik.
Die in Georgien 1983 geborene Dramatikerin inszeniert ihre Dramen oftmals selbst. 2008 bekam sie den wichtigen deutschen Nachwuchspreis für Autoren, den Heidelberger Stückepreis. Schon als Schülerin gründete sie an ihrem deutschen Gymnasium in Tiflis eine Theater-AG. Später studierte sie dort Film und in Hamburg Schauspielregie.
Die Sommer verbringt sie meist in ihrer Heimat Georgien. Dort wurde sie 2008 vom Krieg überrascht, dem bewaffneten militärischen Konflikt zwischen Georgien auf der einen und Russland sowie den international nicht anerkannten Republiken Südossetien und Abchasien auf der anderen Seite. Sie schreibt online ein Kriegstagebuch, schreibt dabei an gegen die eigene Angst, wie sie Nordwestradiomoderatorin Inken Steen erzählt.
Im Winter 2011 veröffentlichte Haratischwili ihren zweiten Roman: "Mein sanfter Zwilling" wird in den Feuilletons gepriesen. Ein Roman mit der seltenen Wucht einer klassischen Tragödie, lobt die Süddeutsche Zeitung, "Albtraum und Rausch in einem“ heißt es in einer anderen Rezension.
Nino Haratischwili (1), [10:46]
Nino Haratischwili (2), [8:07]
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Info: Gesprächszeit
![Radio Bremen Mikrofon Blau [Quelle: Radio Bremen, Foto: Martin von Minden] Radio Bremen Mikrofon Blau [Quelle: Radio Bremen, Foto: Martin von Minden]](/nordwestradio/mikrofon100_v-mediateaser.jpg)
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