25. April 2013, 9:05 Uhr
Gesprächszeit
Tom Franz stammt aus Köln, lebt heute jedoch in Tel Aviv. Er war katholisch und ist zum jüdischen Glauben übergetreten. Der Jurist ist heute Starkoch in Israel, kocht koscher und tut das in dieser Woche auch im Bremer Parkhotel. Der Grund ist die das Musikmessenfestival "Jazzahead!". In diesem Jahr steht das Land Israel im Fokus der Bremer Musikmesse.
Tom Franz
In Israel gewann Tom Franz den Kochwettbewerb "Masterchef", der im israelischen Fernsehen ausgetragen wurde. Es folgte ein Hype um den deutschen Hobbykoch. Während der Kochrunden hat Franz immer koscher gekocht. "Das hat für mich keinen besonderen Aufwand erfordert, ich koche und esse seit vielen Jahren immer koscher", erzählt der gebürtige Kölner im Gespräch mit Nordwestradio-Moderatorin Jutta Günther.
Die Gesprächszeit mit Tom Franz, [34:25]
Starkoch in Israel
In Israel sei es nicht selbstverständlich, koscher zu kochen, auch wenn es im Judentum dazu gehöre. Auch im Fernsehkochwettbewerb hatten nur wenige Mitstreiter koscher gekocht. Doch Tom Franz hatte hohe Ansprüche und wollte dies in der Sendung auch zeigen. "Ich will euch zeigen, man kann koscher auf höchstem Niveau – auch Gourmet – kochen", sagte er im Vorfeld zur Jury. Im wesentlichen gehe es beim koscheren Kochen um die Trennung von Milchprodukten und Fleisch. Wolle man jedoch ein wirklich koscheres Restaurant eröffnen, das eine "Koscher-Bescheinigung" vom Rabbinat bekommen soll, müsse man weitere Anforderungen erfüllen, so Franz.
In Israel leben Menschen aus vielen Nationen zusammen. Seit rund 80 Jahren kehren inzwischen Juden aus aller Welt aus der Diaspora nach Israel zurück und bringen ihre Küche und traditionellen Gerichte mit. "Das ist ein großer Schmelztiegel der Vielfalt, was die Küche angeht", so Tom Franz. Er selbst habe die deutsche Küche mitgebracht, die er koscher umgestellt habe. "Ich habe daraus meine eigene Küche gebastelt, die von den Richtern häufig "Fusion" genannt wurde", so der leidenschaftliche Koch.
Ersten Kontakt mit dem Land Israel bekam Franz durch einen Schüleraustausch, als er 15 Jahre alt war. Die Mentalität, die er kennen lernen durfte, hatte ihn begeistert. Er absolvierte mit der Aktion Sühnezeichen seinen Zivildienst in Israel ab. "Am Anfang waren die Menschen, dann kam das Land und dann kam langsam das Judentum hinzu", erklärt Franz seine wachsende Beziehung zu Israel. Mit Mitte 20 habe er seinen Glauben gefunden und habe gleich gewusst, dass seine Religion das Judentum sei. Und so begann er die schwierige Konvertierung zum Judentum.
Seine Frau lernte Franz als gläubiger Jude in Israel kennen. Sie ist Enkelin von Holocaust-Überlebenden aus der Ukraine und bezeichnet ihre Ehe mit Franz als "Dreierbeziehung – Tom, ich und die Vergangenheit". Der Holocaust sei ein Thema in ihrer Beziehung, sagt auch Franz. Er habe nie zwischen ihnen gestanden, aber seine Frau habe eine Art Trauma vom Holocaust, obwohl sie ihn nicht erlebt habe.
Tom Franz kocht während der Musikmesse "Jazzahead!" 2013 in Bremen für israelische Musikerinnen und Musiker sowie andere Gäste, die im Parkhotel übernachten. "Das ist eine dieser Entwicklungen, die sich natürlich nicht planen ließen", schmunzelt der Koscher-Experte. Nach dem Sieg in der Sendung "Masterchef" wurde er nach Bremen eingeladen und wird hier mit Küchenchef Norman Fischer koschere Menüs anbieten. "Darauf freue ich mich riesig", sagt Tom Franz.
Gesprächszeit mit Jutta Günther
Eine Studienreise durch Israel und Palästina
Radio-Bremen-Dossier zur Jazzahead! 2013 in Bremen
Info: Gesprächszeit
![Radio Bremen Mikrofon Blau [Quelle: Radio Bremen, Martin von Minden] Radio Bremen Mikrofon Blau [Quelle: Radio Bremen, Martin von Minden]](/nordwestradio/mikrofon100_v-mediateaser.jpg)
Gespräche mit Prominenten und Zeitzeugen aus Kultur, Politik und Wirtschaft.
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