29. Januar 2012, 11:05 Uhr
Glauben und Wissen
Reemtsma, Jan Philipp: Vertrauen und Gewalt. Versuch über eine besondere Konstellation der Moderne, Pantheon 2009
Fragt man sich, was das Zusammenleben am meisten fördert, und was es am meisten bedroht, kommt man unweigerlich zum Vertrauen und zur Gewalt. Dass es zwischen beidem einen internen Zusammenhang gibt, liegt auf der Hand: Je mehr Gewalt desto weniger Vertrauen und umgekehrt. Die Sendung wirft vor diesem Hintergrund einen Blick auf unsere Gesellschaft von den Anfängen bis zur Gegenwart und lässt zu guter Letzt auch die aktuelle Debatte um den Bundespräsidenten Christian Wulff nicht außer Acht.
Redaktion und Moderation: Thorsten Jantschek
Die gesamte Sendung zum Anhören:
Glauben und Wissen: Vertrauen und Gewalt , [1:27:42]
Glauben und Wissen: Vertrauen und Gewalt (Playlist) [PDF, 30 Kb]
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Die Beiträge der Sendung im Einzelnen:
Vertrauen und Gewalt gehören zusammen. Sie sind die Grundkonstellation der modernen Welt. Das behauptet der Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma. Im Gespräch erläutert er seine Thesen.
Gespräch mit dem Sozialwissenschaftler Jan Philipp Reemtsma, [22:48]
Buchtipp: Reemtsma, Jan Philipp: Vertrauen und Gewalt. Versuch über eine besondere Konstellation der Moderne, Hamburger Edition 2008, 576 Seiten, 30 Euro
Blickt man auf die Berichterstattung in den Medien, so entsteht der Eindruck, als würde unser Vertrauen in die Gegenwart schwinden und dafür die Gewalt sprunghaft ansteigen. Der amerikanische Psychologe Steven Pinker widerlegt diesen Eindruck. Mit seinem aktuellen Buch legt er eine Analyse der Gewalt von der Urzeit bis heute vor.
Buchtipp: "Gewalt" von Steven Pinker, [9:57]
Buchtipp: Pinker, Steven: Gewalt. Eine neue Geschichte der Menschheit, Fischer-Verlage 2011, 1216 Seiten, 26 Euro
Die Gewalt scheint im Laufe der Geschichte der Menschheit abzunehmen. Dennoch haben wir es noch immer mit dem verstörenden Phänomen der Massengewalt zu tun, beispielsweise in Kriegen. Der Zeithistoriker Christian Gerlach von der Universität Bern erläutert in seinem aktuellen Buch einen neuen Ansatz von Massengewalt. Ernst Piper hat es gelesen.
Buchtipp: "Extrem gewalttätige Gesellschaften" von Christian Gerlach, [4:08]
Buchtipp: Gerlach, Christian: Extrem gewalttätige Gesellschaften. Massengewalt im 20. Jahrhundert, Deutsche Verlagsanstalt 2011, 576 Seiten, 39,99 Euro
Christian Wulff hat seit seiner "Kredit-Affäre" das Vertrauen eines Großteils der Bevölkerung verloren. Der Sozialphilosoph Martin Hartmann erläutert im Gespräch, warum es sehr schwierig, eigentlich unmöglich für Christian Wulff sein wird, das Vertrauen der Menschen zurückzugewinnen.
Gespräch mit dem Sozialphilosophen Martin Hartmann, [14:50]
Buchtipp: Hartmann, Christian: Die Praxis des Vertrauens, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 2011, 541 Seiten , 18 Euro
Vertrauen bedeutet, sich auf andere Menschen, Dinge und Verhältnisse verlassen zu können. Doch angesichts von Finanzkrisen oder unsicheren Arbeitsverhältnissen ist das Vertrauen vieler Menschen erschüttert. Es ist jedoch wichtig, das Vertrauen nicht zu verlieren. Nur so können wir souverän sein, meint der Philosoph Wilhelm Schmid.
Wilhelm Schmid: Von der Lebenskunst des Vertrauens, [9:06]
Buchtipp: Schmid, Wilhelm: Liebe. Warum sie so schwierig ist und wie sie dennoch gelingt, Insel Verlag 2011, 92 Seiten, 7 Euro
"Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser". Auf diesem Grundsatz des kommunistischen Politikers W. I. Lenin lässt sich eine Diktatur gründen, nicht jedoch ein demokratisches Gemeinwesen. Denn dafür bildet das Vertrauen eine wichtige Grundlage. Doch um das Vertrauen in unsere Politiker steht es derzeit nicht sonderlich gut.
Feature: "Kontrolle ist gut, Vertrauen ist besser", [18:20]
Stimmt´s oder hab ich recht?
Glauben und Wissen am 29.01.2012: Rätselfrage, [0:26]
Ist diese Meldung wahr oder falsch? - Wenn Sie die Lösung wissen oder an Ihren Tipp glauben, dann schicken Sie bis zum 2. Februar eine Mail an: glaubenundwissen@radiobremen.de. Zu gewinnen gibt es das Buch "Gewalt und Legitimität" von Volker Sellin (Oldenbourg Wissenschaftsverlag).
Info: Glauben und Wissen
![Spitzen des Doms und des Fallturms [Quelle: Radio Bremen, Foto: Montage] Spitzen des Doms und des Fallturms [Quelle: Radio Bremen, Foto: Montage]](/nordwestradio/sendungen/glauben_und_wissen/glaubenundwissen100_v-mediateaser.jpg)
Hören, wo es lang gehen kann, und erfahren, was Menschen wissen, glauben und denken. Eine Sendung, die im Leben so wirken soll wie ein Navigationssystem im Straßenverkehr: Orientierung stiften in einer immer unübersichtlicher werdenden Welt.
Sendezeit:
Sonntags, 11:05 - 13 Uhr
Dienstags, 19:05 - 20 Uhr (Whlg.)
An jedem ersten Sonntag im Monat gibt es auf diesem Sendeplatz die Sendung Mare Radio.
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