Lesebuch
"Als ich aufwuchs, da lag mir immer mehr am Herzen, dass die Franzosen und die Deutschen sich so liebten, wie ich die beiden zusammen liebte, denn ich habe zu beiden im gleichen Maße gehört." So lautete eines der Lebens- und Arbeitsbekenntnisse der Schriftstellerin Annette Kolb (1870-1967). Die Autorin wuchs in gutbürgerlichen Verhältnissen in München auf und veröffentlichte 1899 ihre erste literarische Arbeit. Im Ersten Weltkrieg gehörte sie zu den nicht zahlreichen Intellektuellen, die vehement gegen Völkerhass und Gewalt auftraten, sie wurde deshalb wegen "pazifistischer Umtriebe" außer Landes getrieben und lebte zeitweilig im schweizerischen Exil. 1923 konnte sich Annette Kolb wieder in Deutschland niederlassen.
Vor allem Kolbs Romane spielten in den 1920er Jahren eine erhebliche Rolle, Autoren wie René Schickele und Rainer Maria Rilke zeigten sich von der Autorin begeistert, die weiterhin für Völkerverständigung eintrat, besonders im deutsch-französischen Verhältnis. 1933 musste Annette Kolb Nazi-Deutschland verlassen. Sie emigrierte zunächst nach Paris, wurde 1936 französische Staatsbürgerin, floh 1941 weiter nach New York. Nach dem Krieg lebte sie bis 1961 in Paris, München und Badenweiler. Ihre letzten Lebensjahre verbrachte sie in München.
Die Schriftstellerin Annette Kolb während einer Lesung im Frankfurter Goethehaus am 23. Februar 1960.
Annette Kolb war bis ins hohe Alter hinein literarisch, musikalisch, journalistisch und politisch aktiv. Im "Lesebuch" erinnern wir mit "Die Schaukel" und "Daphne Herbst" an die Autorin. Es liest Percy Adlon.
Produktion: BR 1965/68
Programmtipp: Lesebuch - Annette Kolb, [3:24]
Programmtipp: Lesebuch "Daphne Herbst" , [3:53]
Info: Lesebuch
![Bücher im Regal [Quelle: Radio Bremen] Bücher im Regal [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/lesebuch/infobild134_v-mediateaser.jpg)
Fortsetzungslesung großer, für den Funk eingerichteter Romane und Erzählungen.
Sendezeit:
Mo., - Fr., 18:30 - 19 Uhr
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