11. Mai 2013, 15:05 Uhr
Literaturforum
Zeitschrift für Ideengeschichte, Heft 7, Sommer 2013, C.H. Beck
Ob in der Literatur, der Malerei und Fotografie oder auch der Soziologie, überall machte sich das Bedürfnis nach einem direkten Zugang zur den Dingen des Alltags und der Wirklichkeit bemerkbar. Jahrzehntelang hatten Ideen des Konstruktivismus und der französischen Medienphilosophie den Verdacht geschürt, wir alle würden nur in einer Gesellschaft aus Trugbildern leben. Dagegen soll ein neues Zutrauen zur Wirklichkeit gesetzt werden. Der Politologe Jens Hacke arbeitet am Hamburger Institut für Sozialforschung und ist Mitherausgeber der neuen Ausgabe der "Zeitschrift für Ideengeschichte". Er hat sich vor allem mit dem Realitätsbezug von Politik beschäftigt, konkret beim deutschen Liberalismus.
Jens Hacke: Die Wirklichkeit des Liberalismus, [8:15]
Wie Neorealismus aussehen kann – das erlebt man am besten im italienischen Film der 50er und 60er Jahre. Der Neorealismus ist hier durch Regisseure wie Roberto Rosselini und Frederico Fellini zu einem Markenzeichen geworden. Zwischen Dokumentation und Drama bewegten sich deren Werke, denen die Realität schon Film genug war. Jürgen Francke erinnert an dieses Kapitel der Filmgeschichte.
Italienischer Neorealismus im Film, [12:26]
Ein Buch, das im vergangenen Jahr seinen Autor zu einem Dauergast in den Talkshows der Fernsehrepublik machte ist "Bluff" von Manfred Lütz. Der Psychotherapeut leitet das Alexandriner Krankenhaus in Köln und hat mit seinen Büchern viel zur Diskussion beigetragen, wie eine Gesellschaft mit der Wirklichkeit ihres alltäglichen Irrsinns umgehen kann, ohne dabei den Verstand zu verlieren. In seinem Buch "Bluff. Die Fälschung der Welt" geht Lütz der Frage nach, warum wir uns immer häufiger in unserem Leben wie in einem fremden Film vorkommen.
Manfred Lütz: "Bluff. Die Fälschung der Welt", Droemer Knauer Verlag, 188 Seiten, 16,99 Euro.
Das Leben - alles nur ein Bluff? Gespräch mit Manfred Lütz, [9:17]
Realitätsbewusstsein hat seinen Wert. Wer nahe an der Wirklichkeit ist, der vermag auch effektiv zu arbeiten, Probleme zu lösen. So denkt man wenigstens nach gut ökonomischer Logik. Künstler ticken da anders. Das beweist unser heutiger "Denk-Ton" aus dem Archiv. Der Maler Max Ernst, eine Leitfigur der Surrealistischen Bewegung, empfand jedenfalls, dass ein bisschen träumen beim Erkennen der Wirklichkeit nicht schadet. Dem Auge seine Würde zurückgeben – das ist für den Surrealisten Max Ernst eine etwas pathetische Metapher. Doch die Bedeutung des Auges bei der Erfassung von Realität hat auch eine ganz praktische Dimension: Wer nichts sieht, kann die Wirklichkeit nicht erfassen.
Max Ernst zum Surrealismus, [1:05]
Dass Beobachtung eine ziemlich komplizierte Angelegenheit ist, das hat der Soziologe Dirk Baecker in seinem gerade erschienen Buch "Beobachter unter sich" erforscht. Baecker lehrt Kulturanalyse an der Zeppelin University in Friedrichshafen und gilt als innovativster Weiterentwickler der soziologischen Systemtheorie seines Lehrers Niklas Luhmann. Mit gehobener Logik und Mathematik rückt er dem Phänomen zu Leibe, wie man die Realität erkennen kann – und dass man sie vielleicht sogar nie erfassen, sondern nur zu beobachten vermag.
Dirk Baecker: "Beobachter unter sich", Suhrkamp Verlag, 309 Seiten, 34,95 Euro
"Neorealismus" - Dirk Baecker: Beobachter unter sich, [9:47]
Weitere Infos:
Die aktuelle Ausgabe der Zeitschrift ist im Verlag C.H. Beck erschienen und kostet 12.90 Euro.
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Robert Cray hatte schon das hohe Alter von Dreißig erreicht als er Anfang der achtziger Jahre mit seiner Blues-Band bekannter wurde. Seitdem hat er fast jedes Jahr eine neue CD herausgebracht. Für einige davon hat er bereits fünf Grammys gewonnen und wurde 2010 in die "Blues Hall of Fame" aufgenommen. Mehr...
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Das Nordwestradio setzt seine erfolgreiche Veranstaltungs- und Sendereihe "Erfahren, woher wir kommen" fort. Jürgen Stenzel liest "Gargantua und Pantagruel" von François Rabelais. Hanjo Kesting kommentiert das Werk. Mehr...
29. Mai 2013, 19:00 Uhr | Stadtbibliothek Bremen, Wall-Saal
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