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Hedwig Pringsheim: Mein Nachrichtendienst

Meistens tritt sie als "die Mutter von Katia Mann" oder die "Schwiegermutter von Thomas Mann" in Erscheinung. Dabei war Hedwig Pringsheim erstens eine schöne Frau, zweitens eine hoch gebildete, geistreiche und witzige Person und drittens ein literarisches Talent. Das meint jedenfalls Dirk Heißerer, der jetzt die 375 Briefe herausgegeben und mit einem voluminösen Anhang versehen hat, die Hedwig Pringsheim zwischen 1933 und 1941 aus München und Zürich an Katia Mann geschrieben hat. Wichtig sind diese Briefe aber nicht nur aus familiengeschichtlichen, literarischen oder literaturhistorischen Gründen, sondern auch in zeitgeschichtlicher Hinsicht. Schließlich hat Hedwig Pringsheim sie geschrieben, weil Katia und Thomas Mann 1933 Deutschland verlassen und ins Exil gehen mussten. So erzählt die zurückgebliebene Mutter von ihrem Alltag im NS-Staat, geistreich, ironisch und verklausuliert. Erst 1939, als sie selbst mit ihrem Mann in die Schweiz entkommt, nimmt sie kein Blatt mehr vor den Mund. Eine Rezension von Walter Weber.
  • Autor/-in:Walter Weber
  • Länge:5:58 Minuten
  • Datum:Samstag, 25. Mai 2013
  • Sendereihe:Hot Jazz | Nordwestradio