16. September 2012, 19:05 Uhr
Literaturzeit
Bodo Kirchhoff
Liebe und Sexualität sind die beiden großen Themen des Schriftstellers Bodo Kirchhoff. In seinem Roman "Infanta" ging es um den Sextourismus, "Erinnerungen an meinen Porsche" war eine Satire auf die Finanzkrise und das Machtgehabe der Banker. Jetzt legt der 64jährige Kirchhoff einen Roman vor, der sein Thema schon im Titel trägt: "Die Liebe in groben Zügen".
Kirchhoffs Roman ist ein großartiges, souverän und stilsicher erzähltes Panorama einer Ehe als Lebensprojekt in einer Zeit, die den Moment verherrlicht. Und wenn es einen Höhepunkt in der Ehe gibt, erkennt Vila am Ende, dann besteht er in deren Dauer. Das Buch stand auf der Longlist zum Deutschen Buchpreis. Heide Soltau stellt es vor.
Bodo Kirchhoff: Die Liebe in groben Zügen, [2:55]
Bodo Kirchhoff: Die Liebe in groben Zügen; Frankfurter Verlagsanstalt; 670 Seiten; 28,00 €
Moderation und Redaktion: Harro Zimmermann
Die Bremer Journalistin und Autorin Dorothee Schmitz-Köster beschäftigt sich seit vielen Jahren mit dem Thema "Lebensborn". Vor einiger Zeit erschien im Aufbau Verlag ihr erstes erfolgreiches Buch zu diesem Thema: "Deutsche Mutter, bist du bereit". Danach veröffentlichte sie im Verlag Rowohlt Berlin eine spektakuläre Biografie über "Kind L 364". Seitdem hat Dorothee Schmitz-Köster ihre Forschungen beständig weitergetrieben, und sie ist tatsächlich immer wieder fündig geworden. In ihrem neuen Buch, das den Titel trägt "Lebenslang Lebensborn", untersucht sie, was aus den Wunschkindern der SS in späteren Jahren geworden ist. Dorothee Schmitz-Köster ist Studiogast in der Literaturzeit.
Lebenslang Lebensborn - Gespräch mit Dorothee Schmitz-Köster, [8:36]
Dorothee Schmitz-Köster - Die Homepage
Dorothee Schmitz-Köster: Lebenslang Lebensborn. Die Wunschkinder der SS und was aus ihnen wurde; Piper Verlag: 384 Seiten; 24,99 €
Zu keiner Zeit stand für Axel Eggebrecht außer Frage, wofür die im Revolutionsjahr 1918 zur "Weltbühne" gewandelte Zeitschrift stand – für die Idee des Friedens in Europa und für das Ziel eines demokratischen und sozialen Gemeinwesens in Deutschland.
Auch wenn die Auflagen dieses Periodikums nie über sechzehntausend Exemplare hinausreichten, und es von der Rechten als Sprachrohr obskurer "Salonbolschewisten" und "Asphaltliteraten" verunglimpft wurde, das Blatt war im politischen Meinungsspektrum der Weimarer Republik von erheblicher Durchschlagskraft.
Nicht nur Linksliberale und Sozialisten, auch Konservative und aufmarschierende Nazis verspürten damals deutlich – dieses Periodikum hatte man ernst zu nehmen als ein republikanisches Bollwerk, es ließ sich für den Geist von Revanchismus und reaktionärer Obstruktion nicht in Beschlag nehmen. Harro Zimmermann stellt Alexander Gallus' neues Buch vor.
Alexander Gallus: Heimat Weltbühne, [5:40]
Am 21. September 1962 stellte sich die "Schaubühne" in Berlin mit ihrer ersten Inszenierung vor. Friedrich Luft jubelte damals in der "Welt": "So ein angenehmes neues Theater! So ein lustig-listiges Stück! So eine zutreffende, überraschend schlagfertige Aufführung! Diese Truppe und ihr Theater sollten lange leben!" Und das taten sie.
Am kommenden Wochenende feiert die Schaubühne ihren 50. Geburtstag, und aus diesem Anlass ist soeben eine Dokumentation über das Haus erschienen.
Reinhard Hübsch hat das 600-Seiten-Opus gelesen, das Hausherr Jürgen Schitthelm, der das Theater seit fünfzig Jahren leitet, herausgegeben hat.
50 Jahre Schaubühne, [4:22]
Schaubühne Berlin
Der Schriftsteller Nicol Ljubic wurde 1971 in Zagreb geboren und wuchs als Sohn eines Flugzeugtechnikers in Schweden, Griechenland, Russland und Deutschland auf.
Er studierte Politikwissenschaften und arbeitet heute als freier Journalist und Autor. Seine Reportagen wurden mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Theodor-Wolff-Preis.
2010 erschien sein Roman "Meeresstille", für den er den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis und den ver.di Literaturpreis Berlin-Brandenburg erhielt. Unlängst gab Ljubic die Anthologie "Schluss mit der Deutschenfeindlichkeit" heraus, und ist nun schon wieder mit einem Roman hervorgetreten: "Als wäre es Liebe". Katrin Krämer stellt das Buch vor.
Nicol Ljubic: Als wäre es Liebe, [5:34]
1951 im englischen York geboren, studierte die britische Krimiautorin Kate Atkinson Literatur, arbeitete dann in der Sozialbetreuung und als Teilzeitlehrerin. Anfang der achtziger Jahre begann sie nebenher zu schreiben. Für ihren ersten Roman "Familienalbum" erhielt sie 1995 den renommierten "Whitbread Award". Im Abstand von je zwei Jahren erschienen danach "Liebesdienste", "Lebenslügen" und zuletzt "Das vergessene Kind" (Droemer).
Die Leser der Bücher Kate Atkinsons werden zu Zeugen, wie Menschen Schuld auf sich laden, was sie einander antun, und dass sie sich angesichts unerfüllter Sehnsüchte im Grunde nur nach Liebe und Anerkennung sehnen. Beklemmend stellt die Autorin dar, wie von einer Sekunde auf die andere ein Leben in hoffnungslose Trauer umschlagen oder zerstört werden kann. Am Mittwoch, den 19. September 2012, wird der Radio Bremen-Krimi-Preis im Rahmen des 15. Bremer Krimifestivals "PrimeTimeCrimeTime" im Café Restaurant Weserhaus verliehen. Inge Zenker-Baltes porträtiert die Preisträgerin Kate Atkinson.
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Info: Literaturzeit
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Die Zahl der literarischen Produktionen steigt von Jahr zu Jahr, die Bücher werden optisch immer ansprechender, die Marktstrategien immer raffinierter, die kritische Orientierung aber umso schwieriger. Die 'Literaturzeit', eine Magazinsendung mit Musik, stellt die wichtigsten Neuerscheinungen auf dem deutschsprachigen Buchmarkt vor, Hörbücher und CDs inbegriffen. Sie bewertet, informiert und empfiehlt, bildet Trends und bietet Themen an, berichtet von den großen Buchmessen und von wichtigen literarischen Veranstaltungen in der Region. Gleichrangig mit dem Informationsangebot steht in der 'Literaturzeit' die auditive Vermittlung von Texten. Bücher und Autoren sind zu hören in Lesungen, in Autorengesprächen und in Kritikerrunden. Die 'Literaturzeit' ist die Hörstunde für Bücherwürmer.
Sendezeiten:
Sa., 23:05 - 24 Uhr
Mo., 19:05 - 20 Uhr
So., 19:05 - 20 Uhr
Violine virtuos
Sie ist die Königin unter den Streichinstrumenten: die Geige. Komponisten haben durch die Jahrhunderte immer wieder Stücke für sie geschrieben. Musiker wie Gilles Apap spielen sie mit einer Leichtigkeit und verzaubern ihr Publikum. Wir spannen in unserer Sendung den Bogen vom Barock bis zum Jazzmusiker Keith Jarrett. Mehr...
19. Juni, 20:05 Uhr | Nordwestradio
Lesebuch: Marie Luise Kaschnitz
Marie Luise Kaschnitz gehört zu den renommierten deutschen Autorinnen des 20. Jahrhunderts. In den aktuellen Folgen des "Lesebuch" hören Sie Auszüge aus "Das Haus der Kindheit". Mehr...
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