29. April 2013, 19:05 Uhr
Literaturzeit
Eva Menasse
Es gibt Bücher, die interessieren einen von Anfang an, gleich mit dem Titel. "Quasikristalle" nennt Eva Menasse ihr neues Buch und wer googelt, wird schlauer. Da sieht man ein ähnliches Atommodell wie auf ihrem knallbunten Buchcouver und liest: Dass es nicht nur Kristalle in klarer, symmetrischer Struktur gibt, sondern auch solche in ungeordneter, gebrochener Form. Sogen. Eben Quasikristalle, die der israelische Physiker Daniel Shechtman entdeckt hat. Und diese chemische Struktur verwandelt die Autorin in Literatur und erzählt ungeordnet und ungebrochen ein Frauenleben.
Was wissen wir wirklich über uns selbst? Und was vom anderen? Das hinterfragt die Eva Menasse in "Quasikristalle" und zerlegt in dreizehn Kapiteln die Biografie ihrer Heldin Xane. Zeigt sie als Mutter und Tochter, als Freundin, Mieterin und treulose Ehefrau. So verschieden die Perspektiven, so unbestechlich bleibt ihr Blick für Frauen, ihre menschlichen Schwächen und das, was man an ihnen lieben muss. Ironisch, bissig, mit viel Wiener Schmäh. Elke Schlinsog hat mit Eva Menasse über ihr Buch gesprochen.
Quasikristalle - Gespräch mit Eva Menasse, [6:27]
Moderation und Redaktion: Elke Schlinsog
Eva Menasse: Quasikristalle; Kiepenheuer & Witsch; 432 Seiten; 19,99 €
Hörbuch: Argon-Verlag; Sprecher: Peter Matic, Lena Stolze, Michael Rotschopf; 8 CDs; 29,95 €
Amos Oz kennt das Leben im Kibbuz sehr gut. 1954, mit nur fünfzehn Jahren, verließ er seine Geburtsstadt Jerusalem und ging in den Kibbuz Hulda. Nach Armeedienst und Studium kehrte er dorthin zurück und lebte dort mit seiner Familie noch über zwanzig Jahre, bis 1986.
In seinem neuen Buch erinnert sich der heute vierundsiebzigjährige Schriftsteller an die Blütezeit der Kibbuzim. "Unter Freunden" heißt der Erzählungsband, der jetzt in der Übersetzung von Mirjam Pressler im Suhrkamp Verlag erschienen ist. Sein bestes Buch seit dem großen Roman "Eine Geschichte von Liebe und Finsternis", meint Natascha Freundel.
Amos Oz: Unter Freunden, [5:41]
Amos Oz: Unter Freunden, Suhrkamp Berlin; 215 Seiten; 18,95 €
Christa Wolf:
Ein Tag im Jahr im neuen Jahrhundert. 2001-2011
Mehr als ein halbes Jahrhundert, von 1960 bis in ihr Todesjahr 2011, hat Christa Wolf an jedem 27. September den Tag protokolliert. Aus der Perspektive ihres Alltags und ihres Erlebens entstand so eine wohl einzigartige Geschichtsschreibung.
Begonnen hatte es mit einem Aufruf der Moskauer Zeitung "Iswestija" an die Schriftsteller der Welt, den 27. September 1960 zu schildern. Dass Christa Wolf dann Jahr für Jahr damit weitermachte, war ihr eigener Entschluss. Der neue, bei Suhrkamp erschienene, Band enthält nun die Aufzeichnungen aus den Jahren 2001 bis 2011. Vielleicht kam man der Schriftstellerin nie so nahe wie in diesen Notizen. Helmut Böttiger stellt das Buch vor.
Christa Wolf: Ein Tag im Jahr im neuen Jahrhundert. 2001-2011;Suhrkamp Verlag; 161 Seiten; 17,95 €
Es ist ein Glücksfall für Bremen, dass das Sammlerpaar Hollweg schon früh begonnen hat, Werke von Wols zu kaufen. So trugen sie eine der größten Privatsammlungen des Künstlers, mit gebürtigem Namen Wolfgang Schulze, zusammen. Einige Male waren diese Blätter schon in Bremen zu sehen, jetzt nun in der großen Retrospektive anlässlich seines 100. Geburtstags in der Bremer Kunsthalle.
Zum Jubiläum sind zwei interessante Bücher erschienen: der imposante Bremer Ausstellungskatalog, der eine längst überfällige Übersicht über das Werk von Wols bietet – und zugleich Kunst und Leben von Wols detailliert dokumentiert. Zum anderen das Erinnerungsbuch "Stunden mit Wols – 1947" von Ione Robinson. Thorsten Jantschek nimmt beide Bücher in den Blick.
Wols - Bücher zum 100. Geburtstag, [5:57]
Wols: Eine Retrospektive; Hirmer Verlag; 300 Seiten; 165 Farbtafeln; 45,00 € – In der Ausstellung der Bremer Kunsthalle: 29,00 €
Ione Robinson: Stunden mit Wols – 1947. Aus dem Französischen und mit einem Nachwort versehen von Dino Heicker; Pietmeyer Verlag; 100 Seiten; 55 Abbildungen; 12,80 €
Der ungarische Schriftsteller Peter Esterházy bekommt am 5. Mai 2013 den Bremerhavener Jeanette-Schocken-Preis 2013. Das literarische Gewissen seines Landes, ein genauer Chronist und einer, der immer wieder das Erzählen neu erfunden hat: "Man sucht den Ausgangspunkt, wo man frei schreiben kann. Denn so frei sind wir nicht. Diesem Moment sucht man ein Leben lang."
Mehr Infos zum Jeanette Schocken Preis
Moritz Rinke
Moritz Rinkes Theaterstück "Wir lieben und wissen nichts" ist als Buch erschienen. Hier treffen sich zwei Paare zum Wohnungstausch. Und lösen damit nicht nur eine Beziehungskrise aus. Ihre Krise eskaliert zu einem abgrundtief komischen Kampf der Kulturen.
Moritz Rinke: Wir lieben und wissen nichts; Rohwolt Verlag; 128 Seiten; 9,99 €
Für ihr Buch waren Tom Holert und Mark Terkessidis entlang der Grenzen Europas unterwegs. An Orten, wo sich die Routen von Flüchtlingen, Arbeitsmigranten und Touristen kreuzen. Eine Gesellschaft, die unterwegs ist: "Fliehkräfte" eben. Mark Terkessidis liest aus dem gleichnamigen Buch am Montag, den 29. April 2013, in der Bremer Schwankhalle.
Kalender
Info: Literaturzeit
![Buchcover [Quelle: DTV-Verlag] Buchcover [Quelle: DTV-Verlag]](/nordwestradio/sendungen/lesebuch/butt100_v-mediateaser.jpg)
Die Zahl der literarischen Produktionen steigt von Jahr zu Jahr, die Bücher werden optisch immer ansprechender, die Marktstrategien immer raffinierter, die kritische Orientierung aber umso schwieriger. Die 'Literaturzeit', eine Magazinsendung mit Musik, stellt die wichtigsten Neuerscheinungen auf dem deutschsprachigen Buchmarkt vor, Hörbücher und CDs inbegriffen. Sie bewertet, informiert und empfiehlt, bildet Trends und bietet Themen an, berichtet von den großen Buchmessen und von wichtigen literarischen Veranstaltungen in der Region. Gleichrangig mit dem Informationsangebot steht in der 'Literaturzeit' die auditive Vermittlung von Texten. Bücher und Autoren sind zu hören in Lesungen, in Autorengesprächen und in Kritikerrunden. Die 'Literaturzeit' ist die Hörstunde für Bücherwürmer.
Sendezeiten:
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Robert Cray Band
Robert Cray hatte schon das hohe Alter von Dreißig erreicht als er Anfang der achtziger Jahre mit seiner Blues-Band bekannter wurde. Seitdem hat er fast jedes Jahr eine neue CD herausgebracht. Für einige davon hat er bereits fünf Grammys gewonnen und wurde 2010 in die "Blues Hall of Fame" aufgenommen. Mehr...
4. Juni, 22:05 Uhr | Nordwestradio
Lesebuch: Anna Seghers
In den aktuellen Folgen des Lesebuchs hören Sie den Roman "Aufstand der Fischer von Sankt Barbara" von Anna Seghers. Mehr...
Erfahren, woher wir kommen
Das Nordwestradio setzt seine erfolgreiche Veranstaltungs- und Sendereihe "Erfahren, woher wir kommen" fort. Jürgen Stenzel liest "Gargantua und Pantagruel" von François Rabelais. Hanjo Kesting kommentiert das Werk. Mehr...
29. Mai 2013, 19:00 Uhr | Stadtbibliothek Bremen, Wall-Saal
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