13. Mai 2013, 19:05 Uhr
Literaturzeit
In Gestalt von Jeanne Moreau wurde Helen Hessel (1886-1982) im Film als das Modell einer "neuen Frau" gefeiert. Jetzt ist die Biografie der legendären Modejournalistin und Autorin auf Deutsch erschienen. Mithu Sanyal hat sie gelesen.
Marie-Françoise Peteuil: Helen Hessel
Helen Hessel, in Berlin geboren und mit 96 Jahren in Paris gestorben, war eine faszinierende Zeitzeugin, eine entschlossene Widerstandskämpferin, und die erste deutsche Übersetzerin von Vladimir Nabokovs "Lolita". Intensiven Kontakt hatte sie zu Literatur- und Künstler-Größen wie Rainer Maria Rilke, Walter Benjamin und Marcel Duchamp.
Ihr kürzlich verstorbener Sohn Stéphane Hessel knüpfte mit seiner Schrift "Empört Euch" an den rebellischen Geist seiner Familie an. Die Geschichte ihrer berühmten Dreiecksliebe erzählt Marie- Françoise Peteuil jetzt auf der Basis der Tagebücher von Helen Hessel.
Marie-Françoise Peteuil: Helen Hessel – Die Frau, die Jules und Jim liebte. Aus dem Französischen von Patricia Klobusiczky; Schöffling Verlag; 456 Seiten; zahlreiche Abbildungen; 24,95 €
Moderation und Redaktion: Lore Kleinert
Heute stellt uns Sigrid Löffler ein schon allein vom Unfang her gewaltiges Buch vor, 1000 Seiten stark, ein Panorama über Völkermord und Stalinismus, eine Dokumentation des Krieges und auch ein Künstlerroman: den Roman "Europe Central". Im Jahr 2005 wurde der amerikanische Autor William T. Vollmann dafür mit dem National Book Award ausgezeichnet. Danach dauerte es noch acht Jahre, bis er auf Deutsch erscheinen konnte.
"Europe Central" ist ein groß angelegtes postmodernes Epos, das in 37 Geschichten die mitteleuropäische Welt beschreibt, die in der Katastrophe des Zweiten Weltkrieges unterging und in dem Künstlerfiguren wie Käthe Kollwitz und Dmitri Schostakowitsch eine tragende Rolle spielen. Ein Gespräch mit der Literaturkritikerin Sigrid Löffler.
William T. Vollmann: Europe Central - Gespräch Löffler, [6:21]
William T. Vollmann: Europe Central; Suhrkamp Verlag; 1028 Seiten; 39,95 €
Elias Khoury ist einer der tonangebenden Schriftsteller und Intellektuellen der arabischen Welt. Welche Geschichten, fragen seine Bücher, sind ans Licht zu holen, wenn es um die Entstehung des palästinensisch-israelischen Konflikts geht? Mit welchem Gebirge aus Leid, Schmerz und Gewalt muss es eine "Friedensordnung" für den Nahen Osten aufnehmen?
Khourys neuer Roman führt zurück in die 1940er Jahre, die Zeit vor der palästinensischen Niederlage und der Gründung des Staates Israel. Er erzählt von der Liebe zwischen dem Palästinenser Mansur und der "traumbegabten" Libanesin Milia. Nach der Heirat ziehen die beiden nach Nazareth. Als Mansurs Bruder Amin, der gegen die jüdische Einwanderung gekämpft hat, getötet wird, muss Mansur seine Rolle übernehmen. Milia hat Angst, Angst um ihn, Angst um ihr Kind. Sie ist schwanger. Bei der Geburt am 24. Dezember 1947 stirbt sie, indem sie aus ihrem letzten Traum nicht mehr erwacht – ein Traum, der sie noch sehen lässt, wie Mansur mit dem Säugling aus dem brennenden Jaffa auf ein griechisches Schiff flieht. Eine Rezension von Inge Zenker-Baltes.
Elias Khoury: Als schliefe sie, [4:56]
Elias Khoury: Als schliefe sie; Suhrkamp Verlag; 383 Seiten; 24,95 €
Zu Bremen hatte Gottfried Benn ein ganz besonderes Verhältnis. Über Jahrzehnte verband ihn von 1932 bis 1956 eine enge Freundschaft mit dem Bremer Kaufmann Friedrich Wilhelm Oelze, der zu seinem wichtigsten Briefpartner wurde, und dem er auch seine Manuskripte zur Aufbewahrung und kritischen Begutachtung übergab.
Im August 1939 schrieb Benn an ihn: "Ihre Stadt ist mir besonders sympathisch". Kennengelernt hat er sie vor allem durch die Korrespondenz mit Oelze.
Joachim Dyck, Ehrenvorsitzender der Gottfried-Benn-Gesellschaft, hat jetzt die Beziehungen des Dichters in seinem Buch "Benn und Bremen" dokumentiert. Lore Kleinert hat mit ihm darüber gesprochen.
Benn und Bremen - Gespräch mit Joachim Dyck, [10:13]
Joachim Dyck: Benn und Bremen; Schünemann Verlag; 140 Seiten; 16,90 €
Joachim Dyck präsentiert sein Buch "Benn und Bremen" am Dienstag, den 14. Mai 2013, um 19.30 Uhr in der Bremer Buchhandlung Leuwer.
"Wunder" – so heißt der erste Jugendroman der Illustratorin Raquel Jaramillo, die sich als Autorin das Pseudonym R.J. Palacio zugelegt hat. Das Buch fand in den USA ein riesiges Echo und ist ein Bestseller der New York Times geworden. Dies hatte zur Folge, dass Leser eine amerikaweite Initiative und eine Webseite für mehr Zivilcourage und Toleranz gegründet haben.
Denn genau darum geht es in diesem Buch: Um einen Jungen, dessen Leben so viel einfacher wäre, wenn die Menschen um ihn herum sich nur ein klein wenig mehr Gedanken über ihr Verhalten machen würden. Die deutsche Ausgabe erhält von Radio Bremen und Der Zeit den Luchs Kinder- und Jugendbuchpreis Luchs des Monats Mai 2013. Esther Willbrandt hat das Buch gelesen.
Luchs 5/2013 - R.J. Palacio: Wunder, [3:44]
R. J. Palacio: Wunder; Hanser Verlag; 384 Seiten; 16,90 €
Von kindlichen Ängsten, die Erwachsene im späteren Leben einholen, erzählt der Worpsweder Comic-Autor Peer Meter zusammen mit der Leipziger Zeichnerin Gerda Raidt.
In ihrem neuen Buch besucht ein sechzigjähriger Mann nach vielen Jahren sein Heimatviertel in Bremen, mit der Folge, dass schmerzliche Erinnerungen hochkommen – "Böse Geister" eben. Und dies ist der Titel der Geschichte, die in Bildern erzählt wird. Lina Kokaly stellt die Graphic Novel vor.
Peer Meter, Gerda Raidt: Böse Geister; Reprodukt; 104 Seiten; 20,00 €
Am Dienstag, den 14. Mai 2013, wird um 19.00 Uhr "Böse Geister" von beiden Autoren in einer Bremer Buchpremiere in der Stadtbibliothek West / Lindenhofstrasse 53 vorgestellt – in der Straße, wo auch der Comic spielt.
Am Dienstag, den 14. Mai 2013, kann man Axel Hacke und seine Geschichten um "Oberst von Huhn" kennenlernen. In einer Veranstaltung im Bremer "Modernes" um 20.00 Uhr.
Axel Hacke
Und noch ein Literatur-Event am 14. Mai! Um 20.00 Uhr liest im Wilhelm 13 in Oldenburg David Wagner aus seinem Roman "Leben".
Am Donnerstag, den 16. Mai 2013, laden die Bremer Stadtteilbibliotheken Lesum und Huchting unter dem Titel "Etwas Besseres als den Tod" zu 30 kriminellen Liebenserklärungen an Bremen und Bremerhaven ein. Die Veranstaltungen beginnen jeweils um 19.00 Uhr.
Am Freitag, den 17. Mai 2013, liest Martina Weisband aus ihrem Buch "Wir nennen es Politik". In der Bremer Schwankhalle um 20.00 Uhr.
Kalender
Info: Literaturzeit
![Buchcover [Quelle: DTV-Verlag] Buchcover [Quelle: DTV-Verlag]](/nordwestradio/sendungen/lesebuch/butt100_v-mediateaser.jpg)
Die Zahl der literarischen Produktionen steigt von Jahr zu Jahr, die Bücher werden optisch immer ansprechender, die Marktstrategien immer raffinierter, die kritische Orientierung aber umso schwieriger. Die 'Literaturzeit', eine Magazinsendung mit Musik, stellt die wichtigsten Neuerscheinungen auf dem deutschsprachigen Buchmarkt vor, Hörbücher und CDs inbegriffen. Sie bewertet, informiert und empfiehlt, bildet Trends und bietet Themen an, berichtet von den großen Buchmessen und von wichtigen literarischen Veranstaltungen in der Region. Gleichrangig mit dem Informationsangebot steht in der 'Literaturzeit' die auditive Vermittlung von Texten. Bücher und Autoren sind zu hören in Lesungen, in Autorengesprächen und in Kritikerrunden. Die 'Literaturzeit' ist die Hörstunde für Bücherwürmer.
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Robert Cray Band
Robert Cray hatte schon das hohe Alter von Dreißig erreicht als er Anfang der achtziger Jahre mit seiner Blues-Band bekannter wurde. Seitdem hat er fast jedes Jahr eine neue CD herausgebracht. Für einige davon hat er bereits fünf Grammys gewonnen und wurde 2010 in die "Blues Hall of Fame" aufgenommen. Mehr...
4. Juni, 22:05 Uhr | Nordwestradio
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Erfahren, woher wir kommen
Das Nordwestradio setzt seine erfolgreiche Veranstaltungs- und Sendereihe "Erfahren, woher wir kommen" fort. Jürgen Stenzel liest "Gargantua und Pantagruel" von François Rabelais. Hanjo Kesting kommentiert das Werk. Mehr...
29. Mai 2013, 19:00 Uhr | Stadtbibliothek Bremen, Wall-Saal
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