22. Dezember 2012, 23:05 Uhr
Literaturzeit
Das neue Buch des amerikanischen Schriftstellers Don deLillo, der Erzählband "Der Engel Esmeralda", erzählt neun Geschichten, in denen es um Menschen in rätselhaften oder beängstigenden Situationen geht. Sigrid Löffler stellt den neuen DeLillo vor.
Sigrid Löffler
Der amerikanische Schriftsteller Don DeLillo, 1936 geboren in der New Yorker Bronx, ist bisher mit fünfzehn Romanen und drei Theaterstücken hervorgetreten, und blickt auf über vierzig Jahre künstlerischen Schaffens und viele literarische Ehrungen zurück. Seit seinem Roman "Weißes Rauschen" von 1984 zählt man ihn zu den bedeutenden Vertretern der Postmoderne.
Sein Roman "Falling Man" (2007) hat das Inferno und die Lebenssituation in New York nach den Anschlägen auf das World Trade Center eindrucksvoll beschrieben. Im Jahre 2010 erschien "Der Omega-Punkt", wiederum ein Psychogramm des derzeitigen Amerika.
Löfflers Lektüren - Don DeLillo: Der Engel Esmeralda, [6:02]
Don DeLillo: Der Engel Esmeralda. Neun Erzählungen; Kiepenheuer & Witsch 2012
Redaktion und Moderation: Harro Zimmermann
Sie waren nicht die reisenden Märchenonkel, die sich von Bauern Histörchen erzählen ließen und sie beflissen aufschrieben. Als am 20.12.1812 die erste, noch schmucklose Ausgabe von Grimms "Kinder- und Hausmädchen" erschien, wusste niemand, dass dies der größte Erfolg deutschsprachiger Literatur werden sollte.
Die Brüder Jacob und Wilhelm Grimm
Die Brüder Grimm waren in ihrer Zeit auch von politischer Bedeutung, sie beteiligten sich am Kampf um demokratische Rechte, und auch die Rezeption der Märchen selbst ist eine durchaus politische Geschichte. Werner Bloch war im "Gebrüder-Grimm-Museum" in Kassel und berichtet über die weniger bekannte Seite der großen Erzähler.
200 Jahre Grimms Märchen, [5:08]
Die Schriftstellerin Helga Schütz , 1937 geboren und soeben 75 Jahre alt geworden, gehörte in der DDR zur jungen Autorinnengeneration, die eigensinnig auf ihrer poetischen Stimme bestand, und der es damit immer wieder gelang, die ideologischen Vorgaben der Staatspartei zu unterminieren.
Dieser Eigensinn hat Helga Schütz bis heute einen Platz unter den Autorinnen gesichert, die authentisch vom Leben in der DDR erzählen, subjektiv, nachdenklich und in unverkennbarem Ton. "Sepia", ihr gerade erschienener neuer Roman, versetzt den Leser in die politisch aufgeregten frühen sechziger Jahre, an einen Ort ganz dicht an der Grenze. Dorothee Schmitz-Köster stellt den Roman vor.
Helga Schütz: Sepia; Aufbau Verlag; 391 Seiten; 22,99 €
Sie bezeichnet sich selbst als "nichtmuttersprachliche Deutschautorin", sie stammt ursprünglich aus Bulgarien, siedelte 1970 nach Deutschland um, und sprach damals kein Wort Deutsch. Dennoch hat die Schriftstellerin Rumjana Zacharieva innerhalb kürzester Zeit neben Bulgarisch, Russisch und Englisch perfekt Deutsch gelernt, sie hat in Bonn Slawistik und Anglistik studiert, und publiziert seit 1975 in deutscher Sprache. Sie arbeitet für den Rundfunk und schrieb Romane wie "Sieben Kilo Zeit" und "Bärenfell", Kinderbücher, Kurzgeschichten, Gedichte, Features und Hörspiele.
In ihrem jüngsten Roman "Transitvisum durchs Leben", der – wie das meiste von ihr – im Horlemann Verlag herausgekommen ist, greift sie auf ihre eigene Biografie zurück. Rumjana Zacharieva ist eine Brückenbauerin zwischen den west-östlichen Hemisphären des neuen Europa. In der "Literaturzeit" liest sie aus ihrem eindrucksvollen und humorvollen neuen Roman.
Rumjana Zacharieva im Horlemann Verlag
Es sind nicht die großen, sondern die kleinen unbekannten Geschichten über seltsame Denker, kritische Philosophen und verschrobene Büchersammler, die Martin Mulsow in seinem neuen Buch "Prekäres Wissen. Eine andere Ideengeschichte der Frühen Neuzeit" erzählt.
Damit wagt sich der Erfurter Historiker auf ein unbestelltes Terrain. Er schafft es, sowohl methodisch wie auch inhaltlich neue Horizonte für die Geschichtsschreibung zu öffnen. Verbotenes Wissen, verbannte Autoren – all das holt Mulsow aus den Grauzonen des 17. und 18. Jahrhunderts zurück. Stephan Cartier hat das Buch gelesen.
Martin Mulsow: Prekäres Wissen. Eine andere Ideengeschichte der Neuzeit; Suhrkamp Verlag; 556 Seiten; 39,95 €
Der Historiker, Journalist und Buchautor Eberhard Straub war viele Jahre Feuilletonredakteur bei der FAZ, seit etlichen Jahren lebt er als freier Publizist in Berlin und hat viele Leser unter anderem mit seiner Geschichte der Familie Furtwängler begeistert.
In seinem neuen Buch beschäftigt er sich in einer Doppelbiographie mit zwei Musikgenies des 19. Jahrhunderts, die sich persönlich nie begegnet sind, die sich jedoch genauestens gekannt haben: Richard Wagner und Giuseppe Verdi. Im Jahr 2013 wird der 200. Geburtstag der beiden Jahrhundert-Komponisten gefeiert: am 22. Mai 2013 der von Richard Wagner und am 10. Oktober 2013 der von Giuseppe Verdi.
Annemarie Stoltenberg stellt das Buch vor.
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Info: Literaturzeit
![Buchcover [Quelle: DTV-Verlag] Buchcover [Quelle: DTV-Verlag]](/nordwestradio/sendungen/lesebuch/butt100_v-mediateaser.jpg)
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