11. Februar 2012, 23:05 Uhr
Literaturzeit
Freimut Duve
Vor gut zwanzig Jahren ereignete sich der Zusammenbruch des Staatsozialismus in Osteurpa. Wir unternehmen einen Rückblick mit Freimut Duve. Publizist, Autor, Politiker, und damals als Kultursprecher des Bundestages auch verantwortlich für Medienfragen. Als die kommunistischen Staaten das Zeitliche segneten, setzte er sich für ein Amt ein, das die Freiheiten des Journalismus weltweit und vor allem in den postkommunistischen Staaten sichern sollte.
Das Amt wurde geschaffen und erhielt den Namen. Es sollte der OSZE angegliedert werden. Und dann, irgendwann im Sommer 1998, klingelte bei Duves das Telefon. Außenminister Klaus Kinkel war am Apparat und fiel gleich mit der Tür ins Haus. "Duve, sie müssen das machen und die Leitung übernehmen." Von 1998 bis 2003 war Freimut Duve der erste OSZE-Beauftragte für die Freiheit der Medien. Über die heutige Lage der Pressefreiheit hat sich Silke Behl mit ihm unterhalten.
Anwalt der Pressefreiheit - Gespräch mit Freimut Duve, [6:40]
OSZE: Representative on Freedom of the Media
Moderation und Redaktion: Silke Behl
Arabiens Schriftsteller halten sich in der Krise merkwürdig zurück. Jeden Tag hören wir in den Nachrichten von der arabischen Rebellion und dem, was daraus geworden ist. Doch wer hat eigentlich die Deutungshoheit über diese Ereignisse? Wer kann uns vermitteln, was dort wirklich vorgeht? Die Schriftsteller offenbar nicht. Sie hatten sich vor allem bei Ausbruch der Rebellion zu Wort gemeldet, zum Beispiel der ägyptische Autor al-Chamissi, der mit seinem Buch "Im Taxi" den Ton des Aufbruchs zu treffen schien.
Doch jetzt hört man wenig von den Autoren. Ein Gegenbeispiel ist der Dichter Ali al-Jallawi aus Bahrain. Im letzten Herbst hat er in Weimar Asyl beantragt und lebt seitdem in Deutschland. Seine Heimat Bahrain ist bei uns ein nahezu unbekanntes Land – dabei findet man dort den Schlüssel zu vielen Problemen, die auch in anderen arabischen Ländern eine Rolle spielen. Werner Bloch hat Ali al-Jallawi getroffen und sich mit ihm über die aktuelle Situation in Nahost unterhalten.
Gespräch mit dem Schriftsteller Ali al-Jallawi, [4:51]
Wie "geht" Jugend in Japan? In einer Gesellschaft, die Misserfolg gar nicht erst vorsieht? Davon erzählt Milena Michiko Flašar in ihrem neuen Roman und sorgt dafür, dass die Generationen ins Gespräch kommen. Buchstäblich! Der literarische Ort: eine Parkbank. Das Personal. Ein älterer Mann und ein jüngerer. Beide gelten japanischen Maßstäben zufolge als gescheitert – beiden gelingt auf eben dieser Parkbank das Unmögliche.
Sie entkommen der Selbstverleugnung. Nur wenige sorgfältig gewählte Worte benötigt Milena Michiko Flašar, um ihre Figuren zum Leben zu erwecken, nur wenige Szenen, um ganze Schicksale zu umreißen. Was wir erfahren in diesem Roman, das erzählt Astrid Mayerle in ihrem Buchtipp.
Der nächste Gast in der Reihe LiteraTour Nord ist Jan Böttcher. Nach Oldenburg und Bremen macht er in Lüneburg und Hannover Station. Im Gepäck hat er seinen neuen Roman "Das Lied vom Tun und Lassen".
In diesem Buch lässt Böttcher drei Generationen aufeinander treffen. Jede erzählt ihre Version vom Leben. Und dreistimmig wird daraus ein Lied von der Freundschaft und den Prüfungen des Lebens, die Schüler wie Lehrer gleichermaßen zu bestehen haben. Hans Heinrich Obuch hat es gelesen.
Jan Böttcher: Das Lied vom Tun und Lassen, [3:50]
Homepage: Literatour Nord
Jan Böttcher: Das Lied vom Tun und Lassen, Rowohlt Verlag; 320 Seiten; 19,95 €
Literaturzeit
Info: Literaturzeit
![Buchcover [Quelle: DTV-Verlag] Buchcover [Quelle: DTV-Verlag]](/nordwestradio/sendungen/lesebuch/butt100_v-mediateaser.jpg)
Die Zahl der literarischen Produktionen steigt von Jahr zu Jahr, die Bücher werden optisch immer ansprechender, die Marktstrategien immer raffinierter, die kritische Orientierung aber umso schwieriger. Die 'Literaturzeit', eine Magazinsendung mit Musik, stellt die wichtigsten Neuerscheinungen auf dem deutschsprachigen Buchmarkt vor, Hörbücher und CDs inbegriffen. Sie bewertet, informiert und empfiehlt, bildet Trends und bietet Themen an, berichtet von den großen Buchmessen und von wichtigen literarischen Veranstaltungen in der Region. Gleichrangig mit dem Informationsangebot steht in der 'Literaturzeit' die auditive Vermittlung von Texten. Bücher und Autoren sind zu hören in Lesungen, in Autorengesprächen und in Kritikerrunden. Die 'Literaturzeit' ist die Hörstunde für Bücherwürmer.
Sendezeiten:
Sa., 23:05 - 24 Uhr
Mo., 19:05 - 20 Uhr
So., 19:05 - 20 Uhr
Pro musica antiqua 1985: Festliches Barock-Konzert
Für die "Pro musica antiqua" 1985 hatte Radio Bremen den Flötisten Hans-Martin Linde und sein in Basel ansässiges Linde-Consort zu einem Konzert mit festlicher Barockmusik in die Ansgariikirche in Bremen eingeladen. Mehr...
26. Mai, 17:05 Uhr | Nordwestradio
Fontane: Unterm Birnbaum
Der Roman "Unterm Birnbaum" erschien 1885. Das scheinbar abseitigste Werk des alten Fontane wurde kaum beachtet. In zwanzig Kapiteln erzählt Fontane eine Mordgeschichte aus dem Oderbruch, die an ein dörfliches Macbeth-Drama erinnert. Mehr...
Poetry on the Road 2012
Vom 30. Mai bis 4. Juni 2012 ist Bremen mit dem Internationalen Literaturfestival "Poetry on the Road“ kultureller Treffpunkt für 24 Dichter aus 15 Nationen. Etablierte Autoren der Weltliteratur Seite an Seite mit hoch interessanten Neuentdeckungen bringen auf Einladung von Radio Bremen und der Hochschule Bremen die Weltsprache Poesie an die Weser. Mehr...
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