4. Februar 2012, 19:05 Uhr
Mare Radio
Eislandschaft in der Antarktis
Mare Radio ist diesmal weltumspannend unterwegs. Zwischen eisbedeckter Antarktis und Nordpolargebiet. Neben den geographischen sind aber auch andere Polarisierungen zu entdecken. Von Kommerz bis Klimaschutz, von Ordnung bis Chaos. Eisige Winde fast überall – und natürlich auch Herz Erwärmendes.
Moderation: Silke Behl
Redaktion: Kerstin Burlage, Mechthild Müser
ARD: Expeditionen ins ewige Eis
3SAT: Polarwelten
Dem Gewinner des Mare-Rätsels winken attraktive Preise: ein Jahresabonnement des mare-Heftes und Bücher aus dem mare-Verlag.
Für das heutige Mare-Rätsel sind wir in die Bremer Kunsthalle gegangen. Die hat nämlich das Antipodische geradezu ins Zentrum des Neubaus gestellt. Christoph Grunenberg, der neue Kunsthallen-Direktor, erklärt den Zusammenhang am Beispiel eines der herausragenden Kunstwerke des Hauses von James Turrell.
Wenn man sich in der Bremer Kunsthalle in gerader Richtung zum Antipoden auf der anderen Seite des Erdballs durchbohren könnte, wo käme man dann heraus?
Lissabon
Das Meer verbindet die Menschen und trennt sie zugleich. Ein Ort, an dem sich Denken und Handeln in zahlreiche Widersprüche verwickeln. Ein Beispiel dafür ist die rapide Zunahme von Zuchtfischen in den Aquakulturen, die zu teilweise irreparablen Schäden im Ökosystem der Ozeane geführt hat. Ein anderer Streitpunkt ist etwa die Windkraftgewinnung auf dem Meer, die im Für und Wider von Anhängern und Gegnern nur schleppend vorankommt, obwohl sie eine der wichtigsten Energiequellen der Zukunft sein dürfte.
Von ähnlichem Zuschnitt ist das Verhältnis von wissenschaftlicher Meeresforschung und den Kommerzinteressen von Unternehmen, die an der Ausbeutung der Meeresschätze beteiligt sind. Nur allzu oft stehen beide in zu enger Verbindung, vor allem, wenn Forschungsprojekte von Unternehmen finanziert werden. Das aktuellste Beispiel schließlich ist die Havarie des Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia", das am 13. Januar 2012 vor der Mittelmeer-Insel Giglio mit einem Felsen kollidierte. Das Unglück hat eine heftige Debatte über die überdimensionierte Bauweise und die Sicherheit moderner Passagierschiffe ausgelöst. Über all diese Fragen hat sich Silke Behl mit dem Mare-Herausgeber Nikolaus Gelpke unterhalten.
Zu den großen Abenteuern des 20. Jahrhunderts gehört der Wettlauf zum Südpol, den sich die beiden Polarforscher Roald Amundsen und Robert F. Scott vor gut 100 Jahren lieferten. Ein Wettlauf wie zwischen David und Goliath. Denn Scott galt als Vertreter des British Empire, des größten Weltreiches der Geschichte, während Amundsen Exponent des kleinen Norwegens war, das erst im Jahr 1905 unabhängig wurde.
Das Ganze endete bekanntlich mit dem Sieg Roald Amundsens, der am 14. Dezember 1911 als erster Mensch den Südpol erreichte und damit in die Weltgeschichte einging.
Für Robert F. Scott hingegen endete die Expedition tragisch. Er kam erst am 18. Januar 1912 als Zweiter am Südpol an. Den strapaziösen Rückweg haben Scott und seine Crew nicht überlebt.
Der Historiker Christian Jostmann hat den dramatischen Zweikampf zwischen Roald Amundsen und Robert F. Scott in seinem Buch "Das Eis und der Tod" rekonstruiert. Silke Behl hat sich mit ihm über das Jahrhundert-Duell am Südpol unterhalten.
Wettlauf zum Südpol - Gespräch mit Christian Jostmann , [7:55]
Christian Jostmann: Das Eis und der Tod. Scott, Amundsen und das Drama am Südpol; 2. Aufl.; C.H. Beck Verlag; 320 Seiten; 19,95 €
Eigentlich sind die Polarzonen ausgesprochen lebensfeindliche Gebiete, in denen der Mensch nichts zu suchen hat. Wer die Grenzen der bewohnbaren Welt kennt, der weiß das. Das gilt auch für die Cecilia Hed Malmström, die 1993 als erste Schwedin zum Südpol wanderte. Nach Norden hin hat sie es immerhin auch bis zum 80. Breitengrad geschafft. Heute begleitet sie Touristen auf die Inselgruppe Spitzbergen im Arktischen Ozean und in die eisigen Gefilde der Antarktis. Eine Spezialistin also in Sachen Gegenpole. Agnes Bühring hat Cecilia Hed Malmström in ihrem schwedischen Domizil besucht.
Dreizehn Jahre war Nelson Mandela, berühmtester Anti-Arpartheid-Kämpfer und späterer Präsident Südafrikas, auf der Gefängnisinsel Robben Island verbannt. In Sichtweite des Tafelberges und der quirligen Großstadt Kapstadt verbrachte er dort eine lange Zeit der Einsamkeit und Isolation. Wie sehr sich inzwischen die Zeiten geändert haben, kann man auf Robben Island erfahren. Dort, wo bis Anfang der neunziger Jahre Regimegegner inhaftiert waren, legen jetzt Ausflugsschiffe an und spucken Heerscharen von Touristen an Land. Jan-Philippe Schlüter hat sich auf der Schreckensinsel von einst und dem Urlauberparadies von heute für Mare Radio umgesehen.
Dirk Steffens auf Tauchgang
Im Jahr 1800 entdeckte der englische Kapitän Henry Waterhouse mit seinem Schiff "Reliance" die sogenannten Antipoden-Inseln in der Südsee. Er glaubte in ihnen das exakte Gegenstück zu seinem Heimatland England entdeckt zu haben. Für ihn stand fest: Bohrte man ein gerades Loch durch den gesamten Planeten müsse man mitten in Großbritannien wieder herausgenommen. Aber damit lag er ziemlich falsch. Denn als wahres Ziel der Mammut-Bohrung wäre ein Punkt vor der französischen Normandie-Küste herausgekommen. Mare-Kolumnist mit einigen Anmerkungen zum peinlichen Rechenfehlers eines Kapitäns im Dienste seiner Majestät, des Königs von England.
Es muss ausgesehen haben wie zu Blackbeards Zeiten: die Karibik greifbar nahe, eine Pier in Miami, das Einschiffen hat gerade begonnen. Ziemlich viel Gedränge. Jeder trägt hier schwarz und einen Rucksack über der Schulter. Wo die Haut freiliegt, blitzen Tatoos. Das Schiff von heute heißt allerdings nicht "Queen Anne’s Revenge", wie das des legendären englischen Piraten Edward Teach alias Blackbeard, sondern "Majesty of the Seas". Das klingt zwar etwas ähnlich, aber der Soundtrack, der hier erschallt, ist absolut neu. Vierzig Heavy-Metal-Bands sind nämlich mit an Bord. Sie machen aus der "Majesty" eine schwimmende Dezibel-Festung. Janine Horsch war dabei, als das erste Heavy-Metal-Festival zur See ablegte.
Feuer und Wasser – auch da macht uns das Meer einen Strich durch die schlichte Rechnung, wenn wir glauben, die beiden Elemente seien unvereinbar. Weit gefehlt! Im Oktober 2011 wurde die Kanareninsel "El Hierro" evakuiert. Vor der Südküste, in 300 Metern Tiefe, trat glühend heißes Magma aus. Große Gasmengen zischten aus dem unterseeischen Vulkan und schleuderten Magmabrocken an die Oberfläche. ARD-Hörfunkkorrespondent Reinhard Spiegelhauer über die Geburt eines Vulkans unter Wasser.
Captain Cook alias Hans Helge Ott präsentiert die schönsten Rezepte aus seiner kulinarischen Seekiste.
Heute präsentiert er seine Kochideen zum Thema "Gegenpoliges" und erklärt, dass Fisch und Fleisch durchaus zusammenpassen können.
Über Mare Radio
In Mare Radio wird das kulturbildende Wesen des Meeres zum Programm, das mit Seelust und Entdeckerfreude die Kategorien von Wissenschaft, Literatur, Politik, Kunst und Musik durchkreuzt, immer auf Seeseite.
Sendezeit:
Jeden 1. Samstag im Monat,
19:05 – 21 Uhr
Wiederholung:
Am darauffolgenden Sonntag,
11:05 – 13 Uhr Mehr...
Rückblick
Robert Cray Band
Robert Cray hatte schon das hohe Alter von Dreißig erreicht als er Anfang der achtziger Jahre mit seiner Blues-Band bekannter wurde. Seitdem hat er fast jedes Jahr eine neue CD herausgebracht. Für einige davon hat er bereits fünf Grammys gewonnen und wurde 2010 in die "Blues Hall of Fame" aufgenommen. Mehr...
4. Juni, 22:05 Uhr | Nordwestradio
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Das Nordwestradio setzt seine erfolgreiche Veranstaltungs- und Sendereihe "Erfahren, woher wir kommen" fort. Jürgen Stenzel liest "Gargantua und Pantagruel" von François Rabelais. Hanjo Kesting kommentiert das Werk. Mehr...
29. Mai 2013, 19:00 Uhr | Stadtbibliothek Bremen, Wall-Saal
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