4. September 2011, 11:05 Uhr
Mare Radio
In der heutigen Ausgabe kommt Mare Radio einem ganz besonderen Stoff auf die Spur: "Schmiere" garantiert den reibungslosen Ablauf – auch wenn man sich dabei die Finger schmutzig macht. Uns interessiert, was schmiert: Öl in seinen unterschiedlichen Erscheinungsformen: als (zäh)flüssiges Gold, begehrter Rohstoff oder auch als klebriger Film auf den Körpern verendeter Seevögel.
Wir nehmen Sie mit auf die Ölbohrinsel, ins Walfangschiff und in die Kombüse, wo nichts läuft ohne ein raffiniertes Grundnahrungsmittel. Abgesehen davon: Wer geschmiert wird, hält dicht. Das gilt in Häfen und anderswo. Und wussten Sie, woher der Ausdruck "Schmierentheater" kommt?
Moderation: Stefan Pulß
Redaktion: Mechthild Müser, Stefan Pulß
Musik: Harald Mönkedieck
Mare Radio: Schmiere - Programtipp, [2:18]
Mare Radio: Schmiere - Playlist [PDF, 18 Kb]
Während des ARD-Radiofestivals wird Mare-Radio im Sommer 2011 in zwei Fassungen gesendet:
Samstag, 3. September 2011, 19.05-20.00 Uhr
Sonntag, 4. September 2011, 11.05-13.00 Uhr
Dem Gewinner des Mare-Rätsels winken attraktive Preise: ein Jahresabo des mare-Heftes und zwei Bücher aus dem mare-Verlag.
In der Mare-Ausgabe "Schmiere" geht es natürlich auch im Rätsel um ein öliges Thema. Die Frage ist: Warum heißt das Ölzeug eigentlich Ölzeug?
Das Lösungswort war: Nemo.
Der Maschinenraum eines Schiffes ist eine ausgesprochen "schmierige" Angelegenheit. So jedenfalls war es in den früheren Zeiten, als die Fahrensmänner noch zur Reinigung von Schmutzöltanks in dieselben hinein steigen mussten und dort ein ausgesprochen "dreckiges" Handwerk verrichteten. Inzwischen haben sich die Zeiten gründlich gewandelt.
Hauptmaschinenraum der AIDAblu im Bau
An die Stelle von hand made ist längst high tech in der christlichen Seefahrt eingekehrt. Wie ein moderner Maschinenraum von innen aussieht und wie es dort um die Arbeitsbedingungen bestellt ist, hat Stefan Pulß in Hamburg erkundet, vor dem Auslaufen der "AIDAblu", einem 250 Meter langen hoch technisierten Kreuzfahrtschiff, mit einer Maschinenleistung von 50.000 PS, das 2.500 Passagiere Platz bietet. An Deck wurde er zum Rundgang von Umweltoffizier Thilo Seibecke empfangen.
Im Maschinenraum der Aidablu, [7:40]
Erdöl ist das unverzichtbare Schmiermittel der Weltwirtschaft. Inzwischen ist die tägliche Verbrauchsmenge global auf 85 Millionen Barrel angestiegen: Tendenz steigend. Eine Riesenflotte von Tankern ist permanent auf den Weltmeeren unterwegs, um den ständig wachsenden Bedarf an dem "schwarzen Gold" zu decken. Zugleich schürt der Kampf ums Öl politische Konflikte und provoziert gar kriegerische Auseinandersetzungen.
Die Journalisten Thomas Seifert und Klaus Werner haben sich in ihrem "Schwarzbuch Öl" intensiv mit diesem brisanten Thema auseinandergesetzt. Mare-Moderator Stefan Pulß hat sich mit Thomas Seifert, Redakteur der österreichischen Tageszeitung "Die Presse", über die unendliche Geschichte von Gier, Krieg, Macht und Geld unterhalten.
Schmiermittel Erdöl - Gespräch mit Thomas Seifert, [8:20]
arte: Erdöl um jeden Preis?
Dirk Steffens auf Tauchgang
Ein echter Schleimer vor dem Herrn ist der "Inger", auch Schleimaal genannt. Eine Meeresspezies, die in etwa 60 Arten an allen Meeresküsten existiert und bis zu einem Meter groß sein kann. Der Name stammt von der Fähigkeit des Ingers, sich bei Gefahr mit einer zähen Gallertschicht zu umgeben. Eine ziemlich widerwärtige Angelegenheit, die bestens zur Distanzierung von Freßfeinden geeignet ist. Selbst angriffslustigen Haien wird durch diese Wunderwaffe gründlich der Appetit verdorben. Dirk Steffens erläutert das höchst effektive Abschreckungssytem des Ingers.
Mare-Kolummne: Der Schmieraal, [2:00]
Dirk Steffens - Die Homepage
Menschen, die in den fünfziger und sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts aufgewachsen sind, können ein Klagelied singen über den sogenannten "Lebertran", ein unangenehm schmeckendes Öl, das aus Dorschleber gewonnen wurde, und seinerzeit massenhaft an Kinder als Prävention gegen Krankheiten verabreicht wurde.
Ein regelrechtes "Industrieprodukt" war lange Zeit das Walöl, das als Brennstoff für Lampen, als Schmiermittel für Maschinen und als Rohstoff für Kosmetika und Medikamente diente. Über viele Jahrzehnte war die Ölsardine ein äußerst beliebtes Nahrungsmittel, dessen Beliebtheit beinahe zum Verschwinden der Spezies Sardine geführt hätte. Das konnte zwar verhindert werden, aber jetzt droht dem Thunfisch ein solches Schicksal, denn Thunfisch in Öl ist derzeit besonders up to date. Mechthild Müser hat die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten von Fischölen unter die Lupe genommen und sich mit Experten in diversen Museen der Welt darüber unterhalten.
"Thalasso" ist eines der Zauberworte in der Gesundheits- und Schönheitspflege. Der Begriff leitet sich vom griechischen "thalassa" (Meer) ab und bezeichnet die Methoden, die sich die Heilkraft des Meeres in Form von Algen, Schlamm und Mineralien zunutze machen.
Inzwischen ist Thalsso weltweit ein fester Bestandteil im Angebot vieler Wellness-Zentren. Jens Schellhass hat sich in einem Cuxhavener Luxushotel in die Geheimnisse moderner Thalasso-Behandlung einweihen lassen.
Thalasso-Behandlung in Cuxhaven, [5:58]
Ein "Ölschinken" ist im allgemeinen Sprachgebrauch keine kulinarische Köstlichkeit, sondern man hängt ihn sich bekanntlich an die Wand. Jedenfalls wenn man über einen hinreichend schlechten Geschmack verfügt. Und so richtig perfekt ist der Ölschinken, wenn er einem protzigen Goldrahmen prangt und eines der einschlägigen Motive zeigt: die Zigeunerin, den röhrenden Hirsch, ein Bergpanorama oder eine Meeresszenerie. Ein offenbar unverwüstliches Accessoire des deutschen Wohnzimmers, das aber inzwischen seltener auch aus Deutschland stammt, sondern zunehmend den Stempel "Made in China" trägt, wie Astrid Freyeisen, ARD-Hörfunkkorrespondentin in Shanghai herausgefunden hat.
Ölschinken made in China, [5:57]
Captain Cook alias Hans Helge Ott präsentiert die schönsten Rezepte aus seiner kulinarischen Seekiste. Diesmal demonstriert er, wie man ein Brot de luxe schmieren kann. Und zwar am Beispiel des einzigartigen dänischen "Smörrebröd".
Über Mare Radio
In Mare Radio wird das kulturbildende Wesen des Meeres zum Programm, das mit Seelust und Entdeckerfreude die Kategorien von Wissenschaft, Literatur, Politik, Kunst und Musik durchkreuzt, immer auf Seeseite.
Sendezeit:
Jeden 1. Samstag im Monat,
19:05 – 21 Uhr
Wiederholung:
Am darauffolgenden Sonntag,
11:05 – 13 Uhr Mehr...
Rückblick
Pro musica antiqua 1985: Festliches Barock-Konzert
Für die "Pro musica antiqua" 1985 hatte Radio Bremen den Flötisten Hans-Martin Linde und sein in Basel ansässiges Linde-Consort zu einem Konzert mit festlicher Barockmusik in die Ansgariikirche in Bremen eingeladen. Mehr...
26. Mai, 17:05 Uhr | Nordwestradio
Fontane: Unterm Birnbaum
Der Roman "Unterm Birnbaum" erschien 1885. Das scheinbar abseitigste Werk des alten Fontane wurde kaum beachtet. In zwanzig Kapiteln erzählt Fontane eine Mordgeschichte aus dem Oderbruch, die an ein dörfliches Macbeth-Drama erinnert. Mehr...
Poetry on the Road 2012
Vom 30. Mai bis 4. Juni 2012 ist Bremen mit dem Internationalen Literaturfestival "Poetry on the Road“ kultureller Treffpunkt für 24 Dichter aus 15 Nationen. Etablierte Autoren der Weltliteratur Seite an Seite mit hoch interessanten Neuentdeckungen bringen auf Einladung von Radio Bremen und der Hochschule Bremen die Weltsprache Poesie an die Weser. Mehr...
Suche
Nordwestradio durchsuchen:
Info und Service