6. August 2011, 19:05 Uhr
Mare Radio
"Frauen und Kinder zuerst" fordert eine alte Seemannsregel. Mare-Radio lässt Kindern den Vortritt. Kinder sind die Zukunft, das wird immer behauptet, aber wie ist es um die Zukunft von Kindern bestellt, die an den Küsten der Armut aufwachsen? Wie lebt und erlebt sich eine Kindheit auf einer einsamen Insel? Vielleicht nicht ganz so romantisch wie die maritimen Sehnsuchtsorte berühmter Kinderbücher ihre Leser glauben lassen. Mare Radio kreuzt auf den Meeren der Kinderträume von Lummerland bis Taka Tuka Land, linst neugierig in die Kinderstuben tierischer Meeresbewohner und forscht nach den Motiven jugendlicher Weltumsegler.
Moderation: Katrin Krämer
Musik: Harald Mönkedieck
Redaktion: Stefan Pulß, Katrin Krämer, Stefanie Pesch
Produktion: Radio Bremen 2010
Mare Radio - Kinder: Playlist [PDF, 18 Kb]
Während des ARD-Radiofestivals wird Mare-Radio im Sommer 2011 in zwei Fassungen gesendet:
Samstag, 6. August 2011, 19.05-20.00 Uhr
Sonntag, 7. August 2011, 11.05-13.00 Uhr
Dem Gewinner des Mare-Rätsels winken attraktive Preise: ein Jahresabo des mare-Heftes, ein Jahresabo des neuen mare-Kindermagazins "aHoi!" sowie zwei Bücher aus dem mare-Verlag.
Wie heisst der kleine orange-weiss gestreifte Clownsfisch, der viele Abenteuer bestehen musste und Kinder im Kino verzückt hat?
Wir fragten: aus welchem Tier werden die Schillerlocken gemacht? Die Lösung lautet: aus dem Dornhai.
Im August 2011 hat die mare mit "ahoi" die erste Kinderzeitschrift über die unendlichen Weiten der Meere und des Wassers auf den Markt gebracht. Ab sofort können kleine Entdecker und Abenteurer alle zwei Monate eintauchen und staunen über die faszinierende Welt des nassen Elements.
Über singende Wale und Fische mit Fetzen. Über U-Boote und Fahrstühle für Frachter- Übers Surfen, Strandsegeln und Tauchen. Und über die Geschichten von Kinderbuchautoren, die exklusiv für "ahoi"-Leser schreiben.Das Kindermagazin "aHoi" richtet sich an Mädchen und Jungen bis 12 Jahre.
Wer früher Kapitän auf großer Fahrt werden wollte, der musste ganz klein anfangen. Der Weg zur Karriere auf See begann als "Moses", als Schiffsjunge. Dafür musste man in Hamburg bis in die siebziger Jahre des 20. Jahrhunderts eine dreimonatige Ausbildung absolvieren. Auch Wolfram Klövekorn, Jahrgang 1938, hatte sich in den Kopf gesetzt, zur See zu fahren. Ihn hatten Abenteuerromane über Schiffsreisen und fremde Länder durch die Kindheit begleitet und irgendwann gab es für ihn keine Alternative mehr.
Wolfram Klövekorn über die Schiffsjungenschule in Hamburg, [10:19]
Ende 1954 war es so weit: er wurde Schüler der so genannten "Mosesfabrik", der Schiffsjungenschule in Hamburg-Blankenese. Zwar wird hier heute kein Seemannsnachwuchs mehr ausgebildet, aber noch immer thront die rote Backstein-Villa eindrucksvoll hoch oben am Elbufer. Dort hat sich Mare-Moderatorin Katrin Krämer mit Wolfram Klövekorn getroffen und sich von ihm erzählen lassen, wie alles begann, als er vor vielen Jahren hier ankam.
Wolfram Klövekorn: Wer nie sein Brot als Moses aß. Von der Mosesfabrik zur See; 492 Seiten; Books on demand 2009
Im Speisesall der Hamburger Schiffsjungenschule in den 50er Jahren
Die Straße von Malakka, vor der Küste der indonesischen Insel Sumatra gelegen, ist Lebensraum tausender Fische, Krebse und anderer Meerestiere. Fischfang ist hier ein lohnendes Geschäft, zumindest für die Eigner der geschätzt 1.700 Pfahlbauten, die bis zu 25 Kilometer von der Küste entfernt ins Meer gerammt wurden. "Jermals" heißen diese Pfahlbauten. Sie sind meist marode, es fehlt an Sicherheitseinrichtungen wie Schwimmwesten, und die Pfähle stecken so locker am Meeresboden, dass jede Welle die Jermals ins Wanken bringt. Es ist ein gefährliches Unterfangen, hier zu arbeiten. Trotzdem: Ungefähr 5.000 Kinder arbeiten auf diesen künstlichen Inseln Sumatras – und sie werden unter sklavenartigen Bedingungen gehalten. Jens-Peter Schöne und Gerhard Molkenthin haben die Jermal-Kinder besucht und einen Film gedreht: "Gefangene des Meeres". Jens Schellhass hat sich den Film angesehen und mit Gerhard Molkenthin über die Jermals und die Dreharbeiten gesprochen.
Dem rührenden Anblick von Tierbabys kann sich kaum jemand entziehen. Sie sind die großen Publikums-Attraktionen in den Zoos der Welt. Im Zeitalter von Umweltzerstörung und Klimawandel kommt der Aufzucht von Nachwuchs in "künstlichen Paradiesen" freilich noch eine ganz andere Bedeutung zu. Wenn beispielsweise der "Zoo am Meer" in Bremerhaven daran interessiert ist, kleine Eisbären, Pinguine und Seelöwen in den Gehegen zu haben, dann nicht nur um den sentimentalen Bedürfnissen der Besucher entgegen zu kommen, sondern weil die Gefahr wächst, dass demnächst solche Tiere in freier Wildbahn nicht mehr existieren werden. Der Zoo macht erhebliche Anstrengung, damit sich die Tiere so wohl fühlen, dass sie für den Artenerhalt sorgen. Um welche es sich handelt, davon erzählt der stellvertretende Direktor und Zoo-Tierarzt Dr. Joachim Schöne.
Joachim Schöne über Tierkinder im Bremerhavener Zoo am Meer, [9:26]
Zoo am Meer in Bremerhaven
Eine Weltumseglung auf einem kleinen Segelboot ist noch immer eines der großen Abenteuer unserer Zeit. Zumal, wenn eine ganze Familie beschließt, auf große Fahrt um den Globus zu gehen. Im Jahr 2004 hat das Oldenburger Ehepaar Bernd und Susanne Mansholt dieses Wagnis auf sich genommen, zusammen mit ihren Kindern Daniel (16 Jahre), Mike (5) und Maria (4). Mit der 10-Meter-Yacht "Nis Randers" sind sie in See gestochen und hatten tatsächlich nach zwei Jahren einmal die Welt umrundet. Gerhard Snitjer hat die tollkühnen Weltumsegler in Oldenburg aufgesucht und sich von ihnen erzählen lassen, wie man im Familienverband die Erde vom Wasser aus erkundet.
Eine Oldenburger Familie umsegelt die Welt, [6:08]
Die Stunden, in denen man mit einem spannenden Buch abtauchen konnte gehören zu den schönsten Erinnerungen an die Kindheit. In Stadtbibliotheken hat man dafür zum Beispiel so genannte "Leseinseln" eingerichtet. Vielleicht, weil Kinder beim Lesen die Welt um sich herum vergessen können, wie auf einer Insel eben. Vielleicht aber auch, weil Kinder sich von Inseln magisch angezogen fühlen. Inseln stehen für Abenteuer, für Orte ohne elterliche Kontrolle, auf denen man alles mögliche entdecken kann: Monster, Schätze, Riesenspinnen oder winzig kleine Menschen. Deshalb sind divere grosse Kinderbuchklassiker auf Inseln angesiedelt. Stefanie Pesch ist gemeinsam mit den Eltern Lars Vockensohn und Ina Kleiner auf eine sentimentale Reise gegangen zu ihren Lieblingsorten, die auf keiner Landkarte verzeichnet sind: von Taka-Tuka-Land über Lummerland bis zur Schatzinsel.
Für seine Filmreihen "Steffens entdeckt" und "Terra X" kommt Dirk Steffens weit in der Welt herum. Er begegnet interessanten Menschen und kommt vielen Tieren ziemlich nah. Inzwischen hat er mit so ziemlich allem, was sich im Meer bewegt, Sicht- oder Körperkontakt. Wenn er am Great Barrier Reef oder in der Südsee taucht und unter Wasser filmt, ist ein klarer Weitblick besonders wichtig. Heute stellt er uns Menschen vor die diese Fähigkeit in einer Perfektion besitzen, von der wir Europäer nur träumen können: die Kinder der "Moken", der Seenomaden am Andamanenmeer vor den Küsten Myanmars, Thailands und Malaysias.
Mare-Kolumne: Kinder der Seenomaden, [2:18]
Dirk Steffens - Die Homepage
Captain Cook alias Hans Helge Ott präsentiert die schönsten Rezepte aus seiner kulinarischen Seekiste. Diesmal klärt er ein für alle Mal die Grundregeln des richtigen Kochens für Kinder!
Über Mare Radio
In Mare Radio wird das kulturbildende Wesen des Meeres zum Programm, das mit Seelust und Entdeckerfreude die Kategorien von Wissenschaft, Literatur, Politik, Kunst und Musik durchkreuzt, immer auf Seeseite.
Sendezeit:
Jeden 1. Samstag im Monat,
19:05 – 21 Uhr
Wiederholung:
Am darauffolgenden Sonntag,
11:05 – 13 Uhr Mehr...
Rückblick
Pro musica antiqua 1985: Festliches Barock-Konzert
Für die "Pro musica antiqua" 1985 hatte Radio Bremen den Flötisten Hans-Martin Linde und sein in Basel ansässiges Linde-Consort zu einem Konzert mit festlicher Barockmusik in die Ansgariikirche in Bremen eingeladen. Mehr...
26. Mai, 17:05 Uhr | Nordwestradio
Fontane: Unterm Birnbaum
Der Roman "Unterm Birnbaum" erschien 1885. Das scheinbar abseitigste Werk des alten Fontane wurde kaum beachtet. In zwanzig Kapiteln erzählt Fontane eine Mordgeschichte aus dem Oderbruch, die an ein dörfliches Macbeth-Drama erinnert. Mehr...
Poetry on the Road 2012
Vom 30. Mai bis 4. Juni 2012 ist Bremen mit dem Internationalen Literaturfestival "Poetry on the Road“ kultureller Treffpunkt für 24 Dichter aus 15 Nationen. Etablierte Autoren der Weltliteratur Seite an Seite mit hoch interessanten Neuentdeckungen bringen auf Einladung von Radio Bremen und der Hochschule Bremen die Weltsprache Poesie an die Weser. Mehr...
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