5. April 2009, 11:05 Uhr
Mare Radio
Liegt die Zukunft am Meer?
Am Meer lebt jeder zweite Mensch – wie lange noch? "Die Meeresküste ist wie ein Rücken, der uns trägt", besagt eine alte Fischer-Weisheit der Südsee. Doch das Rückgrat droht mürbe zu werden: Ölrückstände und Wohlstandsmüll belasten Mangrovenwälder und Flussmündungen ebenso wie die Tiefsee. Die Zukunft erfordert, sich mit dem gefährdeten und gefährdenden Meer zu verbünden – welche Erfahrungen dabei zukunftsgestaltend und ob wir alle noch zu retten sind, während die Ausbeuter der Meere immer neue Claims abstecken – diesen Fragen stellt sich Mare Radio im April.
Moderation: Dr. Silke Behl
Musik: Harald Mönkedieck
Redaktion: Katrin Krämer, Dr. Lore Kleinert, Mechthild Müser
Michael Krüger ist Schriftsteller und Chef des renommierten Hanser-Verlages in München. Für ihn sind seit dem Abgang der beiden "Götter" Kommunismus und Kapitalimus die Unwägbarkeiten und Risiken, die die Zukunft für uns bereithält, weiter gewachsen.
Michael Krüger: Zukunfts-Prognostik, [1:05]
Netzwerk Zukunft - Gesellschaft für Zukunftsgestaltung
Von unserer Zukunft scheint nur eins gewiß zu sein: sie ist unsicherer denn je. Die Zweifel an den Segnungen von Wissenschaft und Techik nehmen zu. Und es stellt sich immer mehr die Frage, ob der Mensch und die von ihm manipulierte Umwelt überhaupt zukunftsfähig sind. Für Bernd Flessner, Zukunftsforscher an der Universität Erlangen/Nürnberg und Mitglied im "Netzwerk Zukunft", sind die Eingriffe des Menschen im Grunde so etwas wie die permanente Arbeit an einem gigantischen Experiment, dessen Ausgang ziemlich ungewiss ist. Bei dem Versuch die "Welt in Industrie zu verwandeln" (Adorno) werden die Risiken immer unkalkulierbarer und daher auch die Zukunfts-Prognosen zunehmend schwieriger. Dennoch wagt Bernhard Flesser am Beispiel des Klimawandels einen Blick in unsere Welt in hundert Jahren, von der sich auf jeden Fall eines mit Sicherheit sagen lässt: Sie wird radikal anders aussehen als heute.
Netzwerk Zukunft - Gespräch mit Bernd Flessner, [8:47]
Netzwerk Zukunft
Düster und spektakulär zugleich sind die Visionen einer zukünftigen Welt, die Hollywoods Traumfabrik entwirft in den Zeiten des Klimawandels. Opulent in Szene gesetzt wurde der grosse Umweltkollaps vor allem in zwei maritimen Science-Fiction-Filmen: "Waterworld" (1995) von Kevin Costner und "The Day after Toworrow" (2004) des deutschen Erfolgsregisseurs Roland Emmerich. Harald Eggebrecht hat sich für Mare Radio die beiden Endzeit-Spektakel noch einmal angesehen und die perfekt inszenierten Weltuntergänge made in Hollywood miteinander konfrontiert.
Maritime Endzeit-Spektakel, [3:46]
Der Schauspieler und Musiker Ulrich Tukur beschäftigt sich mit der Frage, was in den Zeiten des Klimawandes aus Venedig wird. Aus jener Traumstadt, die schon immer auf ziemlich wackeligen Füssen stand, aber viele Jahrhunderte lang mit Bravour den Elementen getrotzt hat.
Ulrich Tukur: Die Zukunft der Traumkulisse Venedig, [0:40]
Wenn es um Zukunftssicherung geht, dann überlassen die Niederländer nichts dem Zufall. Schon gar nicht in Hinsicht des Küstenschutzes. Zu tief sitzt noch immer die Erinnerung an die verheerende Sturmflut von 1953, als über 1800 Menschen umkamen. Seitdem haben sich unsere westlichen Nachbarn zu Weltmeistern im Deichbau gemausert. Die neueste Variante im Abwehrkampf gegen eine drohende Überflutung sind schwimmende Häuser, die sich offenbar wachsender Beliebtheit erfreuen. Zwar existieren gegenwärtig erst ca. 200 davon, doch wird das Potential immens hoch eingeschätzt. Auch die beachtlichen Kosten von derzeit mehreren hunderttausend Euro dürften sich bei steigendem Bedarf deutlich reduzieren. Christopher Plass hat in den Niederlanden nachgeforscht, ob dort die Zukunft bald nur noch auf dem Wasser liegen wird.
Schwimmende Häuser in Holland, [4:56]
Regulierung tut not! – Friedrich Schorlemmer über die Chancen der Zukunft
Friedrich Schorlemmer, Buchautor und streitbarer Pastor, glaubt unvermindert an die heilsame Wirkung vernünftiger Regulierungen in einer Welt, die durch ökonomischen Wildwuchs aus den Fugen zu geraten droht.
Friedrich Schorlemmer: Zukunfschancen, [1:32]
Eines der grossen Prestigeobjekte im Norden ist der Bau des Tiefwasserhafens in Wilhelmshaven. Als einziger seiner Art in Deutschland wurde er entworfen, um auch Containerschiffen mit Übergröße Anlegemöglichkeiten zu bieten. In zwei Jahren soll der Jade-Weser-Port eröffnet werden. Auf eine Milliarde Euro werden inzwischen die Kosten veranschlagt und rund 2000 Arbeitsplätze sollen mit dem Bau geschaffen werden. Jutta Przygoda hat sich auf der Baustelle umgesehen und herausgefunden, daß auch am zukunftsträchtigen Tiefwasserhafen die Krise nicht spurlos vorbeigegangen ist.
Projekt Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven, [6:03]
Die Kosten der Zukunft – Karin Lochte über die Folgen des Klimawandels
Karin Lochte, die Direktorin des Alfred-Wegener-Institutes in Bremerhaven, sieht ungeahnte Probleme als Folgen des Klimawandels auf uns zukommen. Vor allem dürfte die Diskrepanz zwischen den reichen Industrieländern und der Dritten Welt weiter wachsen.
Karin Lochte: Zukunftskosten, [1:29]
Verwüstete Landschaft nach dem Tsunami 2004
Mare-Rätsel
Das Meer birgt die unglaublichsten Rätsel und Geheimnisse. Viele lüften wir mit unseren Beiträgen, Reportagen und Gesprächen - aber einige reichen wir an die Hörer von mare Radio weiter. Jede Ausgabe enthält also ein Rätsel und, natürlich, attraktive Preise für die Gewinner.
Rätsel April 2009: Nennen Sie uns Titel von Filmen, in denen Visionen, Zukunft und Hoffnung mit dem Meer verbunden werden. Sie haben die Möglichkeit, mehrere Antworten zu geben.
Gewinne: Zu gewinnen gibt es ein Jahresabonnement von Mare - Die Zeitschrift und ein Mare-Buchpaket.
Lösung März 2009: Fischstäbchen bestehen aus Seelachs, Dorsch und Kabaljau.
Die Katastrophe als Zukunftschance – Aceh nach dem Tsunami
Fünf Jahre nach der Tsunami-Katastrophe in Südostasien hat sich Erstaunliches ereignet in der Region Aceh auf der indonesischen Insel Sumatra. Nach den grossen Zerstörungen und Verlusten an Menschenleben hat die Bevölkerung mit Unterstützung internationaler Hilfsorganisationen den Wiederaufbau des Landes und die Reorganisation der traditionell islamischen Gesellschaft in Angriff genommen. Was früher niemand für möglich gehalten hätte, ist als Nachwirkung der Katastrophe eingetreten: ein jahrzehntelanger Bürgerkrieg wurde beigelegt, nachdem die indonesische Regierung ein Abkommen mit der Alcinesischen Befreiungsbewegung GAM abgeschlossen hat. Inzwischen haben demokratische Wahlen stattgefunden und erstmals in der islamischen Welt wurde 2008 eine Frauenrechts-Charta unterzeichnet. Über die Hintergründe des Wandels hat sich Silke Behl mit Hans-Henning Sawitzki, dem Koordinator der Wiederaufbauhilfe in Sumatra, unterhalten.
Zukunftschancen für Aceh, [7:24]
Über Mare Radio
In Mare Radio wird das kulturbildende Wesen des Meeres zum Programm, das mit Seelust und Entdeckerfreude die Kategorien von Wissenschaft, Literatur, Politik, Kunst und Musik durchkreuzt, immer auf Seeseite.
Sendezeit:
Jeden 1. Samstag im Monat,
19:05 – 21 Uhr
Wiederholung:
Am darauffolgenden Sonntag,
11:05 – 13 Uhr Mehr...
Rückblick
Pro musica antiqua 1985: Festliches Barock-Konzert
Für die "Pro musica antiqua" 1985 hatte Radio Bremen den Flötisten Hans-Martin Linde und sein in Basel ansässiges Linde-Consort zu einem Konzert mit festlicher Barockmusik in die Ansgariikirche in Bremen eingeladen. Mehr...
26. Mai, 17:05 Uhr | Nordwestradio
Fontane: Unterm Birnbaum
Der Roman "Unterm Birnbaum" erschien 1885. Das scheinbar abseitigste Werk des alten Fontane wurde kaum beachtet. In zwanzig Kapiteln erzählt Fontane eine Mordgeschichte aus dem Oderbruch, die an ein dörfliches Macbeth-Drama erinnert. Mehr...
Poetry on the Road 2012
Vom 30. Mai bis 4. Juni 2012 ist Bremen mit dem Internationalen Literaturfestival "Poetry on the Road“ kultureller Treffpunkt für 24 Dichter aus 15 Nationen. Etablierte Autoren der Weltliteratur Seite an Seite mit hoch interessanten Neuentdeckungen bringen auf Einladung von Radio Bremen und der Hochschule Bremen die Weltsprache Poesie an die Weser. Mehr...
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