3. Mai 2009, 11:05 Uhr
Mare Radio
Wer wird Erster im Wettlauf?
Mare Radio stoppt die Zeit für die wahnwitzigsten Wettläufe zu Wasser und zu Lande. Welche Supermacht ist erste beim Rennen um die letzten Rohstoffvorkommen auf dem Meeresgrund und im ewigen Eis? Zwei Männer und ihre verrückte Wette: wer kommt am schnellsten einmal um den Globus, ohne das Flugzeug zu benutzen? Mare Radio nimmt's sportlich und verfolgt atemlos das Kräftemessen des Menschen mit Naturgewalten, begleitet spielerische Zweikämpfe ebenso wie Wettläufe um Leben und Tod.
Moderation: Katrin Krämer
Musik: Harald Mönkedieck
Redaktion: Katrin Krämer, Stefanie Pesch, Stefan Pulss
"Kaperung eines Frachters, Angriff auf Passagierschiff, Überfall auf Segeljacht!" Beinahe täglich erreichen uns solche Nachrichten aus dem Golf von Aden. Die wichtigste Schiffahrtsroute zwischen Asien und Europa ist zum Operationsgebiet somalischer Piraten geworden, die mit ihren Kidnappings Millionen erpressen. Daran hat auch eine ständig wachsende internationale Militärmacht bisher nichts ändern können. Im Gegenteil rüsten die Piraten auf, verfügen über immer schnellere Boote und modernste High-Tech in der Ausübung ihres kriminellen Handwerks. Über mögliche Schutzmaßnahmen hat sich sich Radio-Bremen-Reporter Rainer Kahrs vor Ort informiert. Im Golf von Aden ging er an Bord des Schwergutfrachters "Beluga Recognition" und beobachtete wie sich die Besatzung vorbereitet auf den heiklen Wettlauf mit den Piraten vorbereitet an der derzeit gefährlichsten Wasserstrasse der Welt.
Wettlauf mit den Piraten im Golf von Aden, [5:41]
Die Schätze der Meere finden sich heutzutage nicht mehr in Kisten und Schatullen, die Freibeuter auf dem Grund versenkt haben, vielmehr liegen sie unter dem Meeresboden in Form von Öl, Gas und Rohstoffen. Der ständig steigende Weltbedarf an Bodenschätzen hat neue Begehrlichkeiten geweckt, vor allem nachdem man vor gut dreißig Jahren das Phänomen der so genannten "Black Smoker", der "Schwarzen Raucher" entdeckt hat. "Schwarze Raucher" sind Kamine auf dem Meeresgrund von ca. 30-40 cm Durchmesser, aus denen bis zu 400 Grad Celsius heisses Wasser austritt, das mit Metallen unterschiedlichster Art angereichert ist. Die Ablagerungen dieser Metalle dürften in absehbarer Zukunft von grossem Interesse für einen internationalen Bergbau auf dem Meeresgrund sein. Professor Peter Herzig, der Direktor des "Leibniz-Instituts Ifm-Geomar" an der Kieler Universität, ist aktiv tätig in der Erforschung der "Schwarzen Raucher". Mit ihm hat sich Katrin Krämer über die Perspektiven und Risiken des Wettlaufs zu den Ressourcen der Tiefsee unterhalten.
Tiefsee-Ressourcen - Gespräch mit Peter Herzig, [7:52]
Ifm-Geomar Kiel: Schwarze Raucher
Flaggschiffe im Kampf um's Blaue Band
"Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte". Mit diesen berühmten Verszeilen besang bekanntlich Eduard Mörike die hoffnunsvolle Jahreszeit. Für Seefahrer war in früheren Zeiten allerdings der Begriff "Blaues Band" mit einer ganz bestimmten Sehnsucht verbunden, seitdem damit erstmals im Jahr 1860 der Dampfer "Sirius" für die schnellste Atlantiküberquerung von Europa nach den USA ausgezeichnet wurde. Über Jahrzehnte war der Wettstreit zwischen den Reedereien und Schiffahrtslinien ein prestigeträchtiger Kampf, der sich lukrativ zu Werbezwecken ausnutzen ließ. Als im Jahr 1952 mit der "United States" zum letzten Mal ein Schiff das "Blaue Band" gewann, ging damit auch eine Ära eingeläutet. Das Flugzeug löste die Luxusliner ab, das Blaue Band wurde zum Mythos. Wie es dazu kam, erzählt Gerald Sammet.
Wettlauf um's Blaue Band, [3:48]
Die Zukunft liegt im Meer. Jedenfalls, was die Erforschung der Tiefsee anbelangt. Noch immer ist der Meeresboden eine terra incognita, über die wir weniger wissen als über die Oberfläche des Mars. Weniger als fünf Prozent sind bisher erforscht worden. Welche sensationellen Entdeckungen unter dem Meeresspiegel möglich sind, das lassen die Projekte des "Marum" – des Zentrums für marine Umweltforschung in Bremen – erahnen. Eines davon sind die Versuche mit dem Tauchroboter "Seal 5000", die seit 2007 in 5.000 Meter Tiefe unternommen werden. Ein Hochtechnologie-Gerät der Superlative, das, vom Forschungsschiff "Meteor" aus ferngesteuert, komplexe Untersuchungen des Meeresbodens ermöglicht. Sascha Ott hat sich bei den Wissenschaftlern des "Marum" erkundigt, welche erstaunlichen erspektiven die neuen Technologien der maritimen Forschung eröffnen werden.
Tauchroboter Seal 5000, [4:05]
Forschungsschiff "Meteor" im Einsatz
Mare-Rätsel
Das Meer birgt die unglaublichsten Rätsel und Geheimnisse. Viele lüften wir mit unseren Beiträgen, Reportagen und Gesprächen - aber einige reichen wir an die Hörer von mare Radio weiter. Jede Ausgabe enthält also ein Rätsel und, natürlich, attraktive Preise für die Gewinner.
Rätsel Mai 2009: Im Juli 1929 lief die "Bremen" nach einer denkwürdigen Fahrt in New York ein. Damals hatte das legendäre Flaggschiff des Norddeutschen Lloyd die Strecke Bremerhaven-New York in neuer Rekordzeit zurückgelegt und gewann dafür das "Blaue Band" für die schnellste Atlantik-Überquerung. Wie hiess der Kapitän, der der "Bremen" zu dieser Auszeichnung verhalf?
Lösung April 2009: Mehrere Lösungen waren möglich. Richtig u.a.: "Waterworld"
Im Jahr 1861 bezwang erstmals ein Mensch den Ärmelkanal. Damals flüchtete im englischen Dover ein französischer Soldat von einem britischen Gefangenschiff und erreichte schwimmend die französische Kanalküste. Der erste offizielle Kanalschwimmer war der englische Kapitän Matthew Webb, der im August 1875 den Ärmelkanal in 21 Stunden von Dover nach Calais durchschwamm. Seitdem sind immer neue Rekorde aufgestellt worden, der aktuelle liegt bei 7 Stunden. Zahlreiche Menschen sind freilich tragisch gescheitert bei dem Versuch den "Mount Everest der Schwimmer" zu bezwingen, denn der Ärmelkanal ist eine der gefahrvollsten Wasserstraßen der Welt. Warum dennoch das Faszinosum des Kanalschwimmens ungebrochen ist und weshalb Menschen nicht davon lassen können, darüber hat sich Katrin Krämer mit dem Schriftsteller und passionierten Schwimmer John von Düffel unterhalten.
Ärmelkanalschwimmer, [7:18]
Gespräch mit John von Düffel
Wettlauf in der Küche [PDF, 19 Kb]
Playliste [PDF, 7 Kb]
Die Musik der Sendung
Über Mare Radio
In Mare Radio wird das kulturbildende Wesen des Meeres zum Programm, das mit Seelust und Entdeckerfreude die Kategorien von Wissenschaft, Literatur, Politik, Kunst und Musik durchkreuzt, immer auf Seeseite.
Sendezeit:
Jeden 1. Samstag im Monat,
19:05 – 21 Uhr
Wiederholung:
Am darauffolgenden Sonntag,
11:05 – 13 Uhr Mehr...
Rückblick
Pro musica antiqua 1985: Festliches Barock-Konzert
Für die "Pro musica antiqua" 1985 hatte Radio Bremen den Flötisten Hans-Martin Linde und sein in Basel ansässiges Linde-Consort zu einem Konzert mit festlicher Barockmusik in die Ansgariikirche in Bremen eingeladen. Mehr...
26. Mai, 17:05 Uhr | Nordwestradio
Fontane: Unterm Birnbaum
Der Roman "Unterm Birnbaum" erschien 1885. Das scheinbar abseitigste Werk des alten Fontane wurde kaum beachtet. In zwanzig Kapiteln erzählt Fontane eine Mordgeschichte aus dem Oderbruch, die an ein dörfliches Macbeth-Drama erinnert. Mehr...
Poetry on the Road 2012
Vom 30. Mai bis 4. Juni 2012 ist Bremen mit dem Internationalen Literaturfestival "Poetry on the Road“ kultureller Treffpunkt für 24 Dichter aus 15 Nationen. Etablierte Autoren der Weltliteratur Seite an Seite mit hoch interessanten Neuentdeckungen bringen auf Einladung von Radio Bremen und der Hochschule Bremen die Weltsprache Poesie an die Weser. Mehr...
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