3. April 2011, 11:05 Uhr
Mare Radio
Meer ist schön, macht aber viel Arbeit. Und die wird angesichts der ökologischen Probleme nicht gerade weniger. Mare Radio widmet sich unter anderem denen, die Aufräumarbeit leisten: die den Müll am Strand einsammeln oder Öl und Gift aus dem Wasser holen. Aber auch denen, die an Bord klar Schiff machen oder die Segel einholen. Überhaupt: Früher war mehr Handarbeit. Wie hat sich der Beruf des Hafenarbeiters im Laufe der Jahrzehnte verändert? Am Meeresboden ist ebenfalls Schwerstarbeit gefordert. Etwa, wenn ein neues, künstliches Korallenriff aufgebaut wird, weil die natürlichen Bestände von Schleppnetzen der gewaltigen Fischtrawler zerstört worden sind. Mare Radio begleitet die Arbeiter des Meeres – sorgt aber auch für gedankliche und musikalische Verschnaufpausen.
Programmtipp Mare: Arbeit, [3:54]
Moderation: Katrin Krämer
Redaktion: Katrin Krämer, Stefanie Pesch, Stefan Pulß
Musik: Harald Mönkedieck
Dem Gewinner des Mare-Rätsels winken attraktive Preise: ein mare-Badelaken und ein mare-Buchpaket.
Aus welcher Sprache leitet sich die Berufsbezeichnung "Schauerleute" ab und was bedeutet das Wort in der Originalsprache?
Kroatien
Bis vor gut 20 Jahren waren bei Radio Bremen die täglichen Durchsagen für den Arbeitsbeginn der Beschäftigten des Fischereihafens von Bremerhaven ein fester Bestandteil des Programms, der vielen Hörern bis heute wohl vertraut ist. Hier ein Beispiel aus den 80er Jahren, der Sprecher war Gerd Mindermann.
Mitteilungen aus dem Fischereihafen in Bremerhaven, [0:22]
Homepage Schaufenster Fischereihafen
Das Jahr 2011 wird als das Jahr japanische Tragödie in die Geschichte eingehen. Nach dem schwersten Erdbeben in der Geschichte des Landes, einem verheerenden Tsunami, weit über zehntausend Toten und Hunderttausenden von Verletzten, folgte in Fukushima der schwerste atomare Super-Gau seit der Havarie des Atommeilers von Tschernobyl im Jahr 1986. Die langfristigen Folgen sind noch weithin unübersehbar, aber schon jetzt ist klar, dass der atomare Fallout ganze Landstriche und das Meer in der Umgebung von Fukushima schwer kontaminiert hat. Hier ist der Ausnahmezustand bereits Realität geworden.
Dabei gehört die bewusst gesteuerte Verseuchung der Meere längst zum Alltagsgeschäft. Beispielsweise verrotten hunderttausende von Fässern mit radioaktivem Müll auf den Meeresböden. In einem Feature für den Deutschlandfunk hat Achim Nuhr im Jahr 2009 viele erschreckende Beispiele gefunden, wie und wo atomarer Müll weltweit rücksichtslos verklappt wird.
Achim Nuhr: Ewig strahlend? – Die radioaktive Vergiftung der Ozeane
Jade-Weser-Port: der aktuelle Bauzustand
Mit Hochdruck wird derzeit am Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven gearbeitet, dem ehrgeizigsten und größten Bauprojekt an Deutschlands Küsten. Auf einer Fläche von 360 ha, was ungefähr 500 Fußballfeldern entspricht, entsteht ein riesiger Tiefwasserhafen, der wegen seiner Tidenunabhängigkeit das Anlanden der größten Containerschiffe der Welt ermöglichen wird.
Das 1993 begonnene Milliarden-Projekt soll bis zum 5. August 2012 fertig gestellt sein. Bis dahin ist noch viel zu tun auf Europas größter Wasserbaustelle. Trotzdem herrscht großer Optimismus bei allen Beteiligten, dass der ehrgeizige Zeitplan eingehalten kann. Katrin Krämer ist für Mare Radio nach Wilhelmshaven gereist und hat sich über das Fortschreiten der Bauarbeiten mit Axel Kluth, dem Geschäftsführer der Jade-Weser-Port-AG, und Deltlev Wilde, dem ehemaligen Geschäftsführer der Wilhelmshavener Hafen-Wirtschafts-Vereinigung, unterhalten.
Axel Kluth und Detlev Wilde auf dem Baugelände des Jade-Weser-Ports
Eine der letzten Männerdomänen gerät ins Wanken. Zwar sind weibliche Seeleute noch immer deutlich unterrepräsentiert in der traditionellen Welt der Fahrensmänner, doch hat ihre die Zahl in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Claudia Thoma hat sich mit einigen von ihnen darüber unterhalten, mit welchen Problemen Frauen zu kämpfen haben in einer immer noch von Männern dominierten Berufsgruppe. Einer Berufsgruppe, der freilich das fest gefügte Selbstverständnis von einst allmählich abhanden kommt, je mehr selbstbewusste Frauen auf dem Vormarsch sind. Wie beispielsweise die Mitglieder des Vereins "Frauen zur See", der sich seit 1999 für die Förderung von Frauen in der maritimen Wirtschaft einsetzt.
Frauen zur See – Ein Verband für weibliche Seeleute
Ein häufiger Gast an der Pier der Columbuscaje in Bremerhaven ist die "Chiquita Belgie" – ein Kühlschiff, das unter panamesicher Flagge fährt. Im Inneren lagern massenhaft grüne Bananen im noch unreifen Zustand. Nur so, bei einer Dauer-Temperatur von 13,5 Grad und Sauerstoffentzug können sie den Transport unbeschadet, oder wie Fachleute sagen, im "Schlaf", überstehen. Am Zielort Bremerhaven werden die Früchte in einer "Bananenreiferei" in so genannten Aufwachräumen behutsam auf 17 bis 18 Grad erwärmt und mit Äthylen behandelt. Bei langsamer Abkühlung verwandelt sich dann in 6 bis 7 Tagen die Stärke der Bananen in Zucker und wie durch Zauberei entsteht so ein verzehrfähiges Lebensmittel. Jens Schellhass hat sich in Bremerhavener Fruchtfirma "Univeg" in die Geheimnisse der Bananenreifer einweihen lassen.
Längst sind die guten alten Zeiten vorbei, in denen Seeleute in den Hafenstädten bei einer der traditionsreichen Heuerstellen im wahrsten Sinne des Wortes "anheuern" konnten. Heute ist dafür die Bundesagentur für Arbeit in Hamburg zuständig mit ihrer "Fachvermittlung für Seeleute". Die ideale Anlaufstelle für alle Fahrensmänner und Seefrauen, die einen neuen Job auf einem Schiff suchen.
Im Büro von Susann Marohl, die selbst einmal als Funkoffizier zur See gefahren ist, werden die Bewerber individuell beraten und in neue Arbeitsstellen vermittelt. Wie es um die moderne Version des Anheuerns bestellt ist, hat Katrin Krämer im Gespräch mit den Arbeitsvermittlern Susann Marohl und Matthias Wolter herausgefunden.
Dass Mutter Natur der genialste Baumeister ist, wird jedem sofort klar, der sich einmal etwas genauer mit den kreativen Fähigkeiten der Korallen beschäftigt.
Sie schaffen die größten Bauwerke der Welt, lassen Inseln aus dem Meer wachsen, haben Spuren im tiefsten Ozean und auf den Gipfeln der höchsten Berge hinterlassen und haben die artenreichsten marinen Lebensräume der Erde geschaffen. Mare-Kolumnist Dirk Steffens mit einer Hommage an die fleißigsten Baumeister der Meere.
Mare-Kolumne: Arbeitswütige Korallen, [2:26]
Dirk Steffens - Die Homepage
Das Wattenmeer ist ein maritimer Kosmos für sich. Hier verrichten unzählige Organismen wahre Schwerstarbeit für die Funktionsfähigkeit eines einzigartigen Ökosystems. Selbst ein so unscheinbares Tier wie der Wattwurm verrichtet hier eine wahre Herkulesarbeit und ist eine Art Vorarbeiter einer ganzen Brigade, die sich tierisch viel Mühe gibt, um alles am Leben zu erhalten.
Kerstin Burlage ist für Mare Radio an die Nordsee gefahren, um sich von dem Biologen Bernhard Rauhut vom Nationalparkzentrum Wattenmeer in Cuxhaven-Sahlenburg das muntere Treiben erklären zu lassen.
Captain Cook alias Hans Helge Ott präsentiert die schönsten Gerichte aus seiner kulinarischen Seekiste. Heute erklärt er, wie man am besten "Hamburger Pannfisch light" zubereitet.
Über Mare Radio
In Mare Radio wird das kulturbildende Wesen des Meeres zum Programm, das mit Seelust und Entdeckerfreude die Kategorien von Wissenschaft, Literatur, Politik, Kunst und Musik durchkreuzt, immer auf Seeseite.
Sendezeit:
Jeden 1. Samstag im Monat,
19:05 – 21 Uhr
Wiederholung:
Am darauffolgenden Sonntag,
11:05 – 13 Uhr Mehr...
Rückblick
Pro musica antiqua 1985: Festliches Barock-Konzert
Für die "Pro musica antiqua" 1985 hatte Radio Bremen den Flötisten Hans-Martin Linde und sein in Basel ansässiges Linde-Consort zu einem Konzert mit festlicher Barockmusik in die Ansgariikirche in Bremen eingeladen. Mehr...
26. Mai, 17:05 Uhr | Nordwestradio
Fontane: Unterm Birnbaum
Der Roman "Unterm Birnbaum" erschien 1885. Das scheinbar abseitigste Werk des alten Fontane wurde kaum beachtet. In zwanzig Kapiteln erzählt Fontane eine Mordgeschichte aus dem Oderbruch, die an ein dörfliches Macbeth-Drama erinnert. Mehr...
Poetry on the Road 2012
Vom 30. Mai bis 4. Juni 2012 ist Bremen mit dem Internationalen Literaturfestival "Poetry on the Road“ kultureller Treffpunkt für 24 Dichter aus 15 Nationen. Etablierte Autoren der Weltliteratur Seite an Seite mit hoch interessanten Neuentdeckungen bringen auf Einladung von Radio Bremen und der Hochschule Bremen die Weltsprache Poesie an die Weser. Mehr...
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