4. August 2012, 19:05 Uhr
Mare Radio
In der Tiefe des Meeres
Moderation: Stefan Pulß
Musik: Harald Mönkedieck
Redaktion: Mechthild Müser, Stefanie Pesch
Mare Radio Tiefe: Playlist [PDF, 8 Kb]
In Zeiten, wo alle nach vorn schauen, wirft Mare Radio den Blick in die Tiefe, taucht ab in unkartierte Welten, bis auf den Grund der Meere, Phantasien und Gefühle. Soviel ist bekannt: im Dunkel der Meerestiefe verbergen sich gigantische Gebirge, Vulkane, Gräben und Spalten, hier sind Seeungeheuer und Nixen zu Hause. Menschliche Spuren finden sich dagegen kaum, mal abgesehen von versunkenen Schiffen, Ölbohrgestängen, Seekabeln und Müll. Ach ja, und vor kurzem pflanzte eine U-Bootbesatzung noch eine Flagge aus Titan in den 4000 Meter tiefen Meeresboden nahe beim Nordpol. Tiefseeforscher schicken gelegentlich Tauchroboter nach unten. Mit hohem technischen Einsatz filmten sie Fische, die an Gruselgestalten in der Geisterbahn erinnern und Licht aussenden, und sie bargen vereistes Methan von den Hängen der Kontinentalschelfe. Methaneis – ein Energielieferant der Zukunft? Auch Phantasten geraten in den Sog der Tiefe und träumen von Siedlungen auf dem Meeresgrund. Mare Radio bringt Licht ins Dunkel und leitet sicher durch alle Abgründe.
Mit seinem Roman "Cannery Row" (Die Straße der Ölsardinen) aus dem Jahr 1945 hat Nobelpreisträger John Steinbeck der kalifornischen Küstenstadt Monterey ein literarisches Denkmal gesetzt. Die Cannery Row war einst berühmt für ihre Ölsardinenfabriken. Ein Wirtschaftszweig, der inzwischen jedoch der Vergangenheit angehört. Die heutige Attraktion ist das 1984-1996 auf dem Gelände einer ehemaligen Konservenfabrik errichtete "Monterey Bay Aquarium", unmittelbar an der Küste des pazifischen Ozeans. Die Anlage ist eine der größten ihrer Art weltweit und beherbergt in mehr als 200 Becken zehntausende von Meerestieren, vom Seepferdchen bis zum Riesenhai. Ein Touristenmagnet ersten Ranges, mit Hotels und Restaurants, mehr als 10.000 Besuchern täglich, 500 fest angstellten Mitarbeitern und 1.000 ehrenamtlichen Helfern. Mechthild Müser hat für Mare Radio das Monterey Bay Aquarium besucht und mit Insidern Gespräche über die faszinierende Unterwasserwelt dieses "Fensters zum Pazifik" geführt.
Besuch im Monterey Bay Aquarium, [6:59]
Monterey Bay Aquarium - Die Homepage
"RovQuest" wird vom Forschungsschiff Meteor in den Nordatlantik gelassen. Mit diesem Roboter können die Wissenschaftler von Marum den Meeresboden detailliert erforschen.
Christopher von Deylen, Gründer des Musikprojekts "Schiller", ist als Crew-Mitglied des Forschungsschiffes "Polarstern" in die arktische Barentssee gefahren, um in 2.500 Metern Tiefe den Tauchroboter "Quest" zu steuern. Damit das abenteuerliche Vorhaben nicht zum unkalkulierbaren Risiko geriet, mußte sich van Deylen zuvor im Bremer "Zentrum für marine Umweltwissenschaften (MARUM)" einem intensiven Training unterziehen. Die Reise wurde für von Deylen zur Abenteuertour in eine Anderswelt, die er erlebte wie die Erkundung eines fremden Planeten. Nach einer Reise voller unvergesslicher Erfahrungen ist er in sein Berliner Studio zurückgekehrt, um seine Erinnerungsbilder in elektronische Klänge zu verwandeln. Stefanie Pesch hat den Musiker besucht und sich mit ihm über sein kreatives Projekt des Zusammenwirkens von Kunst und Wissenschaft unterhalten.
Christopher von Deylens Projekt Schiller-Quest, [5:53]
Projekt Schiller-Quest
Die Tiefsee ist noch immer eine weitgehend unbekannte Region unseres Planeten. Weniger als zehn Prozent von ihr gelten als erforscht. Kein Wunder also, dass die geheimnisvolle Meereswelt auf Wissenschaftler eine geradezu magische Anziehungskraft ausübt. Einer von ihnen ist Professor Michael Türkay, Meeresbiologe und Tiefseeforscher am "Forschungsinstitut Senckenberg" mit Sitz in Frankfurt am Main. Für ihn bietet keine andere Disziplin derartige Entfaltungsmöglichkeiten, denn unter Wasser sind jederzeit die überraschendsten Entdeckungen möglich. Und noch immer beschäftigt die Wissenschaftler vor allem die Frage, wie und warum die ungeheure Lebensvielfalt der Tiefsee möglich geworden ist. Stefan Pulß hat Michael Türkay über die schier grenzenlosen Perspektiven seines Forschungsgebietes befragt.
Faszinosum Tiefseeforschung, [7:57]
Forschungsinstitut Senckenberg
Skulpturenkreis im Underwater Sculpture Park Grenada
Für Taucher ist die Karibikinsel Grenada ein El Dorado, die alles zu bieten hat, was das Herz eines passionierten Schnorchlers erfreut. Seit 2007 verfügt das Tropenparadies zudem über eine singuläre Sehenswürdigkeit: den ersten Unterwasser-Skulpturenpark der Welt. Ein Ensemble von 65 Figuren auf einer Fläche von 800 Quadratmetern, die der englische Künstler und Tauchlehrer Jason de Caires Taylor geschaffen hat. Dargestellt sind Menschen der Karibik mit unterschiedlicher Herkunft: Indios und Afrikaner, Inder und Europäer. Menschen, denen Taylor mit seiner Installation höchst originelle Denkmäler gesetzt hat. Denkmäler, die durch das maritime Ambiente ständigen Veränderungen ausgesetzt sind und zum Lebensraum für zahlreiche Meeresbewohner geworden sind. Michael Castritius, Lateinamerika-Korrespondent der ARD, hat vor Ort Eindrücke gesammelt von einer der weltweit ungewöhnlichsten Kunstausstellungen.
Der Unterwasser-Skulpturen-Park in Grenada, [5:19]
U-Boot Wilhelm Bauer im Bremerhavener Museumshafen
Kriegerisches Ungetüm – Das U-Boot "Wilhelm Bauer" in Bremerhaven
Eine viel besuchte Attraktion Bremerhavens ist der Museumshafen vor dem Gebäude des Deutschen Schiffahrtsmuseums. Das spektakulärste Meeresfahrzeug, das hier vor Anker liegt, dürfte das U-Boot "Wilhelm Bauer" sein. Gebaut wurde es auf der Hamburger Werft Blohm & Voss in den Jahren 1944-1945. Zum Kriegseinsatz kam es allerdings nie und wurde kurz vor Kriegsende in der Flensburger Förde von der eigenen Besatzung versenkt. 1957 wurde das U-Boot wieder gehoben und von der Bundesmarine von 1960-1982 als Testfahrzeug genutzt. 1984 kam es in den Besitz des Bremerhavener Vereins "Technikmuseum Wilhelm Bauer", der das Boot weitgehend im Originalzustand restauriert hat. Die "Wilhelm Bauer" ist ein echtes Unikum der Seefahrtgeschichte, denn sie gilt als erstes wirkliches Unterseeboot, das im Unterschied zu den seinerzeit üblichen Tauchbooten dauerhaft unter Wasser bleiben und dort schneller als im aufgetauchten Zustand fahren konnte. Stefan Pulß hat an Bord der "Wilhelm Bauer" Elmar Fritzsche getroffen, den Vorsitzenden des Vereins "Technikmuseum U-Boot Wilhelm Bauer e.V.", und mit ihm einen Rundgang durch die kompakte Welt des Museumsbootes unternommen.
Das U-Boot Wilhelm Bauer in Bremerhaven - Ein Rundgang, [6:48]
Welcher Filmregisseur tauchte im März 2012 in den Marianengraben?
Lösung bitte an folgende E-Mail-Adresse:
mare-radio@radiobremen.de
Auflösung Mare-Rätsel Juli 2012:
Wir hatten danach gefragt, aus welchem Material Neopren besteht. Die richtige Antwort lautete: Bei Neopren handelt es sich um Chloropren-Kautschuk, auch Polychloropren genannt.
Mare Radio: Tiefe - Playlist [PDF, 8 Kb]
Über Mare Radio
In Mare Radio wird das kulturbildende Wesen des Meeres zum Programm, das mit Seelust und Entdeckerfreude die Kategorien von Wissenschaft, Literatur, Politik, Kunst und Musik durchkreuzt, immer auf Seeseite.
Sendezeit:
Jeden 1. Samstag im Monat,
19:05 – 21 Uhr
Wiederholung:
Am darauffolgenden Sonntag,
11:05 – 13 Uhr Mehr...
Rückblick
Robert Cray Band
Robert Cray hatte schon das hohe Alter von Dreißig erreicht als er Anfang der achtziger Jahre mit seiner Blues-Band bekannter wurde. Seitdem hat er fast jedes Jahr eine neue CD herausgebracht. Für einige davon hat er bereits fünf Grammys gewonnen und wurde 2010 in die "Blues Hall of Fame" aufgenommen. Mehr...
4. Juni, 22:05 Uhr | Nordwestradio
Lesebuch: Anna Seghers
In den aktuellen Folgen des Lesebuchs hören Sie den Roman "Aufstand der Fischer von Sankt Barbara" von Anna Seghers. Mehr...
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Das Nordwestradio setzt seine erfolgreiche Veranstaltungs- und Sendereihe "Erfahren, woher wir kommen" fort. Jürgen Stenzel liest "Gargantua und Pantagruel" von François Rabelais. Hanjo Kesting kommentiert das Werk. Mehr...
29. Mai 2013, 19:00 Uhr | Stadtbibliothek Bremen, Wall-Saal
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Seit Februar 2013 ist der Radio-Bremen-Web-Auftritt unter der Adresse "m.radiobremen.de" auch mobil abrufbar. Das gilt natürlich auch für die Homepage des Nordwestradio. Mehr...
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