1. März 2009, 11:05 Uhr
Mare Radio
Mare Radio stöbert in Kisten und Kasten, listet auf, was auf See so gebraucht wird und scheut sich nicht, Verborgenes ans Licht zu zerren. Und es wirft einen Blick auf die genormten, stapelbaren Blechboxen, die zu Tausenden auf den Meeren unterwegs sind. Wäre die Globalisierung ohne die Erfindung des Containers überhaupt möglich gewesen?
In den sechziger Jahren war er eine Sensation, heute geht ohne ihn nichts mehr im internationalen Warenhandel: Der Container hat den Seeverkehr revolutioniert wie keine andere technische Errungenschaft in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Längst hat es der richtige Umgang mit Containern auch zu akademischen Weihen gebracht, in Form der Wissenschaftsdisziplin "Hafenlogistik". Die wiederum wird im niedersächsischen Elsfleth gelehrt, im Fachbereich Seefahrt der Fachhochschule Oldenburg-Ostfriesland- Wilhelmshaven. Ein Fachmann auf diesem Gebiet ist Klaus Harald Holocher, der die Studenten in Elsfleth mit allem vertraut macht, was man über Hafenlogistik wissen muss: vom internationalen Transportmanagement über Seeverkehrsrecht bis zu den neuesten Erkenntnissen über eine moderne Hafenwirtschaft.
Fachhochschule Oldenburg-Ostfriesland-Wilhelmshaven
Jahrzehntelang waren die Containerterminals Garanten eines kontinuierlichen Wachstums im Hamburger Hafen. Buchstäblich jeder Quadratzentimeter war mit Warenbehältern ausgefüllt und Arbeitsüberlastung der Normalzustand für die Mitarbeiter. Seit Ende 2008 eine Wirtschaftskrise nie gekannten Ausmaßes die Welt in Atem hält, ändern sich die Arbeitsbedingungen rasant. Im Januar 2009 wurden 30 Prozent weniger Container in Hamburg umgeschlagen als vor einem Jahr und beständig vergrößern sich die Leerflächen auf den Terminals, die bis vor kurzem noch an akuter Platznot und notorischem Arbeitskräftemangel litten. Julia Meichsner hat sich vor Ort ein Bild gemacht und mit Verantwortlichen über die völlig neuen Verhältnisse im Zeichen der globalen Krise gesprochen.
Ethnologe Dieter Heintze, ehemaliger Leiter der Ozeanien-Abteilung im Überseemuseum
Als in den Zeiten des Kolonialismus europäische und überseeische Welt aufeinander prallten, wurde manch eigentümliches Phänomen geboren. Eines davon ist der sogenannte "Cargo-Kult", der Ende des 19. Jahrhunderts in Melanesien und Papua-Neuguinea entstanden ist. Seine Wurzeln liegen in der Begegnung der Eingeborenen mit den weißen Kolonialherren, die auf ihren Schiffen neuartige Waren in der Südsee verbreiteten. Für die Eingeborenen war die üppige westliche Warenwelt auf magische Weise mit den eigenen Ahnen verknüpft, deren Wiederkehr sie sich davon versprachen. Der Ethnologe Dieter Heintze, ehemaliger Leiter der Ozeanien-Abteilung im Bremer Überseemuseum, hat sich intensiv mit der Geschichte des Cargo-Kultes beschäftigt. Mit ihm sieht er religiöse, soziale und politische Bewegungen eng verknüpft, die bei der Identitätsfindung der Südsee-Insulaner eine wichtige Rolle gespielt haben.
Jeder Leser von Robert Louis Stevensons Romanklassiker "Die Schatzinsel" kennt es ganz genau: das Piratenlied "Fünfzehn Mann auf des toten Mannes Kiste". Schon zu Beginn des Buches wird es lautstark angestimmt von dem unheimlichen Fahrensmann Bill Bones und durchzieht dann den gesamten Roman als schauerliches Leitmotiv einer abenteuerlichen Schatzsuche, die in die Weltliteratur eingegangen ist. Ein Signal unterschwelliger Bedrohung, das mit der eigentlichen Romanhandlung nicht weiter in Beziehung gebracht wird, aber über Stevensons Bestseller hinaus bis heute ein Eigenleben führt. Holger Janssen hat sich auf die Spuren des berühmten Liedes in den Medien geheftet und ist dabei auf eine akustische Perlenschnur von Kuriositäten gestoßen.
Nach den Ereignissen des 11. September 2001 ist das Sicherheitsbedürfnis der USA nahezu ins Unermessliche gestiegen. Kaum ein Monat vergeht seitdem ohne die Verordnung oder Diskussion neuer Präventionskonzepte. Im Jahr 2007 wurde ein Gesetz beschlossen, das festlegt, alle Schiffscontainer in den USA lückenlos auf potentielle Gefahren zu untersuchen. Dieses so genannte "Container Screening" ist allerdings inzwischen international in die Kritik geraten. Auch in Deutschland bezweifeln Fachleute die Praktikabilität der amerikanischen Sicherungsmaßnahmen für Containerschiffe beim Einlaufen in die Bestimmungshäfen. Jens Schellhass war für Mare Radio in Bremen und Bremerhaven unterwegs und hat bei Experten nachgefragt, welche Probleme die Einführung eines "Container Screenings" den deutschen Seehäfen bereiten würde und welche Alternativen denkbar sind. Foto: Container Audio: "Höchste Sicherheitsstufe wozu?"
Container können beschädigt werden oder auch komplett verloren gehen.
Leben in einem exotischen Traumland, wer hat sich das in seinen Wunschträumen nicht schon vorgestellt? Für die Radio-Bremen-Redakteurin und Mare-Radio-Moderatorin Silke Behl wurde dieser Traum Realität, als sie für fünf Jahre von Deutschland nach Indonesien übersiedelte – allerdings in Gestalt des absoluten Alptraumes. Denn der Umzugs-Container, dem sie ihren kompletten Hausstand samt 4.000 Büchern anvertraut hatte, wurde bei der Überfahrt beschädigt und vier Wochen lang von einem Monsunregen dauerberieselt. Danach hatte sich der Inhalt in eine undefinierbare Masse verwandelt und ein Stück Lebensgeschichte war für immer dahin. Wie Silke Behl trotz dieses niederschmetternden Erlebnisses ein neues Kapitel in ihrer Vita aufschlagen konnte, das erzählt sie im Gespräch mit Stefan Pulß.
Das Meer birgt die unglaublichsten Rätsel und Geheimnisse. Viele lüften wir mit unseren Beiträgen, Reportagen und Gesprächen - aber einige reichen wir an die Hörer von mare Radio weiter. Jede Ausgabe enthält also ein Rätsel und, natürlich, attraktive Preise für die Gewinner.
Rätselfrage März 2009: Aus welchen Fischsorten werden Fischstäbchen üblicherweise hergestellt? Nennen Sie drei Beispiele für typische Fischstäbchen-Fischsorten.
Gewinne: Zu gewinnen gibt es ein Jahresabonnement von Mare - Die Zeitschrift und ein Mare-Buchpaket.
Aulösung Februar 2009: Die Frage lautete: Wunderschöne Tabakspfeifen werden aus Meerschaum gemacht, z.B. in der Türkei. Aber was ist "Meerschaum"? Die Lösung ist: Meerschaum besteht aus hydratisiertem Magnesium.
Info: Mare Radio
![Segelschiffe [Quelle: Radio Bremen] Segelschiffe [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/mare_radio/segelschiffe100_v-mediateaser.jpg)
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Mein Vater und das liebe Vieh
Rund 50 Milliarden Euro gibt die EU jährlich für die Landwirtschaft aus, doch das Sterben der Höfe geht weiter. Feature-Autorin Julia Schäfer erzählt die Geschichte ihres Vaters, der mit 76 Jahren trotz aller Widrigkeiten asl Milchbauer arbeitet. Mehr...
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