Eigentlich hieß sie Netty Reiling und war eine studierte Kunsthistorikerin. Aber dann begann sie Ende der 1920er Jahre zu schreiben und erst einmal unter dem Pseudonym "Seghers" zu veröffentlichen. Damit war ihre Karriere als Schriftstellerin Anna Seghers vorgezeichnet. Ihre Romane "Das siebte Kreuz" und "Transit" waren weltbekannt, ihr Eintreten für die Unterdrückten, Entrechteten und Verfolgten wurden ihr Markenzeichen. Als Kommunistin und Jüdin gehörte Seghers unter den Nazis selbst dazu, sie musste ins Exil gehen. Als sie nach dem Krieg nach Deutschland zurückkehrte, entschied sie sich für die DDR, wo sie die Rolle einer kulturpolitisch engagierten Schriftstellerin einnahm. Vor 30 Jahren ist Anna Seghers gestorben. Grund genug, ihre erste Erzählung "Aufstand der Fischer von Sankt Barbara" ins Programm unserer Sendung "Lesebuch" zu nehmen.