Wer beim Leichenbitter an einen Schnaps denkt, ist wahrscheinlich in der Stadt aufgewachsen. Auf dem Land, da weiß man, dass der Leichenbitter nach einem Todesfall die Verwandten und Nachbarn zur Trauerfeier einlädt. Noch – denn das, was mal eine Tradition war, droht auszusterben. Es finden sich heute nur noch wenige, die dieses Amt übernehmen wollen. Radio-Bremen-Reporter Sven Weingärtner war in Alfstedt bei Bad Bederkesa. Dort hat er einen der letzten Leichenbitter getroffen. In 43 Jahren hat Heinrich Wilshusen mehr als 350 Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet.