Der Mann sammelte Trachten und Bauernmöbel, besang in Versen die niedersächsische Landschaft, pflegte gute Kontakte zur Worpsweder Künstlerkolonie und zu Dichtern, malte, fotografierte und grub im Geestboden nach prähistorischen Funden – der bei Zeven 1867 geborene Heimatforscher Hans Müller-Brauel. Und so begegnet er einem auch vornehmlich im Museum Kloster Zeven, das einen Teil seiner Hinterlassenschaft übernommen hat und ausstellt. Aber der rührige Volkskundler und Kenner niedersächsischer Bauernkultur begründete sein Tun auch eindeutig politisch: "Die Völker selbst sind es, die sich ihr Schicksal bereiten. Wenn sie nicht erkennen, dass es darauf ankommt, sich rein zu erhalten und seine Art nicht zu mischen mit minderwertigem Blut." War Hans Müller-Brauel ein völkisch-rassistischer Ideologe oder sind solche Sätze nur ein gängiges Bonmot im politischen Mainstream im Deutschland jener Jahre?