6. Januar 2012, 8:36 Uhr
Nordwestradio Journal
Er könnte längst Pensionär sein. Am 6. Januar feierte der Bremer Vollblutpolitiker Bernd Neumann seinen 70. Geburtstag – alles andere als im Ruhestand: Seit über sechs Jahren verwaltet er das komplexe Amt des Kulturstaatsministers im Bundeskanzleramt. Von 1979 bis 2008 war er Landesvorsitzender der Bremer CDU und somit bundesweit der am längsten amtierende in der Geschichte der Partei. Nordwestradio-Reporter Rainer B. Schossig mit einem Porträt.
Kulturstaatsminister aus Bremen – Bernd Neumann zum 70. Geburtstag, [3:33]
Genau genommen ist Neumann gar kein Bremer, er wurde am 6. Januar 1942 in Elbing in Westpreußen geboren. Aber seine politischen Sporen hat er sich an der Weser erworben. Seit 50 Jahren ist er Mitglied der Bremer CDU: erst in der Jungen Union, später im CDU-Landesvorstand. Jahrelang wirkte er in der Bremischen Bürgerschaft, inzwischen sitzt er seit mehr als 20 Jahren im Bundestag.
Im tiefroten Bremen immer über die Landesliste in den Bundestag gekommen, entwickelte sich Neumann zum profiliertesten CDU-Politiker seines Landesverbands; kritisch begleitete er die Kultur- und Wissenschaftspolitik Bremens. 1991 holte Helmuth Kohl Neumann als Parlamentarischen Staatssekretär für Forschung und Technologie in die Bundesregierung. Die rotgrüne Koalition schien 1998 das Ende seiner Laufbahn als Bundespolitiker besiegelt zu haben, doch Angela Merkel holte ihn 2005 zurück nach Berlin, ins Kanzleramt – als Kulturstaatsminister.
Als alter Politfuchs weiß Neumann, woher das Geld kommt. So kann er nicht nur verhindern, dass sein Kulturetat von jährlich 1,1 Milliarden Euro der Sparwut der Haushälter anheim fällt. Im Gegenteil, es gelingt ihm, immer wieder neue Millionen für die Kultur zu mobilisieren.
Neumann kennt die Stellschrauben des parlamentarischen Betriebs hinter den Kulissen. Viel Geld für die Berliner Museumsinsel und die Deutsche Film-Förderung; schnelle Hilfe für die abgebrannte Anna-Amalia-Bibliothek in Weimar, Engagement für die Kulturhauptstadt Essen 2010, Standhaftigkeit im Berliner Opernstreit. Der Spiegel nannte Neumann kürzlich einen "Geldautomaten". Der Bremer Bernd Neumann hat sich um die Kultur der Bundesrepublik Deutschland verdient gemacht.
Reinhard Hübsch hat mit ihm über aktuelle Fragestelllungen der Medienpolitik gesprochen, die in Deutschland übrigens vorrangig von den einzelnen Bundesländern entschieden wird und zunächst gefragt, ob das nicht ein Anachronismus, angesichts der Globalisierung der Medien sei.
Gespräch mit Bernd Neumann, Staatsminister für Kultur und Medien , [11:31]
Info: Nordwestradio Journal
![Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen] Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/journal104_v-mediateaser.jpg)
Sendezeit:
Mo., - Fr.,
6:05 - 9 Uhr
12:08 - 13 Uhr
17:08 - 18:30 Uhr
Sa.,
8:05 - 9 Uhr
12:05 - 13 Uhr
Aktuelle Beiträge zum Hören
Alle Audios
Alle Beiträge aus dem Nordwestradio Journal in unserer Mediathek. Mehr...
Pro musica antiqua 1985: Festliches Barock-Konzert
Für die "Pro musica antiqua" 1985 hatte Radio Bremen den Flötisten Hans-Martin Linde und sein in Basel ansässiges Linde-Consort zu einem Konzert mit festlicher Barockmusik in die Ansgariikirche in Bremen eingeladen. Mehr...
26. Mai, 17:05 Uhr | Nordwestradio
Fontane: Unterm Birnbaum
Der Roman "Unterm Birnbaum" erschien 1885. Das scheinbar abseitigste Werk des alten Fontane wurde kaum beachtet. In zwanzig Kapiteln erzählt Fontane eine Mordgeschichte aus dem Oderbruch, die an ein dörfliches Macbeth-Drama erinnert. Mehr...
Poetry on the Road 2012
Vom 30. Mai bis 4. Juni 2012 ist Bremen mit dem Internationalen Literaturfestival "Poetry on the Road“ kultureller Treffpunkt für 24 Dichter aus 15 Nationen. Etablierte Autoren der Weltliteratur Seite an Seite mit hoch interessanten Neuentdeckungen bringen auf Einladung von Radio Bremen und der Hochschule Bremen die Weltsprache Poesie an die Weser. Mehr...
Suche
Nordwestradio durchsuchen:
Info und Service