29. Januar 2013, 6:15 Uhr
Nordwestradio Journal
Was rund läuft und was verkehrt beim Bremer Verkehr? Seit November 2012 haben Bürger die Möglichkeit, sich im Internet dazu zu äußern. Die Seite wird gut angenommen. Mit einem Klick kann man seine Zustimmung oder Ablehnung zu einem Thema äußern. Und genau daran mehrt sich nun Kritik. Denn die Einträge sind offenbar leicht manipulierbar.
Rad- und Autofahrer sind auf der Internetseite selten einer Meinung.
Die vom Verkehrssenator angebotene Diskussionsseite www.bremenbewegen.de wird gut angenommen: Mittlerweile gibt es rund 4.000 Kommentare. Dabei scheinen einige Teilnehmer mehrfach für oder gegen ein Thema im Internet abgestimmt zu haben. Kann man so das Top-Thema im Verkehrsentwicklungsplan bestimmen und die Verkehrsplanung in Bremen beeinflussen?
Die Eingabe ist unkompliziert. Mit nur wenigen Klicks kann jeder seine Meinung zum Verkehr auf der Seite "Bremen bewegen" äußern – und das anonym. Auch Albrecht Genzel, Verkehrsreferent vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club (ADFC) in Bremen, hat schon etwas auf der Seite geschrieben. Doch nach der Anfangseuphorie über soviel Bürgerbeteiligung haben Albrecht Genzel und seine Mitstreiter vom ADFC schnell gemerkt, dass positiv besetzte Themen zur Verbesserung des Rad- und Fußgängerverkehrs gekontert wurden.
"Das hat uns erst überrascht", so Genzel. "Wir haben einen großen Verteiler – der ADFC hat mehr als 3.000 Mitglieder in Bremen. Und die haben wir gebeten, Themen selber zu setzen, zu kommentieren und auch zu voten. Das ist in einem großen Maß geschehen – und dann waren wir ganz überrascht, dass es über Nacht plötzlich 100 Gegenstimmen gab", so der ADFC-Vertreter. Genzel glaubt, dass einzelne Personen mehrfach abgestimmt haben. Das verstößt gegen die Spielregeln, meint er.
Genauso wie der Fahrrad-Verband hat auch der Allgemeine Deutsche Automobilclub ADAC seine Mitglieder aufgefordert, sich an der Diskussion zu beteiligen. Klaus Schäfer-Breede vom Bremer Büro für Verkehrsökologie ist an der Auswertung der Internetdiskussion beteiligt. Er weiß, dass manche Gruppen und einzelne Aktivisten sich mächtig ins Zeug gelegt, kommentiert und abgestimmt haben, so oft es ging.
Schäfer-Breede ist überzeugt, dass das ganz im Sinne dieser Plattform ist. "Aber andererseits kann es auch dazu führen, dass diese Gruppen in ein organisiertes oder manipuliertes Votieren verfallen. Und das wollen wir so weit wie möglich eliminieren."
Betreut wird die Seite von einem Hamburger Büro, erzählt Klaus Schäfer-Breede. Mittlerweile hat man dort ein paar Tricks gefunden, um die organisierte Abstimmung im Zaum zu halten. Außerdem werden geschriebene Kommentare zehn Mal höher gewichtet, als die simplen Zustimmungs- oder Ablehnungsklicks. Die Meinungen der Internetdiskussion werden von Verkehrsgutachtern ausgewertet. Heraus kommt eine Rangliste der meist diskutierten Themen.
Die Top-Themen werden dann öffentlich auf sogenannten "Bürgerforen" in den Stadtteilen vorgestellt. Dort, so hofft man, soll die Diskussion weitergehen. Der Meinungsaustausch auf der Internetplattform ist also nur eine Art Bestandsaufnahme – eine Abstimmung über Verkehrsthemen geschieht dort nicht, sagt Brigitte Köhnlein, Sprecherin beim Bremer Verkehrssenator.
Hier können Sie sich direkt beteiligen:
Ihr Wissen, Ihre Ideen: Der Bremer Verkehrsentwicklungsplan
Website des Senators für Umwelt, Bau und Verkehr
Kritik an "Bremen bewegen": Einträge leicht manipulierbar?, [3:27]
Bremer sollen Verkehr mitplanen, [0:48]
Bürger sollen bei Verkehrsplanung mitreden
Fahrrad-Dossier
Info: Nordwestradio Journal
![Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen] Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/journal104_v-mediateaser.jpg)
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