Nordwestradio Journal
Die Verlegerfamilie Meyer scheiterte am 20. Dezember 2012 mit dem Versuch, den Miteigentümer und Vorstandsvorsitzenden Ulrich Hackmack sofort abzulösen. Das Bremer Landgericht lehnte eine einstweilige Verfügung ab.
Es ist eine vertrackte Situation: Die Bremer Tageszeitungen AG, in deren Verlag der Weser-Kurier erscheint, gehört zwei Bremer Familien - der Unternehmer-Familie Meyer und der Familie Hackmack. Angesichts der wirtschaftlichen Probleme, die der Weser-Kurier wie viele andere Zeitungen auch hat, vertreten die Eigentümerfamilien unterschiedliche Auffassungen. Ulrich Hackmack ist Vorstandsvorsitzender der Zeitung. Zuletzt verlängert wurde sein Vertrag Ende 2009 - rechtswidrig und damit nichtig, wie der Bundesgerichtshof (BGH) 2011 entschieden hat. Der Grund: Ein Formfehler - die Vertragsverlängerung hatte damals nicht auf der Tagesordnung gestanden.
Ulrich Hackmack, Vorstandsvorsitzender der Bremer Tageszeitungen AG
Als der Versuch, Hackmack nach dem BGH-Urteil im Aufsichtsrat als Vorstandsvorsizenden abzulösen gescheitert war, zog die Familie Meyer wieder vor Gericht und versuchte jetzt, mit einer einstweiligen Verfügung seine sofortige Ablösung zu erreichen. Doch der Richter am Bremer Landgericht entschied: Eine sofortige Absetzung des Managers wäre so gravierend und würde einer Entscheidung im Hauptsacheverfahren so sehr vorgreifen, dass sie nicht einfach zurückzunehmen wäre.
Hackmacks Gegner haben nach ihrer heutigen Niederlage eine Berufung angekündigt. Und dann steht auch noch das Hauptsacheverfahren an. Vor 2014 ist vermutlich mit keiner Entscheidung zu rechnen. Und dann läuft die Amtszeit von Ulrich Hackmack ohnehin aus, wie Reporter Christian Schwalb im Gespräch mit Nordwestradio-Moderatorin Katrin Krämer berichtet.
Weser-Kurier: Vorstand Hackmack bleibt im Amt, [2:45]
Landgericht lehnt einstweilige Verfügung ab
"Der Weser-Kurier" ist seit Jahren ein Sorgenkind, sagt der Vorsitzende des Deutschen Journalisten Verbands (DJV). Der Gewerkschaftschef kritisiert die Politik der Geschäftsleitung, immer mehr redaktionelle Arbeit auszugliedern und damit dem Haustarif beim Weser-Kurier zu entziehen. Wenn man Kollegen für gleiche Arbeit unterschiedlich bezahlt, sorge das für Unruhe, so Konken.
Das könne auf die Dauer nicht gut gehen. Irgendwann leide darunter die Qualität. Das merke irgendwann auch der Leser. "Wenn man Qualität will, dann muss man dafür sorgen, dass auch alle, die dort arbeiten, das gleiche Gehalt bekommen, damit die Redaktion weiterhin gute Arbeit leisten kann", sagt Konken.
Der Weser-Kurier sei ein Flaggschiff in Norddeutschland. Aber was in dem Verlag in den vergangenen Monaten passiert sei, tue keiner Zeitung gut. Insbesondere der Vorstandsvorsitzende Hackmack werde seiner Verantwortung schon seit Jahren nicht mehr gerecht, kritisiert Konken. Hackmack sei den Gewerkschaften und den Kollegen gegenüber in Konfliktsituatioen nicht gesprächsbereit.
Hackmack sei ein "böser Finger", der in den vergangenen Jahren dafür gesorgt hat, dass immer mehr Unruhe in den Weser-Kurier getragen wird, so der DJV-Vorsitzende. Erst nach Hackmack habe die Zeitung wieder eine Chance, dass Ruhe und Qualität einkehre, sagt Konken im Gespräch mit Nordwestradio-Moderator Tom Grote.
Hackmack ist ein "böser Finger" - Gespräch mit dem DJV-Vorsitzenden Michael Konken, [4:25]
Info: Nordwestradio Journal
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