5. November 2012, 17:30 Uhr
Nordwestradio Journal
Zum "Bunten Herbst" hat die Stadt Wilhelmshaven ihre Bürger, Vereine und Institutionen aufgerufen, und viele sind gefolgt. Dabei geht es darum, anlässlich des Jahrestags der Reichsprogromnacht am 9. November 1938 ein Zeichen zu setzen. Die Aktionswoche vom 4. bis zum 10. November ist das Ergebnis einer vom Stadtrat initiierten Arbeitsgruppe, die Maßnahmen gegen Extremismus benennen soll. Doch die Aktionswoche wird auch von Misstönen begleitet.
Schulen, Kindergärten, Kirchengemeinden und Vereine beteiligen sich an der Aktionswoche. Insgesamt 60 Veranstaltungen und Aktionen finden statt. Und am 9. November, dem Jahrestag der Reichsprogromnacht 1938, gibt es eine Gedenkveranstaltung auf dem Synagogenplatz.
Auch die Polizei ist beteiligt. Zwar gebe es – im Gegensatz zu den 1990er Jahren – keine feste rechtsextreme Szene in der Stadt, sagt Hans-Henning von Dincklage, Leiter der Polizeiinspektion Wilhelmshaven-Friesland. Aber Hakenkreuz-Schmierereien oder das Grölen rechter Parolen kämen durchaus vor. Die Polizei gehe dagegen an, sagt er, und das wolle sie den Bürgern auch zeigen.
Doch den Beamten geht es nicht nur um Aufklärung und Prävention, sondern auch um die Beschäftigung mit der eigenen Vergangenheit. Denn Polizisten waren während des Nationalsozialismus auch Täter, sagt von Dincklage.
Dass es in Wilhelmshaven selbst ein KZ-Außenlager gab, darauf macht das "Netzwerk gegen Rechts" bei einer Antifaschistischen Stadtrundfahrt aufmerksam. Allerdings nicht als Teil des Bunten Herbstes, denn das Netzwerk kritisiert das offizielle Motto der Woche.
Reportage:
Bunter Herbst: Aktionswoche gegen Extemismus in Wilhelmshaven, [3:29]
Für das Nordwestradio berichtet Kristin Hunfeld.
Das Wilhelmshavener "Netzwerk gegen Rechts" beteiligt sich nicht an der Aktionswoche "Bunter Herbst".
Zwar richten sich so gut wie alle Veranstaltungen und Aktionen gegen Rechtsextremismus, doch das Bündnis kritisiert, dass der Name "Aktionswoche gegen Extremismus" eine unzulässige Gleichsetzung von Rechts- und Linksextremismus bedeute. Das sei gerade angesichts der Progromnacht am 9. November 1938 nicht hinnehmbar. Nordwestradio-Moderator Otmar Willi Weber sprach mit Tim Sommer vom Netzwerk gegen Rechts.
Hintergrund:
Wilhelmshaven: Aktionswoche ohne Netzwerk gegen Rechts, [5:30]
Gespräch mit Tim Sommer (Sprecher Netzwerk gegen Rechts)
Vor etwa 30 Jahren machten zwei junge Männer in Wilhelmshaven einen spektakulären Fund: In einem Reisekoffer lag die Gesamtmitgliederliste der NSDAP Wihelmshaven. Im Rahmen der Aktionswoche wird Stefan Appelius, einer der beiden Männer, zum ersten Mal öffentlich von dem spektakulären Fund berichten.
Braune Stadt am Meer
Brisanter Fund in altem Reisekoffer
Stefan Appelius , [37:21]
Politikwissenschaftler
Info: Nordwestradio Journal
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