24. Mai 2013, 7:10 Uhr
Nordwestradio Journal
Die Deutsche Bank hatte ihre Aktionäre am 23. Mai 2013 zur ordentlichen Hauptversammlung nach Frankfurt eingeladen. Für die beiden Chefs der Bank, Anju Jain und Jürgen Fitschen, kein Spaziergang. Denn im Mittelpunkt standen einmal mehr die Skandal-Geschäfte und der angeknackste Ruf der Bank.
Am Hauptsitz der Deutschen Bank in Frankfurt fand die Aktionärsversammlung statt.
Einen "Kulturwandel" hatte die Deutsche Bank versprochen, nachdem das Duo Jain und Fitschen an die Spitze gerückt war. Integrität, Wahrung der Kundeninteressen und nachhaltiges Denken sollten demnach in Zukunft die Handlungen der Deutschen Bank bestimmen.
Weniger Worte und mehr Taten wären besser gewesen, sagt dazu Barbara Happe von der Umwelt- und Menschenrechtsorganisation "Urgewald" im Nordwestradio-Gespräch mit Moderator Hans-Heinrich Obuch. Die Deutsche Bank halte weiterhin an der Finanzierung von Atomwaffenherstellern und Waffenschmieden wie Rheinmetall fest. Sie habe den Eindruck, im Moment sei "business as usual" angesagt, so Happe.
Die Stimmung auf der Aktionärsversammlung sei angespannt gewesen, viele Aktionäre hätten sich kritisch darüber geäußert, dass es nahezu täglich negative Meldungen über die Deutsche Bank gebe. Und auch die Führungsspitze der Bank habe "sehr angespannt" gewirkt.
Kulturwandel bei der Deutschen Bank?, [4:19]
Gespräch mit Barbara Happe (Organisation "Urgewald")
Die Bank möchte ihr Image verbessern, sagt Georg Meck, Wirtschaftsredakteur der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Auch Jürgen Fitschen habe zugegeben, dass die Bank Fehler gemacht habe. Der größte Skandal sei die mögliche Manipulation des sogenannten Libor-Zinssatzes. Die Finanzwelt sei aufgebracht. Sollte der Zinssatz tatsächlich manipuliert worden sein, sei das "organisierte Kriminalität".
Von der Aufklärung dieses Falles hänge das Schicksal der Doppelspitze ab, sagt Meck. Die Deutsche Bank müsse und wolle Vertrauen zurückzugewinnen – bei nationalen und internationalen Kunden.
Buchtipp
Georg Meck "The Deutsche –
Investmentbanker an der Macht:
Wohin geht die Deutsche Bank?"
Campus Verlag, 17,99 Euro
Deshalb wurde die Einrichtung eines Ausschusses beschlossen, der den angestrebten Kulturwandel voranbringen soll. Außerdem wurde beschlossen, dass geringere Boni an die Banker gezahlt werden sollen – ein erster positiver Schritt, sagt Meck.
Deutsche Bank will Vertrauen zurückgewinnen, [5:35]
Gespräch mit Georg Meck (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung)
Info: Nordwestradio Journal
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