13. August 2012, 7:35 Uhr
Nordwestradio Journal
Am 10. August begann die Stadt Diepholz mit der Einleitung von Nitrat in den Fluss Lohne, um den Gestank durch absterbende Blaualgen zu bekämpfen. Der Fluss, der vom überdüngten Dümmer kommt und mitten durch Diepholz fließt, glich seit Tagen "stinkendem Spülwasser".
Die Bekämpfung des Geruchs mit Nitrat ist ein Modellprojekt und nicht unumstritten. Denn auch die Chemikalie ist ein Düngemittel. Wenn das Nitrat sich in Nitrit umwandelt, ist es giftig und kann zu Fischsterben führen. Deshalb wird der Modellversuch umfassend begleitet; zwei Mal am Tag werden Wasserproben genommen.
Seit elf Jahren tritt das Phänomen im Sommer auf, sagt Gregor Korte, Umweltreferent der Stadt Diepholz im Gespräch mit Nordwestradio-Moderator Hans-Heinrich Obuch. Die Blaualgenplage im Dümmer sei in jedem Jahr unterschiedlich stark, ob die Lohne stinkt, sei auch von der Wetterlage abhängig.
Ursache für die Überdüngung des Dümmers seien die völlig überdüngten Böden im Osnabrücker Land, sagt Korte. Die Phosphate gelangten dort über die Hunte in den Dümmer. In dem See habe sich sehr viel Düngeschlamm angesammelt. Die Folgen könnten noch jahrzehntelang spürbar sein, selbst wenn ab sofort keine Phosphate mehr eingeleitet würden.
Gregor Korte, Umweltreferent der Stadt Diepholz an der Lohne.
Das Land Niedersachsen unterstützt die Stadt Diepholz durch wissenschaftliche Beratung; finanziell fühle sich das Land nur für den Dümmer zuständig, nicht aber für die abgehenden Gewässer, beklagt Korte. Die Kosten für die Sauerstoff-Versorgung der Lohne und die wissenschaftliche Begleitung trage Diepholz allein. "Das ärgert uns", sagt Korte.
Doch ein erster Erfolg scheint schon eingetreten zu sein, die Geruchsprobe am 13. August ergab: Es stinkt nicht.
Gespräch mit Gregor Korte:
Diepholz: Nitrat gegen Gestank durch Blaualgen, [5:13]
Info: Nordwestradio Journal
![Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen] Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/journal104_v-mediateaser.jpg)
Sendezeit:
Mo., - Fr.,
6:05 - 9 Uhr
12:08 - 13 Uhr
17:08 - 18:30 Uhr
Sa.,
8:05 - 9 Uhr
12:05 - 13 Uhr
Aktuelle Beitr�ge zum H�ren
Alle Audios
Alle Beiträge aus dem Nordwestradio Journal in unserer Mediathek. Mehr...
Violine virtuos
Sie ist die Königin unter den Streichinstrumenten: die Geige. Komponisten haben durch die Jahrhunderte immer wieder Stücke für sie geschrieben. Musiker wie Gilles Apap spielen sie mit einer Leichtigkeit und verzaubern ihr Publikum. Wir spannen in unserer Sendung den Bogen vom Barock bis zum Jazzmusiker Keith Jarrett. Mehr...
19. Juni, 20:05 Uhr | Nordwestradio
Lesebuch: Marie Luise Kaschnitz
Marie Luise Kaschnitz gehört zu den renommierten deutschen Autorinnen des 20. Jahrhunderts. In den aktuellen Folgen des "Lesebuch" hören Sie Auszüge aus "Das Haus der Kindheit". Mehr...
radiobremen.de nun auch mobil
Seit Februar 2013 ist der Radio-Bremen-Web-Auftritt unter der Adresse "m.radiobremen.de" auch mobil abrufbar. Das gilt natürlich auch für die Homepage des Nordwestradio. Mehr...
Suche
Nordwestradio durchsuchen:
Info & Service
Neues Digitalradio-Angebot
Radio Bremen hat ein neues Digitalradio-Angebot gestartet. Damit können Sie das Nordwestradio in rauschfreier Qualität empfangen. Mehr...
Jetzt auf radiobremen.de
Beschlossene Sache: Höhere Bremer Beamte kriegen nicht mehr Geld
Ruhegeld erst ab 67: Ex-Senatoren kassieren künftig später
"Bisher keine Schippe mehr": Schüler und Lehrer wollen bessere Schulen
Kurz vor dem Start: Hurricane 2013 in Scheeßel