24. Januar 2012, 7:35 Uhr
Nordwestradio Journal
Am 24. Januar 1712, vor genau 300 Jahren, wurde er geboren, der letzte Deutsche Herrscher, dessen Namen man mit dem Zusatz "der Große" versah. Die Rede ist von Friedrich II., oder eben Friedrich dem Großen, oder auch dem alten Fritz. König von Preußen, selbst ernannter Philosoph auf dem Thron, Künstler wie Kriegsherr.
Auch heute noch ist das Interesse an dem Herrscher aus dem Hause Hohenzollern groß, rund zwei Dutzend neue Biografien sind anlässlich seines Geburtstages neu erschienen. Eine davon hat der Historiker Jürgen Luh geschrieben, mit dem Titel "Der Große. Friedrich II. von Preußen".
Friedrich der II., so Luh, habe von allen Hohenzoller Königen das vielfältigste Interesse gehabt. Er habe sich für Kunst, Krieg und Philosophie interessiert, habe gedichtet, sich mit dem französischen Aufklärer Voltaire Briefe geschrieben und auch selbst als politischer Schriftsteller betätigt. Friedrich habe ein umfassendes Allgemeinwissen gehabt - ein Umstand, der ihn in dieser Hinsicht auch heute noch zu einem Vorbild mache, so der Historiker.
Dabei war der Preußenkönig wahrlich kein einfacher Charakter. "Der alte Fritz" konnte, sagt Luh, durchaus charmant sein, wenn er denn wollte. Er habe aber auch ziemlich gemein sein können, gerade zu den Menschen in seinem nahen Umfeld. Vor allem aber, so Luhs These, war Friedrich in seinem Handeln getrieben von Ruhmessucht. Fast alles, vom Siebenjährigen Krieg bis hin zu seiner Freundschaft mit Voltaire, sei von dem Verlangen angetrieben worden, in die Geschichte einzugehen. Nordwestradio-Moderator Tom Grote sprach mit dem Historiker.
Auch die Ostfriesen standen gut vier Jahrzehnte unter der Herrschaft von Friedrich II. Ursprünglich stand die Erinnerung an seine Regentschaft einmal mitten im Stadtkern Emdens: In Form einer Bronzestatue des Preußenkönigs. 1947 aber wurde sie verbannt, auf die Knock - die südwestlichsten Landecke der historischen Landschaft Krummhörnaußer - weit halb des Stadtkerns. Heute ist der alte Fritz eher ein Landeplatz für Möwen als eine Erinnerung an Glanz und Größe des Preußenreiches und ihres Königs.
Die Statue von Friedrich dem Großen in Emden an der Knock.
Doch warum haben die Emder den großen Friedrich so ins Abseits gestellt? Hat es etwas damit zu tun, dass die preußischen Beamten, kaum im Land, das Tafelsilber des letzten ostfriesischen Landesfürstes zu Gold machten, um dessen Schuldenberg abzubezahlen? Und dass die Ostfriesen jedes Jahr 40.000 Taler als Entschädigung an den König zahlen mussten, weil sie ihm keine Soldaten abstellten? Geld, dass in die königliche Dispositionskasse wanderte, mit der wiederum der Bau des Herrschaftssitzes Schloss Sanssouci bezahlt wurde. Nordwestradio-Reporterin Hanne Klöver ist der Frage nachgegangen.
Reportage:
Der Alte Fritz und Ostfriesland, [3:41]
Ein Beitrag von Hanne Klöver
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Friedrich der Große und der Preußenmythos , [4:51]
Friedrich der Große und der deutsche Preußenmythos [PDF, 13 Kb]
Info: Nordwestradio Journal
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