2. Oktober 2012, 8:35 Uhr
Nordwestradio Journal
Günter Grass hat einen neuen Gedichtband geschrieben, "Eintagsfliegen"
Der deutsche Literaturnobelpreisträger würdigte in einem der insgesamt 87 Gedichte den wegen Spionage zu 18 Jahren Haftstrafe verurteilten israelischen Nukleartechniker Mordechai Vanunu als "Held" und "Vorbild" – und provozierte damit die Regierung des Landes. Vanunu hatte 1986 im Ausland das geheime Nuklearprogramm Israels öffentlich gemacht. In dem Gedicht "Ein Held unserer Tage" dichtet Grass über Vanunu: "So heißt der Held, der seinem Land zu dienen hoffte, indem er half, die Wahrheit an den Tag zu bringen."
Bereits im April 2012 hatte Grass mit dem Gedicht "Was gesagt werden muss" die israelische Regierung verärgert. Grass hielt in dem Text Israel vor, mit seinen Atomwaffen den ohnehin brüchigen Weltfrieden zu gefährden und das Recht auf einen militärischen Erstschlag gegen Irans Atomanlagen zu beanspruchen. Israels Innenminister Eli Jischai sprach gegen den deutschen Dichter daraufhin ein Einreiseverbot aus.
Die Gedichte bilden eine Art Bilanz eines langen Schriftstellerlebens. Es sind sehr berührende und private Gedichte darunter: Die Beschwerden des Alters, der immer näher rückende Tod und der Verlust von Freunden werden lyrisch aufgearbeitet. Zu jedem Gedicht hat Günter Grass eine aquarellierte Federzeichnung angefertigt. Der Gedichtband ist nicht nur für Grass-Kenner zu empfehlen, sondern eine Art lyrisches Volksbuch, in schöner Aufmachung.
Nordwestradio-Programmleiter Jörg-Dieter Kogel kennt das Gesamtwerk von Günter Grass und den Schriftsteller persönlich. Wir haben mit ihm über die neuen Gedichte gesprochen.
Interview:
Eintagsfliegen - 87 Gedichte von Günter Grass, [5:52]
Buchinformationen:
Günter Grass: "Eintagsfliegen". Gelegentliche Gedichte, Steidl Verlag, September 2012, 107 Seiten, 28 Euro
Info: Nordwestradio Journal
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