11. September 2012, 6:10 Uhr
Nordwestradio Journal
Der schwer beschädigte Containerfrachter "MSC Flaminia" hat am Abend des 9. September den Jade-Weser-Port erreicht. Schlepper hatten das Schiff durch das Wattenmeer an die Kaje in Wilhelmshaven gebracht. Seit dem 2. September war das bei einem Brand beschädigte Schiff auf dem Weg nach Deutschland. Das Containerschiff muss nun untersucht und entladen werden.
Die Flaminia im Jade-Weser-Port.
Dabei wird das ganze Ausmaß der Schäden erst deutlich. Am Mittwoch, 12. September, gehen Brandexperten der Polizei an Bord und versuchen zu klären, wo und wie das Feuer Mitte Juli auf der knapp 300 Meter langen Flaminia ausgebrochen ist. Doch zuvor wurde noch einmal an Deck und in den Frachträumen die Luft gemessen. Nordwestradio-Reporterin Jutta Przygoda berichtet.
Flaminia im Jade-Weser-Port, [2:47]
Schiff wird entladen und untersucht
Chronologie:
Die lange Reise der "MSC Flaminia"
Am Morgen des 9. September hatte sich die "Flaminia" von ihrem Reedeplatz vor Helgoland, wo Experten das Schiff noch einmal untersucht hatten, auf den Weg nach Wilhelmshaven gemacht. Schlepper brachten das Schiff durch das Weltnaturerbe Wattenmeer an die Kaje in Wilhelmshaven. Nordwestradio-Reporter Mario Neumann war beim Einlauf des Schiffes dabei.
MSC Flaminia am Jade-Weser-Port, [3:03]
Ein Beitrag von Mario Neumann
Seit dem 2. September war das Schiff auf dem Weg nach Wilhelmshaven. Vorausgegangen war ein Streit, wer das schwer beschädigte und potentiell gefährliche Schiff aufnehmen sollte. Unter den mehr als 2.800 Containern an Bord der "Flaminia" befinden sich auch 151 mit Gefahrgut. Auch das Löschwasser an Bord des Schiffes ist mit dem aus den beschädigten Containern ausgetretenen Chemikalien kontaminiert. Deutschland als sogenannter "Flaggenstaat hatte am Ende die Bergung des havarierten Schiffes übernommen.
So können derzeit bestimmte Bereiche des Schiffes nur mit Schutzkleidung und Atemmaske betreten werden. Auch sollen Wege eingerichtet werden, auf denen sich die Arbeiter sicher an Deck des havarierten Schiffes bewegen können. Zunächst einmal aber gehen die Ermittler an Bord, um die Brandursache und den Verbleib des noch immer verschwundenen Seemannes zu klären.
Über die "Flaminia" nach ihrer Ankunft in Wilhelmshaven sprach Nordwestradio-Moderatorin Nicole Nelhiebel mit unserem Reporter Andreas Barnickel.
Flaminia in Wilhelmshaven angekommen, [4:04]
Nordwestradio-Moderatorin Nicole Nelhiebel im Gespräch mit Andreas Barnickel
Seit Wochen sind die 35 Mitarbeiter des Havariekommandos in Cuxhaven ununterbrochen im Einsatz. Nachdem Großbritannien und Frankreich sich geweigert hatten, dem beschädigten Schiff einen Nothafen zu bieten, hatte das Havariekommando entschieden, das Schiff nach Wilhelmshaven zu bringen.
Das Schiff sei sicher, sagte der Leiter des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees. Sonst wäre die "Flaminia" nicht in den Jade-Weser-Port geschleppt worden. Allerdings könne die Bergung der zerstörten Container und der rund 20 Millionen Liter kontaminierten Löschwassers noch etwa ein bis zwei Monate in Anspruch nehmen, so Monsees.
Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode (FDP) machte klar, dass nun auch geklärt werden müsse, warum kein anderes europäisches Land der "Flaminia" einen Nothafen habe bieten wollen. Dazu müsse man Gespräche mit den Küstenländern wie auch dem Bundesverkehrsministerium führen. Über die "Flaminia" am ersten Tag in Wilhelmshaven sprach Nordwestradio-Moderator Otmar Willi Weber mit unserer Reporterin Mareike Lange.
Der erste Tag der Flaminia in Wilhelmshaven, [3:33]
Nordwestradio-Moderator Otmar Willi Weber im Gespräch mit Mareike Lange
Info: Nordwestradio Journal
![Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen] Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/journal104_v-mediateaser.jpg)
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