12. Dezember 2012, 8:18 Uhr
Nordwestradio Journal
Kaum ist der Betrieb am Jade-Weser-Port angelaufen, wird der Ausbau geplant. Niedersachsen will einen zweiten Container-Terminal. Bremen reagiert zurückhaltend.
Drei Monate nach Betriebsbeginn des Tiefwasserhafens plant die Landesregierung eine umfassende Vergrößerung durch einen zweiten Container-Terminal in Wilhelmshaven. Das Kabinett lässt dazu mit einer zwei Millionen Euro teuren Machbarkeitsstudie zunächst den Bedarf sowie die technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Folgen einer Umsetzung prüfen. NDR-Reporter Dirk Banse berichtet.
Niedersachsen will Jade-Weser-Port ausbauen, Bremen hält sich zurück , [2:34]
Bei einem positiven Bescheid stünde Anfang 2015 zunächst die Frage an, mit welchen Partnern so ein Hafenprojekt realisiert würde. Dann müsste auch über die Frage der Bahnanbindung neu diskutiert werden. Mit einem Baubeginn wäre frühestens Mitte 2020 zu rechnen, erklärte Wirtschaftsminister Bode (FDP). Nach seinen Worten ist die grundsätzliche Notwendigkeit einer Erweiterung unbestritten. McAllister meinte jedoch: "Wir stehen erst am Beginn eines Diskussionsprozesses." McAllister verwies auf Studien des Instituts für Seeverkehr und Logistik, wonach der Containerumschlag im Schnitt um vier Prozent jährlich zulegen würde.
Bremen wird sich mit Blick auf die angespannte Haushaltslage nicht an den Kosten einer Machbarkeitsstudie beteiligen. Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD) sagte: "Über eine Machbarkeitsstudie für einen Ausbau des JWP ist mit dem Senat in Bremen nicht gesprochen worden und wir sehen dies auch mit zurückhaltender Skepsis."
Eine kluge Reihenfolge wäre nach Ansicht des Senators, den Jade-Weser-Port in der Welt bekanntzumachen und zum Erfolg zu führen. Dann könne man vor dem Hintergrund der vorhandenen Kapazitäten in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven gemeinsam entscheiden, ob und wann ein Ausbau in Wilhelmshaven zum Thema werden könnte. "Isolierte Ausbaustrategien ohne erkennbare Notwendigkeit machen weder sachlich noch politisch Sinn", sagte Günthner.
Nach den bisherigen Erkenntnissen hat der Jade-Weser-Port in seinem aktuellen Zustand die Kapazitätsgrenze von jährlich 2,7 Millionen Containern (TEU) in den kommenden fünf Jahren erreicht. Aktuell laufen den frisch eröffneten Hafen drei Schiffe pro Woche an. Emanuel Schiffer, Gruppen-Geschäftsführungsvorsitzender der Eurogate-Reederei, nannte daher die internationale Etablierung des Hafens als vordringlichste Aufgabe.
Zur Entscheidungsgrundlage über eine zweite Ausbaustufe gehöre auch die Betrachtung der Umschlagskapazitäten in Hamburg, Bremerhaven und Wilhelmshaven. "Aktuell sind ausreichend Kapazitäten in allen drei Containerhäfen vorhanden, so dass ein weiterer Ausbau derzeit nicht sinnvoll ist, meinte Schiffer.
Deutschlands erster Tiefwasserhafen war nach vierjähriger Bauzeit am 21. September als milliardenschweres Gemeinschaftsprojekt von Niedersachsen und Bremen eröffnet worden. Er kann von Containerschiffen der neuesten Generation mit großem Tiefgang angefahren werden. Nach Angaben der niedersächsischen Landesregierung sind die Arbeiten für die Vervollständigung der bisher 1000 Meter langen Kai-Mauer weitgehend abgeschlossen. Dieser Abschnitt mit den restlichen 725 Meter soll im Spätsommer 2013 seiner Bestimmung übergeben werden.
Info: Nordwestradio Journal
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