27. Mai 2013, 8:20 Uhr
Nordwestradio Journal
Es wird eng für Kreativ-Arbeiter in Bremen. Gelder für Kultur fließen immer spärlicher, und auch kostengünstige Räume, wo Künstler schöpferisch tätig sein können, sind rar. Nun deutet sich an: Die Bremer Wirtschaftsförderung will in der Bremer Überseestadt andere Wege gehen.
Nur Platz für schicke Büros – nicht für Künstler?
Die Hoffnung, dass zum Beispiel das Ex-Hafengebiet in der heutigen Bremer Überseestadt Platz für alle Kreativen bieten könnte, hat sich zerschlagen. Und die Kritik daran, dass dort ein Stadtteil nur für Reiche entsteht, wird immer lauter. Denn überall ziehen solche Areale das Geld an. Pech für die, die sich vor Jahren als erste an der Aufbauarbeit in den früheren Industriegebäuden gemacht haben.
Haben arme Künstler noch Platz in der (Übersee-)Stadt?, [3:41]
Die Macher des Unterseedorf-Festivals in Bremen mussten mit schwerem Werkzeug ran. Tagelang hatte der Wind an Zelten, Unterständen und an der Bühne in der Überseestadt gerüttelt. Erst dann konnte es weitergehen. So abwechslungsreich wie das Programm ist, das Paul und Rasmus vom Verein Zuckerwerk präsentieren, so abwechslungsreich sind auch die Aktivitäten des Netzwerks, an dem sich mehr als 100 Künstler beteiligen.
Doch dass das Festival draußen stattfinden muss, ist kein Zufall. Denn die Initiative Zuckerwerk ist seit einem Jahr auf der Suche nach einem neuen Dach über dem Kopf. Die Stadt hat zwar ein Gelände in der Bremer Neustadt ausgeguckt und auch Geld dafür bereitgestellt. Doch so einfach ist das Ganze nicht.
Auch andere Freischaffende wie der Bremer Fotograf Frank Scheffka müssen sich bald eine neue Bleibe suchen. Vor sieben Jahren hat sich Scheffka ein Atelier im Anbau vom Schuppen 3 in der Überseestadt eingerichtet – und nutzt seitdem das Ex-Hafen-Gebäude gemeinsam mit Malern, Grafikern, Archäologinnen, einem Knochenspezialisten und Designern.
Doch im nächsten Sommer könnte es für Scheffka und seine Kreativ-Gemeinschaft vielleicht vorbei sein. Schuppen 3 soll Platz machen für neue Häuser am alten Hafenbecken. Kritik wird immer häufiger daran laut, dass die Pioniere, die das Quartier anfangs attraktiv gemacht haben, jetzt verdrängt werden – weil sie sich höhere Mieten nicht leisten können.
Die Stadt stecke in einer Zwickmühle, heißt es dagegen bei den Bremer Wirtschaftsförderern. Nachdem die Entwicklung des ehemaligen Hafenareals am Anfang vor allem strikten Vermarktungskriterien gefolgt war, hält die Stadt jetzt offenbar inne. Man wolle künftig mehr auf eine soziale Durchmischung in der Überseestadt achten, heißt es jetzt bei den Wirtschaftsförderern.
Wenn der Schuppen 3 bald abgerissen wird, dann kann die Stadt zeigen, ob sie maximalen Gewinn mit dem Areal machen will oder ob sie stattdessen die Investoren verpflichtet, Wohnen und Gewerbe auch zu erschwinglichen Preisen anzubieten. Die Hoffnung: dass später die heute Geförderten einmal Einnahmen für Bremen bringen – als Steuerzahler.
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Info: Nordwestradio Journal
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