15. September 2011, 7:20 Uhr
Nordwestradio Journal
Am 15. September 2011 jährt sich zum dritten Mal der Zusammenbruch der Lehman-Brothers in New York, einer großen Investmentbank. Die dramatischen Auswirkungen dieses Tages gelten seither als Beginn der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise.
Am 15. September 2008 ist die Investmentbank am Ende
Nicht genug damit, dass damals zigtausende Klein- und Großanleger weltweit ihre Anlagen verloren - der Zusammenbruch rückte auch die sogenannten Rating-Agenturen in ein ganz neues Licht. Diese, wie zum Beispiel "Standard & Poor's", bewerten mit ihren Ratings die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, aber auch von Staaten, wie zuletzt zum Beispiel Griechenland und Portugal. Damit können sie Staatsanleihen auf Ramschniveau herunter stufen. Den Ratingagenturen hängt deshalb mittlerweile der Ruf von "Bösewichten" in der internationalen Finanzszene an.
Das sieht auch ein Rentner aus Varel so: Der hat "Standard & Poor's" verklagt, weil er am 15. September 2008 viel Geld verloren hat. Über den ungleichen Kampf "Renter gegen Finanzriesen" berichtet Nordwestradio-Reporter Christian Schwalb.
Rentner gegen Finanzriesen: Hillebrand vs Standard Poor's, [3:18]
Die Bank Lehman Brothers hatte sich mit heiklen Finanzwetten auf dem amerikanischen Häusermarkt verspekuliert. Der Staat hatte seinerzeit Finanzspritzen für die angeschlagene Bank verweigert. Dass das ein Fehler war, wissen heute alle, damals aber noch nicht. Auch in Deutschland verloren zehntausende Sparer ihr Geld, das sie in sogenannte Zertifikate gesteckt hatten.
Jetzt wird erstmals der Bundesgerichtshof klären, ob die Anleger eine Chance auf Rückerstattung haben. Eine Kundin der Hamburger Sparkasse (Haspa) hatte geklagt. Dem NDR und der Süddeutschen Zeitung liegen interne Unterlagen der Hamburger Sparkasse vor, die brisante Fragen aufwerfen, zum Beispiel ob die Bank wirklich wusste, was für risikoreiche Papiere sie da verkauft hat. Einzelheiten von Jürgen Webermann und Peter Hornung.
Hamburger Sparkasse wegen der Lehman-Zertifikate unter Druck, [3:23]
Info: Nordwestradio Journal
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