7. Dezember 2011, 6:10 Uhr
Nordwestradio Journal
Die Bremerhavener Lloyd-Werft soll umstrukturiert werden. Das teilte die Geschäftsführung der Werft mit. Gleichzeitig widersprach sie Befürchtungen des Betriebsrats, die Werft solle zerschlagen werden.
Dem Konzept der Geschäftsführung zufolge sollen die Sparten Schiffsreparatur und Yachtbau beibehalten werden. Ergänzend will die Werft künftig mit den Herstellern von Windenergieanlagen zusammenarbeiten. Dafür sollen wassernahe Flächen auf dem Firmengelände genutzt werden. Die Werft wolle dadurch Arbeitsplätze sichern, sagte Geschäftsführer Rüdiger Pallentin. Bis zu 70 Mitarbeiter könnten langfristig für diese Tätigkeit qualifiziert werden. Ob und wann diese Zahl erreicht wird, sei aber noch unklar. Die einzelnen Sparten sollen künftig in eigenen Gesellschaften organisiert werden.
Betriebsrat und Belegschaft sind über die Pläne der Geschäftsleitung beunruhigt. Sie befürchten, dass die Lloyd-Werft in ihrer bisherigen Form nicht mehr weiterbestehen kann. Auch haben sie Angst vor Arbeitsplatzabbau und niedrigeren Löhnen. Ein Sprecher des Häfenressorts sagte, man begrüße, dass die Werft sich Gedanken um ihre Zukunftsperspektiven mache. Eine endgültige Entscheidung solle aber erst Anfang des Jahres mit allen Anteilseignern getroffen werden. Das Land Bremen hält an der Lloyd-Werft 13,6 Prozent der Anteile. Am Dienstag, 6. Dezember informierte der Betriebsrat die Mitarbeiter. Martina Niemann berichtet.
Lloyd-Werft im Umbruch, [3:55]
Die Belegschaft hat außerdem Angst vor Lohnkürzungen. Was genau auf die rund 430 Mitarbeiter zukommt, ist noch unklar. Nachdem der Betriebsrat am Dienstagmorgen die Belegschaft über die aktuelle Situation informierte, marschierten rund 400 Werftmitarbeiter in Richtung Verwaltung, um dort weitere Informationen zu bekommen. Die einzelnen Betriebe seien aus Sicht der Belegschaft nicht überlebensfähig.
Nordwestradio-Moderator Jörn Albrecht sprach mit Catharina Spethmann, Redakteurin im Studio Bremerhaven.
Info: Nordwestradio Journal
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