7. Februar 2012, 7:50 Uhr
Nordwestradio Journal
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat ihre in der schwarz-gelben Koalition umstrittene Wahlkampfhilfe für Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy verteidigt. In Europa sei es ganz üblich, dass sich befreundete Parteien unterstützten, sagte die CDU-Vorsitzende am 6. Februar 2012 nach einem Treffen des deutsch-französischen Ministerrats in Paris.
2009 sei Sarkozy vor der Europa- und der Bundestagswahl auch in Berlin aufgetreten. Und der sozialistische Kandidat für die Präsidentenwahl in Frankreich im April, François Hollande, sei im Dezember beim SPD-Bundesparteitag in Berlin gewesen, so Merkel.
Der französische Präsident und die deutsche Kanzlerin gaben am 6. Februar 2012 ihr erstes gemeinsames TV-Interview, das im deutschen und französischen Fernsehen übertragen wurde. Darin erklärte Merkel: "Ich unterstütze Nicolas Sarkozy in jeder Façon, weil wir einfach zu befreundeten Parteien miteinander gehören – egal was er tut." Als Gelächter unter den Journalisten ertönte, fügte Merkel lachen hinzu: "In Bezug auf die Kandidatur, wollte ich nur sagen."
Wie war das Fernsehinterview – großes Kuscheln oder auch ein bisschen Inhalt? Wie finden die Franzosen das "Traumpaar Merke-Sarkozy"? Und was befürchten die Franzosen vom deutschen Einfluss auf den französischen Wahlkampf? Darüber sprach Nordwestradio-Moderator Tom Grote mit Anne-Christine Heckmann, ARD-Korrespondentin in Paris.
Interview:
Glück im Doppel: "Merkozy" vor der Kamera, [4:59]
Gespräch mit Anne-Christine Heckmann
Unterstützung "in jeder Façon – egal was er tut": Ist das in Ordnung für eine eigentlich sehr überlegte und zurückhaltende Politikerin? Erst recht, wenn es nicht um ein honoriges Ziel wie die Eurorettung, sondern nur um puren Wahlkampf geht? Auf keinen Fall, findet unser Redakteur Robert Kiendl: Wer so etwas sagt, darf nicht Kanzlerin sein.
Der Kommentar:
"Egal, was er tut" geht gar nicht!, [3:09]
"Egal, was er tut" geht gar nicht!
Die deutsche Bundeskanzlerin macht Wahlkampf für den französischen Präsidenten. Darf sie das überhaupt, wo sie doch eigentlich zur Neutralität verpflichtet ist? Ist dieses Engagement schmeichelhaft für Sarkozy oder eher ein Armutszeugnis? Und wenn die CDU ihn unterstützt - und die SPD François Hollande - wen unterstützen dann die Grünen? Darüber sprach Nordwestradio-Moderator Tom Grote mit mit dem Parlamentarischen Geschäftsführer der Grünen, Volker Beck.
Interview:
Die große Merkozy-Show: Was sagen die Grünen dazu?, [4:42]
Gespräch mit dem Parlamentarischen Geschäftsführer Volker Beck,
Info: Nordwestradio Journal
![Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen] Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/journal104_v-mediateaser.jpg)
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