17. Januar 2013, 6:05 Uhr
Nordwestradio Journal
In Elsdorf im Landkreis Rotenburg (Wümme) hat es ein Unternehmen geschafft, eine halbe Million Euro Energiekosten einzusparen. Die Molkerei Heideblume hat einiges umgestellt und braucht jetzt 20 Gigawattstunden pro Jahr weniger. Allein mit dieser Menge könnte man einen kleinen Ort versorgen. Wie das funktioniert, hat sich Nordwestradio-Reporter Sven Weingärtner angeschaut.
Heideblume Molkerei in Elsdorf spart preisgekrönt sehr viel Energie, [3:27]
Molkerei Heideblume in Elsdorf im Landkreis Rotenburg
Erdgas, Strom und Trinkwasser - das sind die Energien, die eingesetzt werden. Werksleiter Thomas Müller präsentiert die Anlage, mit der die Heideblume Molkerei viel Energiekosten und CO2-Emissionen spart. Das neue Blockheizkraftwerk hat einen Wirkungsgrad von mehr als 80 Prozent, das heißt, dass mehr als 80 Prozent der eingesetzten Energie tatsächlich in nutzbare Energie umgewandelt werden. Zum Vergleich: Ein Kohlekraftwerk hat einen Wirkungsgrad von 40 bis 50 Prozent.
Helge Fredriksdotter arbeitet beim Hochtief Energy Management. Das Düsseldorfer Unternehmen hat die Anlagen der Molkerei und deren Betrieb übernommen – ein sogenanntes Contracting-Modell, bei dem sich jeder auf das konzentriert, was er am besten kann. Helge Fredriksdotter: "Unser Kerngeschäft ist es Energie zu veredeln, so wie die Kollegen der Molkerei Milch veredeln. Wir haben uns darauf konzentriert, die technischen Prozesse anzusehen, sie zu optimieren und dann moderne Techniken so geschickt miteinander zu kombinieren, dass wir immense Energieeinsparungen erzielen."
Optimiert wird, was zu optimieren ist: Sei es der Lastwagen, der ganz allein ohne Fahrer auf dem Werksgelände zwischen Produktion und Lager hin und her fährt, sei es der Energieverbrauch. Die Idee, Energie zu sparen, kam der Geschäftsleitung und der Technikabteilung vor ein paar Jahren, erinnert sich Werksleiter Thomas Müller. Milchprodukte wie Quark, Joghurt und Eis herzustellen kostet enorm viel Energie. Bei einer Menge von 220 Millionen Kilo Milch, die hier jährlich verarbeitet werden, ein entsprechend hoher Kostenfaktor.
Im Büro von Werksleiter Thomas Müller hängt eine Urkunde, die die Molkerei für ihre besondere Energieeffizienz von der Deutschen Energie-Agentur verliehen bekommen hat. Thomas Müller:" Man ist stolz drauf. Da haben wir gemeinsam den ersten Preis gewonnen, den Energy Efficiency Award. Da sind wir schon stolz drauf."
Aber nicht nur wegen der Auszeichnung habe sich die Investition gelohnt, sagt der Werksleiter, auch aus Umweltaspekten und vor allem auch finanziell. Um rund eine halbe Million Euro sind die Energiekosten gesunken – pro Jahr. Die Einsparungen werden gleich in neue Energiespar-Projekte gesteckt beziehungsweise zwischen der Molkerei und ihrem Contracting-Partner aufgeteilt. Das sei ein Ansporn, nach weiteren Verbesserungen zu suchen, sagt Helge Fredriksdotter vom Hochtief Energy Management.
Mit dem bisher Erreichten sei auch er zufrieden, sagt Werksleiter Müller und zeigt auch all die anderen Geräte und Maschinen in der Energiezentrale. Lächelnd fügt er hinzu, dass ein Wirkungsgrad von 80 Prozent schon sehr gut sei, aber immer noch mehr gehe.
Info: Nordwestradio Journal
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