11. Juli 2012, 6:15 Uhr
Nordwestradio Journal
Befristung und schlechte Bezahlung: Arbeitsbedingungen an der Universität Oldenburg in der Kritik
Wissenschaftliche Mitarbeiter an Universitäten müssen häufig länger arbeiten und werden schlecht bezahlt. Für viele ist dies ein frustrierender Berufseinstieg, der gerade Hochqualifizierten die Arbeit an der Universität verleidet. Mitarbeiter des Mittelbaus an der Universität Oldenburg sind ihre Arbeitsbedingungen nun leid und protestieren gegen die für sie oft untragbaren Zustände.
Der Mittelbau an Universitäten – das sind Doktoranden, externe Lehrbeauftragte bis hin zu jenen, die sich gerade habilitieren, um später Professor werden zu können. Sie sind diejenigen, die die meiste Forschung machen und die Studenten unterrichten. Doch gleichzeitig werden sie auch am schlechtesten bezahlt, müssen häufig länger arbeiten und rutschen von einer befristeten Stelle in die nächste.
Ein strukturelles Problem, mit dem nicht nur die Universität Oldenburg zu kämpfen hat, ist die Finanzierung von Forschungsprojekten über Drittmittel. Diese Gelder müssen die Universitäten einwerben und sie bezahlen davon auch viele Mitarbeiter. Solche Arbeitsverträge sind generell befristet, oft sogar nur auf wenige Monate - für die Betroffenen eine unsichere Perspektive.
Gerade Doktoranden fällt es oft schwer, bessere Arbeitszeiten einzufordern. Ihre Arbeit besteht zum einen Teil aus normaler Berufstätigkeit und zum anderen aus dem Anfertigen ihrer Doktorarbeit. Daraus entstehe ein kompliziertes Abhängigkeitsverhältnis, sagt Professor Bernd Siebenhüner, Vizepräsident für wissenschaftlichen Nachwuchs. Schließlich muss irgendwann der eigene Chef die Doktorarbeit bewerten – und das natürlich möglichst gut.
Den Großteil der Lehrveranstaltungen stemmen Lehrbeauftragte für besondere Aufgaben. Sie unterrichten bis zu 18 Semesterwochenstunden. Hinzu kommt Zeit für die Vor- und Nachbereitung, Prüfungen und Verwaltungsarbeit. Die Stellen für Lehrbeauftragte werden in Niedersachsen über Studiengebühren finanziert. Sie könnten wegfallen, sollten die Studiengebühren in Niedersachsen kippen.
Für das Nordwestradio berichtet Jessica Holzhausen von den Protesten an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg.
Mittelbau an der Universität Oldenburg protestiert gegen Arbeitsbedingungen, [3:38]
Info: Nordwestradio Journal
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