16. Januar 2012, 8:35 Uhr
Nordwestradio Journal
Zwölf Kilometer südlich von Bremervörde, in Sandbostel, schufteten und starben in den Jahren 1939 bis 1945 Tausende von Gefangenen aus mehr als 40 Ländern. Doch die Erinnerungen an das Grauen in einem der größten Kriegsgefangenen- und KZ-Auffanglagers des NS-Regimes verblassten nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges schnell.
Baracken auf dem Gelände der Gedenkstätte Sandbostel
Dem Bremervörder Historiker Klaus Volland ist es zu verdanken, dass das Gelände in Sandbostel heute ein international anerkannter Ort der Begegnung ist. Der Verein Dokumentations- und Gedenkstätte Sandbostel feierte jetzt, im Januar 2012, sein 20jähriges Bestehen. Jahrelang hatten die Initiatoren mit Widerständen zu kämpfen, bis erkannt wurde, wie wichtig Erinnerungsorte sind.
Seit 2010 wird das Lager zur Gedenkstätte umgestaltet. Das lange geplante Projekt wird mit Landes- und Bundesmitteln gefördert. Zusätzlich wird eine Dauerausstellung erarbeitet. Sie umfasst zum einen die Zeit des Zweiten Weltkriegs, als bis zu 50.000 Kriegsgefangene und KZ-Häftlinge in Sandbostel ermordet wurden oder an Seuchen, Durst und Hunger starben.
Nach der Befreiung wurden im Lager SS- und NS-Angehörige sowie Mitglieder von KZ-Wachmannschaften inhaftiert. Ab 1948 war Sandbostel ein Zuchthaus, dann ein Auffanglager für jugendliche DDR-Flüchtlinge, später ein Bundeswehrdepot. Dieser wechselvollen Geschichte widmet sich die Ausstellung ebenfalls.
Wie sollte das Konzept für Gedenkstätte und Ausstellung heute, fast 70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges aussehen? An wen wendet es sich? Wie kann der historische Ort für heutige und zukünftige Besucher lesbar gemacht werden? Darum ging es bei einer Tagung am 14. und 15. Januar. Nordwestradio-Moderator Hans-Heinrich Obuch sprach darüber mit Habbo Knoch, Geschäftsführer der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten.
Gespräch mit Habbo Knoch, Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, [4:52]
Info: Nordwestradio Journal
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