3. September 2012, 7:50 Uhr
Nordwestradio Journal
Am 3. September beginnt in Bremen und Niedersachsen das neue Schuljahr. Bremen ist es gelungen, die meisten der vor den Sommerferien bekannt gewordenen 110 offenen Lehrerstellen zu besetzen. Das gab Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper bekannt. Auch Niedersachsen sieht sich zum Schulstart gut aufgestellt.
Ab 3. September beginnt der Schulalltag in Niedersachsen und Bremen.
In Bremen ist pünktlich zum Schulstart die Lücke in der Lehrerversorgung zum größten Teil geschlossen. Vor Beginn der Sommerferien war bekannt geworden, dass in der Stadt Bremen mindestens 110 Lehrer fehlen werden. Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sprach sogar von mehr als 200 Lehrerstellen, um den aktuellen Bedarf zu decken. Diese Lücke musste während der Ferienzeit geschlossen werden.
5 Millionen Euro fehlten Bildungssenatorin Renate Jürgens-Pieper (SPD), um die Stellen zu besetzen. Diese Finanzierungslücke konnte über einen Kredit geschlossen werden. Für den Beginn des Schuljahres konnte die Senatorin damit Entwarnung geben. Die meisten der offenen Stellen seien während der Ferien bereits besetzt worden. Lediglich zehn Stellen seien noch offen. Das reiche aus, um den Schulanfang abzusichern, so die Senatorin. Das teilte sie den Schulleitern auf einem Treffen am 29. August mit.
Mit dem Ergebnis sind die Schulleiter nicht zufrieden, sie hatten mehr als nur die 110 Stellen gefordert. Für die einzelnen Schulen bedeutet das Kürzungen im Unterricht. Da die Anzahl der Unterrichtsstunden in den Kernfächern wie Mathematik, Deutsch und den Naturwissenschaften festgeschrieben ist, wird die Kürzung zu Lasten von Fächern wie Kunst oder Musik gehen. Nordwestradio-Reporterin Heike Zeigler berichtet.
Lehrermangel behoben? Die Lage zum Schuljahresbeginn in Bremen, [3:14]
Ein Beitrag von Heike Zeigler.
Am Montag, 3. September 2012, beginnt nun in Niedersachsen das neue Schuljahr. Für die verantwortlichen Politiker ist es der letzte Schuljahresstart vor der Landtagswahl. Die Klassenstärke wurde reduziert und mit den 2.700 neu eingestellten Lehrern in Niedersachsen soll auch das Problem mit dem Unterrichtsausfall beseitigt sein. Wie es tatsächlich mit den Problemen zum Schuljahr aussieht, darüber sprach Nordwestradio-Moderatorin Gaby Schuylenburg mit Kultusminister Bernd Althusmann (CDU).
Der Kultusminister sieht sich gut vorbereitet. Kleinere Schulklassen und weniger Hausaufgaben soll es im neuen Schuljahr geben. So sollen Grundschüler pro Tag nur noch etwa 30 Minuten für Hausaufgaben aufwenden, nicht mehr 45 Minuten. Bei Schülern der Mittelstufe soll es maximal noch eine Stunde sein, nicht mehr zwei.
Aktuelle Zahlen zum neuen Schuljahr, [6:51]
Niedersachsens Schulen seien für den Schulstart gut gerüstet, sagt Kultusminister Bernd Althusmann. So gut sogar, dass Althusmann von einer Unterrichtsversorgung von mehr als 100 Prozent spricht. Wie das genau zu verstehen ist, klärt Nordwestradio-Moderator Otmar Willi Weber im Gespräch mit Eberhard Brandt, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft in Niedersachsen.
Trotz dieser hundertprozentigen Unterrichtsversorgung ist die GEW nicht zufrieden, im Grundschulbereich seien 270 Stellen im Rektorenbereich noch immer unbesetzt. Die Besetzung dieser Stellen sei deshalb so schwierig, weil man bei vielen Grundschulen im ländlichen Bereich nicht wisse, ob diese Schulen weiterhin bestand haben.
Unterrichtsversorgung von mehr als 100 Prozent, [5:52]
Nordwestradio-Moderator Otmar Willi Weber im Gespräch mit Eberhard Brandt.
Die Landesregierung reagiert damit auf Protest von Eltern und Verbänden. Jede zweite Schule bietet mittlerweile Ganztagsunterricht an, hinzu kommt das sogenannte "Turboabi". Die Vereine klagten über Nachwuchsmangel, Familien über gestresste Kinder.
Ebenfalls neu im Schuljahr 2013 ist eine telefonische Hotline als Anlaufstelle gegen sexuellen Missbrauch und Diskriminierung. Und auch alle 2.700 ausgeschriebenen Lehrerstellen in Niedersachsen konnte das Land besetzen.
Auch die Opposition sagt, dass die Probleme mit der Unterrichtsversorgung im Nordwesten schon einmal größer waren. Anlass für Kritik gebe es aber dennoch.
So bemängelt SPD-Bildungsexpertin Frauke Heiligenstadt, Althusmann habe nur frei werdende Stellen neu besetzt. Zusätzliche Stellen dagegen, die für die Inklusion oder in Ganztagsschulen benötigt würden, seien im Haushaltsplan nicht vorgesehen. Auch fehlten für die Inklusion, die an 27 Schulen in Niedersachsen ab dem Schuljahr 2012/2013 beginnt, noch die notwendigen Erlasse.
Ein Problem ist der Landesregierung aber weiterhin geblieben. Zwar ist es gelungen, für die 82 Oberschulen einen Schuldirektor zu finden, wenn die Schulen wieder ihren Betrieb aufnehmen. Doch noch immer quält sich die Landesregierung damit ab, ausreichend Schulleiter in den Grundschulen für das kommende Schuljahr zu finden. Nordwestradio-Reporter Torben Hildebrandt berichtet.
Schulstart in Niedersachsen: Was wird sich ändern?, [3:33]
Ein Beitrag von Torben Hildenradt
Kommentar: Reformen ohne Ende
Für viele Schülerinnen und Schüler im Nordwesten beginnt das neue Schuljahr mit gedämpfter Freude. Doch nicht nur die Schüler, auch viele Eltern sind entnervt von dem, was sich in den vergangenen Jahren an den Schulen abgespielt hat, von dem Hü und Hott der Schulpolitik, von halbgaren Reformen und hastigen Kehrtwendungen.
Wäre es das beste, die Schulen jetzt einfach mal in Ruhe zu lassen? Oder wäre es doch möglich, ein gutes und durchschaubares Schulsystem zu schaffen? Ein Kommentar von Nordwestradio-Redakteur Wolfgang Müller.
Schulstart: Reformen ohne Ende? , [2:53]
Ein Kommentar von Wolfgang Müller.
Info: Nordwestradio Journal
![Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen] Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/journal104_v-mediateaser.jpg)
Sendezeit:
Mo., - Fr.,
6:05 - 9 Uhr
12:08 - 13 Uhr
17:08 - 18:30 Uhr
Sa.,
8:05 - 9 Uhr
12:05 - 13 Uhr
Aktuelle Beiträge zum Hören
Alle Audios
Alle Beiträge aus dem Nordwestradio Journal in unserer Mediathek. Mehr...
Zwischen Mythos und Moderne
Das 1990 gegründete Ensemble möchte altbekannte Hörgewohnheiten verändern und sie auch konservativerem Publikum nahe bringen. Dabei hilft die Verflechtung mit anderen Künsten wie Tanz, Schauspiel, Film oder Malkunst. Wir präsentieren einen Mitschnitt vom Januar in der St. Ansgari-Kirche in Oldenburg. Mehr...
5. Juni, 20:05 Uhr | Nordwestradio
radiobremen.de nun auch mobil
Seit Februar 2013 ist der Radio-Bremen-Web-Auftritt unter der Adresse "m.radiobremen.de" auch mobil abrufbar. Das gilt natürlich auch für die Homepage des Nordwestradio. Mehr...
Suche
Nordwestradio durchsuchen:
Info & Service
Plattdeutsches bei Radio Bremen
Mögen Sie Plattdeutsch? Oder wollen Sie es lernen? In unserem Plattdeutsch-Spezial bieten wir Ihnen einen Anfängerkurs mit den wichtigsten Regeln und vielen Übungen. Mehr...
Neues Digitalradio-Angebot
Radio Bremen hat ein neues Digitalradio-Angebot gestartet. Damit können Sie das Nordwestradio in rauschfreier Qualität empfangen. Mehr...
Jetzt auf radiobremen.de
Mangel an Wohnheimplätzen: Fehler in der Bremer Wohnungspolitik
Innendeputation: Zick-Zack-Kurs bei Bremer Jahrmarktgebühren
Tarifstreit: Polizeigewerkschaft sagt Senatsempfang ab
Innenministerkonferenz: Ernüchternde Pläne – Promilliegrenze für Radler