27. Januar 2012, 12:34 Uhr
Nordwestradio Journal
Der Oldenburger Energieversorger EWE will das Unternehmen neu strukturieren, um Kosten zu sparen. Denn das Unternehmen befindet sich in einer finanziellen Schieflage. Davon betroffen sein könnte auch der Bremer Energieversorger SWB. Denn seit der Fusion 2009 ist der Bremer Energieversorger eine fast hundertprozentige Tochter des Oldenburger Mutterkonzerns.
Zur Sanierung des Unternehmens sind offenbar auch Stellenkürzungen geplant. Ein in Verlauf der Woche vorgestellter Sanierungsplan sieht vor, die SWB-Verwaltung in Bremen in den Konzernsitz in Oldenburg einzugliedern. Neben dem Verlust von Arbeitsplätzen in der Stadt geht es für das Land Bremen dabei auch um viel Geld. Wandert der Steuersitz von Bremen nach Oldenburg, würden der Stadt jährliche Steuereinahmen in Höhe von rund 20 Millionen Euro verloren gehen.
Das Land Bremen setzt sich deshalb dafür ein, den Standort Bremen und die Arbeitsplätze bei der SWB zu erhalten. In Bremen sind insgesamt rund 2.500 Menschen beschäftigt, in Oldenburg rund 8.500. Wie viele Stellen wegfallen könnten ist bislang noch völlig unklar. SWB Konzernbetriebsratschef Peter Marrek befürchtet, dass in Bremen mehrere hundert Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen könnten.
Das Land Bremen sieht sich jedoch in einer guten Verhandlungsposition gegenüber der EWE, sagte Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD). Im bei der Übernahme der SWB abgeschlossenen Vertrag hatte sich das Land Bremen unter anderem den Bestandsschutz von Arbeitsplätzen und die Berücksichtigung von Energie- und Standortpolitischen Interessen zusichern lassen. Diese Verträge sicherten der SWB ihre Eigenständigkeit, sagte Günthner. Zudem sei das Unternehmen "kerngesund".
Nach Informationen von Radio Bremen hat die EWE aber die Möglichkeit, aus diesen Verträgen auszusteigen. Diese Ausstiegsklausel tritt beispielsweise dann in Kraft, wenn die SWB nicht weiter die Stromnetze in Bremen und Bremerhaven betreibt. Die Konzessionen für die Stromnetze laufen in den kommenden zwei Jahren aus.
In Bremen trafen sich deshalb der Bremer Wirtschaftssenator und die Betriebsräte der SWB zu einem Krisengespräch, beobachtet von unserem Reporter Christian Schwalb. Nordwestradio-Reporter Jörn Albrecht hat ihn nach den Ergebnissen befragt.
Bremer Senat kämpft für Eigenständigkeit der SWB
Info: Nordwestradio Journal
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