21. Mai 2013, 17:35 Uhr
Nordwestradio Journal
Wissen Sie eigentlich schon, was Sie mit dem kommenden Wochenende anstellen möchten? Wir haben unseren Reporter Jens Schellhass nach Westgroßefehn geschickt, in eine kleine Ortschaft in der Nähe von Aurich mit einem ganz besonderen Garten. Die Familie Saathoff-Uden hält hier mehr als 22 Entenarten, verschiedene Gänse und Hühner. Und: Der private Garten ist öffentlich zugänglich.
Eine Hawaiigans im Tiergarten Westgroßefehn
"Ich begrüße Sie hier auf unserem Grundstück. Es ist 7.000 Quadratmeter groß und in mehrere Abteilungen untergliedert, zum Beispiel Enten und Gänse", heißt Annchen Saathoff-Uden uns willkommen. Sie ist extra zu Hause geblieben unseretwegen. Eigentlich sollte es mit den Landfrauen auf große Radtour gehen – mehrere Tage lang. Doch es kam anders. "Die Landfrauen haben gesagt, ich darf die hier nicht alleine lassen, wenn Sie kommen. Und da habe ich gedacht, genauso ist es", erzählt sie lachend.
"Die", das sind ihr Mann Herbert Uden, ihr Bruder Timo Saathoff, und Tochter Asaya. Und jeder, der diesen Garten am Fehnweg in Westgroßefehn besucht, wird ihnen vermutlich ebenfalls begegnen – und einer Vielzahl von Enten, Gänsen und Hühnern. Aber wie viel Federvieh gibt es hier eigentlich, in diesem Garten, der sich auf einer Fläche so groß wie ein Fußballplatz ausbreitet?
Ganz sicher weiß Annchen das auch nicht. "Da muss ich erstmal Timo fragen", räumt sie ein, "200 werden es wohl sein. Die Küken kommen ja noch". Nach einigem Hin und Her einigt man sich auf zirka 400 Tiere – darunter allein 22 verschiedene Arten von Enten aus aller Herrenländer: Die bunte Baikalente aus Sibirien, die braune Zimtente aus Amerika, die fast ausgestorbene, graue Marmelente aus den trockengelegten irakischen Sümpfen und die Moorente aus Osteuropa, ein Tauchvogel. Dann gibt es Hawaiigänse und Hühner, beziehungsweise Hähne. Ein Prachtkerl beeindruckt komplett in Schwarz-Weiß mit imposantem Irokesen-Federschmuck auf seinem Schädel.
Auf seinen gefiederten Harem ist auch Annchen stolz. "Das sind alles Claudia-Schiffer-Hühner – vom Feinsten", kommentiert sie. Und das ist noch nicht alles.
Viele der Arten hier bei den Saatfoff-Udens sind vom Aussterben bedroht. Hier haben sie alles, was sie brauchen, versprechen die Hobbyzüchter: Mehrere Teiche in groß und klein, Nester in Höhlen, im Schilf, auf Bäumen und in kleinen Häuschen, knapp über dem Wasserspiegel. Und wem es zu kalt wird im ostriesischen Westgroßefehn, der verkrümelt sich in einen Stall, vielleicht sogar unter eine mollige Wärmelampe.
Eine gute Stunde wird der Besucher brauchen für den wilden Garten am Fehnkanal. Und wer sich ein Picknick mitbringt, vielleicht sogar mehr. Sitzecken und schützende Dächer gibt es genug. Dann haben neugierige Blicke auch ausreichend Zeit, Annchens putzige Ton-Trolle zu entdecken und ihre liebevoll sortierten Trödel-Kuriositäten in den kleinen Winkeln des großen Gartens.
Der nimmt jede freie Minute der ganzen Familie in Anspruch. Annchen findet das gut, die anderen nicht immer. "Und wenn sie ganz doll schimpfen, weil ihnen alles zu viel wird, dann sag ich, 'holt euch Briefmarken, setzt euch ins Wohnzimmer und sortiert die'. Und das wollen se nicht", sagt sie schmunzelnd.
"Tuun" heißt "Garten" und "Theda" leitet sich ab von einem Theaterstück, in dem Hausherrin Annchen Saathoff-Uden 2009 die Magd Theda spielte. Es war ein Theaterstück über die Entstehung der Fehndörfer in Ostfriesland. Und diese Rolle der Magd ist nun Namensgeberin des Gartens "Theda´s Tuun".
Theda's Tuun: Tier-Garten in Westgroßefehn, [3:45]
Zur Homepage von "Theda's Tuun" in Westgroßefehn
Info: Nordwestradio Journal
![Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen] Globus mit Mikrofon davor [Quelle: Radio Bremen]](/nordwestradio/sendungen/nordwestradio_journal/journal104_v-mediateaser.jpg)
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