13. Mai 2013, 8:42 Uhr
Nordwestradio Journal
An der Küste schießen sie wie Pilze aus dem Boden. Bis zu 150 Meter ragen die Windkraftanlagen in den Himmel. Manche Naturschützer fürchten, dass durch den Bau von Windparks Tiere verscheucht werden und nicht mehr wiederkommen. Doch das muss nicht so sein. Ein Windpark kann sogar ein beliebtes Refugium für Tiere wie Rehe, Hasen oder auch die großen Brachvögel sein.
Fühlen sich unterm Windrad durchaus wohl: Wildtiere wie Rehe
Auf einer Wiese zwischen Wittmund und Esens sind zwei Jäger auf der Pirsch. Sie sind bewaffnet mit einem Fernglas. Geschossen wird heute nicht. Sie wollen wissen, wie viele Tiere hier zwischen den 31 Windkraftanlagen leben. Es dauert nicht lang, bis sich die ersten blicken lassen. Drei Hasen lassen sich bei ihrem Liebesspiel nicht stören. Am anderen Ende des Windparks Abens ragen plötzlich zwei Köpfe von Rehen auf. Man sehe, dass sich die beiden Tiere an diesem Windpark nicht stören, sagt Almuth Köhler, Jägerin und die Vorsitzende der Jägerschaft im Landkreis Wittmund.
Die Rehe gründen hier sogar ihre Familie, sagt Jäger Fritz Bröske. Der Windpark Abens gehört zu seinem Revier und er hat im letzten Jahr beobachtet, wie eine Ricke nur dreihundert Meter weiter, direkt unter einer Mühle, ihre Kitze gesetzt hatte. Auch andere Tiere lassen sich gerne hier nieder. Enten, Gänse, Rebhühner aber auch Kiebitze und den großen Brachvogel hat Bröske hier schon gesichtet. "Der Lebensraum für die heimische Tierwelt hat sich meines Erachtens nicht verschlechtert durch die Windmühlen", sagt Bröske. Die Tiere hätten sich an die Mühlen und auch an die Geräusche der Mühlen gewöhnt.
Rund um die Windräder bleiben etwa 200 Quadratmeter frei für Wildwuchs. Durch die Flächen der Mühlen hätten die Tiere neue Lebensräume gefunden, sagt Jäger Bröske. Saftige Kräuter wachsen hier, die Hase und Reh gerne verspeisen. Die Beobachtungen der Jäger im Kreis Wittmund kann auch die "Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover" bestätigen. Sie zählt regelmäßig Wildtierbestände in Niedersachsen. Die Tiere seien in den Windparks geschützt. Raubvögel meiden meist solche Gebiete und auch Menschen kommen eher selten in Windparks.
Auch eine eine aktuelle Studie der FaunAlpin GmbH aus der Schweiz von 2013 untermauert diese Annahmen. Dort heißt es: "Windenergieanlagen haben vermutlich für viele terrestrische Säugetierarten selten größere negative Auswirkungen."
Dennoch gibt es auch Tiere, die sich nicht so gut an die Windräder anpassen können. Sie verlieren oftmals ihren Lebensraum für immer. Doch selten sind allein die Windkraftanlagen Schuld. Vor allem die breiten Schotterwege, die in einigen Windparks für die Wartungsfahrzeuge angelegt wurden, locken immer wieder Spaziergänger an, "Meiner Meinung nach werden die Wildtiere mehr durch die Fußgänger und die Hunde gestört als durch die Windenergieanlage", sagt Almut Köhler. Belege durch Studien gibt es bisher noch nicht. Bislang wurden vor allem die Auswirkungen der Windparks auf Vögel untersucht. Für Niederwildarten fehlen umfassende Studien.
Lebensraum Windpark , [3:30]
Ein Beitrag von Frank Jakobs
Info: Nordwestradio Journal
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