1. Februar 2012, 17:15 Uhr
Nordwestradio Journal
Ein Gas-Verbrennungsmotor von VW ist das Herz der Anlage, die der Energieversorger "Lichtblick" als "Zuhause-Kraftwerk" anbietet. Die Idee: Die Anlage liefert Wärme und Strom, völlig unabhängig von anderen Versorgern. Die Technologie soll Energie sparen und die Umwelt schonen. Überschüssiger Strom wird zusätzlich ins öffentliche Netz eingespeist.
Die Idee der Zuhause-Kraftwerke geht allerdings weiter: Wie einen Energie-Schwarm kann der Betreiber zentral alle Zuhause-Kraftwerke einer Region steuern. So produzieren bei Mehrbedarf im Netz viele kleine Kraftwerke gebündelt auch größere Strommengen. Bedarfs-Spitzen werden intelligent abgedeckt.
Der Kunde schließt lediglich einen Vertrag mit Lichtblick – den Rest regelt der Energieversorger. Für einmalig 5.000 Euro und monatlich 20 Euro kümmert er sich auch um die Wartung und eventuelle Reparaturen. Voraussetzung für einen effektiven Betrieb sind laut Lichtblick ein Mindest-Energieverbrauch von rund 45.000 kWh Gas oder 5.000 Liter Öl im Jahr und eine Stellfläche von rund neun Quadratmetern. In Niedersachsen gibt es bereits erste Anlagen. Nun erfolgte der offizielle Startschuss auch in Bremen. Für das Nordwestradio berichtet Mirjam Steger.
Dezentrale Energieversorgung: Was leistet das "Zuhause-Kraftwerk"?, [3:38]
Aus Sicht der Verbraucherzentrale ist der im Vergleich zum Kauf eines Blockheizkraftwerks günstige Einstiegspreis zunächst attraktiv. Positiv sei auch, dass Wartungs- und Reparaturkosten pauschal abgedeckt sind. Ob sich ein Zuhause-Kraftwerk im Einzelfall lohnt, bedürfe im Einzelfall allerdings einer genaueren Analyse. Es sei in jedem Fall ratsam, sich vor einer Investitionsentscheidung bei den Energieberatern der Verbraucherzentrale zu verschiedenen Energie- und Kostensparkonzepten zu informieren.
Der umweltpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Matthias Miersch sieht die dezentrale Energieversorgung als wichtiges Instrument um die Marktmacht der großen Energieversorger in Deutschland zu Gunsten der Verbraucher aufzubrechen. Die elementaren Bereiche der Daseinsvorsorge wie Energie, Wasser und Ernährung dürften nicht in den Händen weniger Großkonzerne liegen, so Miersch. Auch für kommunale Unternehmen sieht er vor diesem Hintergrund neue Chancen und spricht von einer "Renaissance der Stadtwerke". Nordwestradio-Moderatorin Nicole Nelhiebel hat mit ihm gesprochen.
Info: Nordwestradio Journal
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