4. Februar 2010, 7:35 Uhr
Nordwestradio Journal
Die Straftat Zwangsprostitution kommt nur selten ans Licht der Öffentlichkeit. Und das, obwohl die gequälten und oft ihren Zuhältern schutzlos ausgelieferten Frauen, mitten unter uns leben. Einerseits liegt das daran, dass kaum ein Opfer selbst Anzeige erstattet. Außerdem sind Taten nur sehr schwer nachzuweisen.
In dieser Woche allerdings wird das "Schweigen" gleich zweimal durchbrochen. Es gab in vielen deutschen Städten Razzien in Bordellen, auch in Bremen. Nun hat einer der wenigen Prozesse gegen einen der Täter begonnen. Er steht wegen schweren Menschenhandels, Zuhälterei und Vergewaltigung vor dem Bremer Landgericht. Nordwestradio-Reporter Achim Winkelmann erklärt die Hintergründe.
Zwangsprostitution in Bremen, [3:21]
Ein Mann greift eine Frau an
Nach Angaben von Europol ist Frauenhandel weltweit das Verbrechen mit den höchsten Zuwachsraten. Trotzdem landen nur wenige Täter tatsächlich vor Gericht. In Deutschland gibt es jedes Jahr knapp 1.000 Ermittlungsverfahren. Davon führen überhaupt nur zehn Prozent zu einer Anklage, und in nur zwei Prozent dieser Fälle kommt es am Ende zu einer Verurteilung.
Die Juristin Birgit Thoma arbeitet ehrenamtlich für Solwodi (Solidarity with women in distress). Diese Organisation setzt sich für Frauen ein, die Opfer von Zwangsprostitution und Menschenhandel geworden sind. Bislang gibt es nur Schätzungen, wieviel Zwangsprostituierte in Deutschland und Europa leben. Nordwestradio-Moderatorin Michaela Herold fragte Birgit Thoma, von welchen Zahlen ausgegangen werden muss.
Info: Nordwestradio Journal
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