25. Januar 2012, 15:05 Uhr
Nordwestradio unterwegs
Für den Jade-Weser-Port müssen Ausgleichsflächen geschaffen werden. Die Menschen in Butjadingen fürchten, dass die Bagger schon bald anrücken. Eine etwa fünf Kilometer lange und mehrere hundert Meter breite Landfläche, der Langwarder Groden, soll ausgebaggert und ein 4,2 Kilometer langer Sommerdeich komplett abtragen werden.
Der Jade-Weser-Port
Das bisher von Bauern genutzte Weideland würde den Plänen zufolge dem Meer überlassen, damit dort ökologisch wertvolle Salzwiesen entstehen. Gewaltige Erdbewegungen wären dazu notwendig. Dutzende Bagger und Lastwagen müssten die Erdarbeiten am Rande des Wattenmeers übernehmen. Die Bürger auf der Halbinsel Butjadingen sind entsetzt.
Wie aber kam es zu dem Konflikt? Bei zwei Deichbaumaßnahmen am Jadebusen gingen seltenen Salzwiesen verloren. Darüber hinaus stellt der Bau des Jade-Weser-Ports einen schweren Eingriff in die Natur des Wattenmeeres dar. Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt für solche Eingriffe Ausgleichmaßnahmen vor. Bei der Planung des Tiefwasserhafens hat sich die niedersächsische Landesregierung dafür eingesetzt, diesen Ausgleich auf den landeseigenen Flächen am Langwarder Groden zu schaffen. Diese Kompensation vor Butjadingen war im Planfeststellungsverfahren die Voraussetzung dafür, dass der neue Tiefwasserhafen genehmigt werden konnte.
Trotz öffentlicher Erörterungstermine haben die meisten Bürger in Butjadingen von den Planungen damals nicht viel mitbekommen. Im August soll der Jade-Weser-Port eröffnet werden. Die Umwelt- und Naturschutzverbände drängen nun darauf, dass der fest zugesagte Ausgleich, also die Salzwiesen vor Butjadingen, umgehend geschaffen werden.
Seit Jahren wurde über den Streit verhandelt, es wurden Arbeitskreise gebildet und nach Lösungen gesucht. Aber die Bürgerinitiative in Butjadingen wollte sich auf keinen Kompromiss einlassen. Die Menschen fürchten, die Küste sei ohne den Langwarder Groden nicht ausreichend vor Sturmfluten geschützt. Sie lehnen Baggerarbeiten für den Naturschutz ab. Die Naturschützer hingegen bestehen auf den ökologischen Ausgleich. Sie argumentieren, der Deich sei 1933 von Menschenhand errichtet worden und mit der Kompensation werde nur die ursprüngliche Situation wieder hergestellt. Außerdem werde der Sommerdeich zum Küstenschutz nicht gebraucht, weil der dahinterliegende Hauptdeich den Schutz von Butjadingen gewährleiste.
Video: TV-Trailer: Natuschutz-Ausgleich in Butjadingen
Einstellungen, Infos und Kommentare
Diskussionsrunde (v.l.): Dieter Brockhoff, Wolfgang Meiners, Beatrice Claus, Hans-Heinrich Obuch, Björn Thümler, Leenert Cornelius, Carl-Wilhelm Bodenstein-Dresler
Veranstaltungsadresse:
Ratssaal des Rathauses der Gemeinde Butjadingen
Butjadinger Straße 59
26969 Burhave
Eintritt ist frei
Gäste sind willkommen
Die Besucher der Sendung
sind herzlich eingeladen,
mit Fragen zur Diskussion
beizutragen.
Moderation: Hans Heinrich Obuch
Redaktion: Georg Bukes
Streit um Umweltschutz-Ausgleich für Jade-Weser-Port in Butjadingen, [3:01]
Die ganze Diskussion zum Anhören:Streit um Umweltschutz-Ausgleich für Jade-Weser-Port in Butjadingen, [44:29]
Ein Nachbericht zum Anhören:Langwarder Groden contra Jade Weser Port, [3:40]
Ein Kommentar von Georg Bukes:Land fluten in Butjadingen für den Jade-Weser-Port?, [3:20]
Land fluten in Butjadingen für den Jade-Weser-Port?
Der Kommentar zum Nachlesen
Tiefwasserhafen der Superlative
Online-Dossier zum Jade-Weser-Port
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