23. Mai 2013, 15:05 Uhr
Nordwestradio unterwegs
Für immer mehr Menschen im Nordwesten hat sich Fracking zum Reizwort entwickelt. Sie fürchten um ihre natürlichen Lebensgrundlagen, vor allem ums Trinkwasser. Die großen Energiekonzerne wollen mit dem hydraulischen Aufbrechen tiefer Gesteinsschichten neue Gasvorkommen erschließen. Dabei werden giftige Chemikalien mit hohem Druck in den Boden gepresst.
95 Prozent des deutschen Gasvorkommens werden in Niedersachsen gefördert, vor allem in den Landkreisen Verden und Rotenburg. Dort wurde bei der herkömmlichen Gasförderung gelegentlich mit Fracking nachgeholfen. Die Konzerne versprechen sich davon sinkende Energiepreise und neue Arbeitsplätze.
Doch schon bei der konventionellen Gasförderung hat es immer wieder Zwischenfälle gegeben, die den Menschen vor Ort Angst machen. In Völkersen im Landkreis Verden ist benzol- und quecksilberhaltiges Lagerstättenwasser im Boden versickert. Viele Kubikmeter Erde müssen zur Zeit ausgetauscht werden. Leitungen waren undicht, und es hat mehrfach Erdbeben gegeben, bei denen Risse in Häusern entstanden.
Geologen machen die Gasförderung dafür verantwortlich. Die Anwohner fürchten, dass solche Zwischenfälle noch zunehmen, wenn Fracking verstärkt eingesetzt wird. Denn in Intschede etwa 10 Kilometer weiter plant RWE-Dea schon das nächste große Bohrvorhaben.
Beim Fracking werden werden giftige Chemikalien mit hohem Druck in den Boden gepresst.
Seit Monaten versucht die Bundesregierung in Berlin nun schon, eine gesetzliche Grundlage für das Fracking zu erarbeiten. Im Februar 2013 einigten sich Umweltminister Peter Altmaier (CDU) und Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) auf einen Entwurf.
Vor allem Bundestagsabgeordnete wie Andreas Mattfeldt (CDU), in deren Wahlkreis Fracking bereits praktiziert wurde, organisierten Widerstand gegen das Gesetz. Die Opposition fordert gleich ein Moratorium. Die schwarz-gelbe Regierung möchte noch vor der Bundestagswahl im September ein Gesetz verabschieden. Doch die Zeit wird knapp.
Diskussionsrunde (v.l.:) Dr. Matthias Miersch, Dr. Michael Zettlitzer, Hartmut Horn, Martin Busch, Andreas Noltemeyer und Andreas Mattfeldt
Moderation: Martin Busch, Redaktion: Georg Bukes
Darüber haben wir am 23. Mai 2013 im Gasthaus Alter Krug in Langwedel diskutiert.
Ein Vorbericht zum Anhören:
Geplante Erdgasförderung in Völkersen, [3:31]
Ein Vorbericht von Frank Jakobs
Die ganze Diskussion zum Anhören:
Wie gefährlich ist die Erdgasförderung im Nordwesten?, [45:29]
Ein Nachbericht zum Anhören:
Völkersen wehrt sich gegen Fracking, [3:42]
Ein Nachbericht von Frank Jakobs
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Wir sind in der Nordwestregion unterwegs und greifen auf, was vielstimmig zur Sprache gebracht werden soll und die Menschen bewegt. Ob Energiepolitik oder Naturschutz, Industrieansiedlung oder Bildungspolitik – das Nordwestradio bietet allen, die von diesen und anderen Fragen betroffen sind und sich engagieren, ein offenes Forum.
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