21. Juni 2012, 15:05 Uhr
Nordwestradio unterwegs
Um Kosten zu sparen will das Bundesverkehrsministerium sich von der Zuständigkeit für etliche Bundeswasserstraßen trennen. Genannt werden Flüsse wie die Aller, die Leine, aber auch die Ems, die Leda und die Weser. Alle Wasserstraßen befinden sich in der Zuständigkeit des Bundes. Sie müssen gepflegt und technisch in einem ordentlichen Zustand gehalten werden, Schleusen müssen unterhalten, der Uferbewuchs kontrolliert, Schlammstellen ausgebaggert werden. Die Gesamtkosten für Reparaturen und Instandhaltungen liegen laut Haushaltsausschuss jährlich bei 1,08 Milliarden Euro.
Wird die Aller zur "Restwasserstraße"?
Seit Jahren werden Sparkonzepte diskutiert, jetzt hat Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) eine Prioritätenliste mit Kriterien erarbeiten lassen, die alle Wasserstraßen nach ihrer Notwendigkeit ordnet. Oberstes Kriterium ist die transportierte Tonnage, also der Güterverkehr, aber auch eine intensive touristische Nutzung kann zur Höherstufung eines Flusses oder Kanals führen. Je nach Einordnung in eine siebenstufige Skala von "Vorrangnetz" bis "Restwasserstraße" soll künftig investiert werden.
Der Rhein gilt in dem Papier aus dem Verkehrsministerium weiterhin als ökonomisch wichtigster Fluss Deutschlands. Der Mittellandkanal ist im westdeutschen Kanalnetz weiterhin vorrangig zu behandeln. Ins Visier der Bundessparer sind hingegen die niedersächsischen Flüsse Leine und Aller geraten. Der größte Nebenfluss der Weser soll auf "Restwasserstraße" zurückgestuft werden.
Dagegen regt sich entlang der Aller erheblicher Widerstand. Die Bürgermeister aller acht Gemeinden im Leine-Allertal haben eine Resolution verfasst. Sie fürchten erhebliche Einbußen beim Tourismus, wenn die Aller nicht zumindest als "Wasserstraße für den Wassertourismus" erhalten bliebe.
Die Diskussion fand statt im Bootshaus des "Wassersportclub e.V. WSC Westen" in Westen/Aller,
Moderation: Hans-Heinrich Obuch, Redaktion: Hilke Theessen.
NWR unterwegs: Aller soll Restwasserstraße werden, [40:14]
Nachbericht zum Anhören:Restwasserstrasse: Aus für die Aller? , [3:31]
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